VW-Batteriechef überzeugt: E-Auto-Markt berappelt sich jetzt

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Zwar sind in Europa und in besonderem Maße in Deutschland die Verkäufe von Elektroautos zuletzt etwas zurückgegangen, trotzdem zeigt sich Frank Blome, Chef der Volkswagen-Batteriesparte PowerCo, im Gespräch mit dem Handelsblatt optimistisch und rechnet mit einer baldigen Trendwende. „Nach meiner Einschätzung sind wir jetzt an einem Punkt, an dem sich die Lage wieder berappeln wird“, sagte er.

In vielen wichtigen Märkten wie China, Frankreich und Großbritannien gebe es weiterhin kräftige Wachstumsraten, was es für PowerCo einfacher mache, die derzeitige Kaufzurückhaltung in anderen Ländern wie vor allem Deutschland beim Hochlauf der Produktion zu verkraften. Ab 2025 soll die VW-Tochter Fahrzeugbatterien für Volkswagen und seine Tochtermarken herstellen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 eine jährliche Produktionsleistung von 200 Gigawattstunden zu erzielen, was unter heutigen Annahmen für bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr reichen würde.

Blome sagte laut Handelsblatt, dass er ohnehin nicht die Erwartung habe, „dass der Hochlauf der Elektromobilität einer linearen Wachstumskurve“ folge. „Es wird immer wieder Atempausen geben“, sagte der VW-Batteriechef. Die derzeitige Nachfragedelle werde nichts an den Plänen von PowerCo und Volkswagen ändern. Schließlich verspricht sich der Autohersteller von seinen standardmäßigen Einheitszellen künftig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern, die unterschiedliche Batterien von verschiedenen Herstellern einsetzen. „Volkswagen kennt sich mit der Fertigung in großen Skalen aus. Davon profitieren wir auch bei der PowerCo“, sagte Blome.

Erste Modelle mit eigener Batterie 2026

Und davon könnten am Ende auch die Kunden profitieren, denn die Produktion der Batterien wird auf diese Art auch deutlich günstiger. „Ihren ersten Großeinsatz sollen die Akkus in Volkswagens 25.000-Euro-Stromer ID.2 und seinen Schwestermodellen von Cupra und Skoda haben“, schreibt das Handelsblatt. Angeboten werden sollen die ersten Modelle mit eigenen Batterien im Jahr 2026, wobei es zuletzt sogar möglich erschien, dass die Produktion des VW ID.2 doch früher beginnen könnte. Die Batterien werden zunächst in Salzgitter produziert, weitere Werke entstehen in Kanada und Spanien, wo die Stromkosten deutlich geringer sind als in der VW-Heimat. Damit sieht man sich laut Blome „robust aufgestellt“.

Gedanken macht er sich demnach eher darüber, was im Falle einer stark steigenden Nachfrage nach Elektroautos passieren müsste. So sagte er: „Entschleunigen können wir jederzeit. Wenn wir weiter beschleunigen sollen, müssen wir uns etwas einfallen lassen.“ Zudem treibe ihn das Thema Rohstoffe sowie die wachsende Abhängigkeit von China um. Daher könnte es sein, dass sich VW künftig auch mehr um den Abbau von notwendigen Rohstoffen bemüht – entweder selbst oder mithilfe eines Partners. „Fakt ist: Wir brauchen einen direkten Zugriff auf die relevanten Rohstoffe wie Lithium und Nickel, um verlässlich wirtschaften zu können“, sagte Blome.

Quelle: Handelsblatt – „VW-Batteriechef Blome trotzt der Elektro-Krise – das ist sein Plan“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Bernd:

Michael, ich gebe Dir zu 100% recht!
Die „E-AUTO Bosse“ haben es ganz einfach noch nicht begriffen!!! (Problem Lobbyismus!)
….und wenn Europa mit dem E-AUTO Wahnsinn so weiter macht fahren Die unsere Wirtschaft vollends gegen die Wand

Peter:

Haste die Stammtischparolen auswendig gelernt oder im Handy gespeichert ?

Michael:

Durchhalteparolen! E-Autos sind weder klimafreundlich noch nachhaltig oder ressourcenschonend. Das wird schlecht enden, wenn man nicht zur Technologieoffenheit zurückkehrt.

Marcel Gleißner:

Und wem willst du dann sein Verbrenner Auto wegnehmen???
Wer soll das Entscheiden?

Willy:

Ab September sieht der Vorjahresvergleich wieder besser aus. Zudem kommt der VW-Konzern mit attraktiven neuen Modellen wie Porsche Macan, Q6-Etron, A6-Etron, ID.7 Tourer, ID.Buzz LWL/GTX und ID.3 GTX. BMW hat schon eine recht breite, aktuelle Modellpalette und kommt mit neuen Minis. Nur bei Mercedes passiert in 2024 wenig. Stellantis und Renault kommen auch mit neuen preiswerten Modellen. All das könnte den Abstieg von Tesla kompensieren.

Daniel W.:

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VW-Batteriechef überzeugt: E-Auto-Markt berappelt sich jetzt
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Die Frage ist nur wo und das entscheidet die Politik diesseits und jenseits des Atlantik für den Rest dieses Jahrzehnts.

Die Städte und auch die Dörfer werden zunehmend mit immer größeren Autos vollgestellt, da können große E-Autos nicht die Lösung sein.

Deshalb bin ich eher dafür, dass 1 E-Auto in Zukunft 2 Verbrenner-Autos ersetzt, damit sich die Autozahl ingesamt veringert.

Weniger Autos bedeuten weniger Resourcen, aber auch auch weniger Arbeitsplätze, vor allem in Deutschland.

Für mehr Klimaschutz müssen die Städte grüner werden mit weniger Autos, Straßen und Parkplätzen.

Stefan:

Als zweites Standbein: Ein Haus Speicher „Volksakku“ wäre gut. Nennt ihn aber bitte „Voltsbattery“. 48 Volt/ 5KWh Kaskadierbar als 19″ und Wallgehäuse. Natrium Ionen Zellchemie.

Malthus:

Aha:
>“Fakt ist: Wir brauchen einen direkten Zugriff auf die relevanten Rohstoffe wie Lithium und Nickel, um verlässlich wirtschaften zu können”, sagte Blome.

und wer macht daraus Lithiumhydroxid/Carbonat? und wo?
Wenn ich nur an die ang. THG-Emissionen und deren hiesige Kosten denke…

https://www.gtai.de/de/trade/chile/branchen/lithium-aus-chile-hat-den-kleineren-oekologischen-fussabdruck-830390#:~:text=Dieser%20chemische%20Prozess%20findet%20in,%3A%2065%2C7%20Prozent).

Vollstes Vertrauen in die germanische „Einheitszelle“.
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