Zum Preis eines Monatstickets: Opel Rocks-e für unter 50 Euro fahren?

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Felix Katz
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Mit dem Rocks-e möchte Opel die Elektromobilität für Jugendliche ab 15 Jahren (Klasse AM) einfach und günstig zugänglich machen. Deshalb bieten die Rüsselsheimer den kleinen City-Stromer ab sofort für rund 50 Euro pro Monat als Finanzierung an – die Rate liege damit nach eigenen Angaben auf dem Niveau eines Monatstickets im Personennahverkehr. Opel hatte dies bereits bei der Premiere des Rocks-e versprochen und scheint Wort zu halten. Wir haben uns das Angebot näher angeschaut.

Das Warten auf Bus oder Bahn soll ab sofort der Vergangenheit angehören: mit dem Opel Rocks-e können bereits Jugendliche ab 15 Jahren wetterunabhängig unterwegs sein. Der 2,41 Meter kurze und 1,39 Meter (ohne Außenspiegel) schlanke City-Stromer für Zwei schließt die Lücke zwischen Motorroller und Pkw und sorgt mit seiner geschlossenen Karosserie dafür, dass Fahrer und Beifahrer stets im Trockenen sitzen.

„Mit einem Rocks-e-Startpreis von nur 7.990 Euro hat Opel ein Statement für den günstigen Elektro-Einstieg gesetzt. Das toppen wir jetzt noch mit einer monatlichen Finanzierungsrate, die bereits unter 50 Euro beginnt. Genauso individuell wie die unterschiedlichen Ausstattungslinien unseres innovativen Elektro-Zweisitzers können die Kunden auch Laufleistung und Vertragslaufzeit wählen – perfekt zugeschnitten auf die unterschiedlichsten Mobilitätsbedürfnisse“, erklärt Opel-Deutschland-Chef Andreas Marx.

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Tipp: Man beachte die Garantiebedingungen der Batterie

Schauen wir uns das Angebot doch mal genauer an: Der Opel Rocks-e lässt sich hier bereits ab 49,06 Euro monatlich finanzieren, vorausgesetzt der Kunde zahlt 2.950 Euro an. Der Barzahlungspreis liegt übrigens bei 8.340,00 €, da die Überführungsgebühr in Höhe von 350 Euro noch hinzu kommt. Finanziert man den kleinen Stromer zu den angegebenen Konditionen, so beträgt der Nettodarlehensbetrag 5.390 Euro. Bei einer Laufzeit von 49 Monaten ergibt sich ein finanzierter Gesamtbetrag von knapp 6.098 Euro, in dem Zinsen von rund 708 Euro einberechnet sind (effektiver Jahreszins 3,85 Prozent, Sollzinssatz p. a., gebunden 3,78 Prozent). Die Schlussrate nach vier Jahren Vertragslaufzeit wird dann noch mit gut 3.743 Euro angegeben. Sie würde natürlich geringer ausfallen, wenn man die Monatsraten nach oben schraubt. Meist lässt sich das Fahrzeug nach Ablauf der ersten Finanzierungsrunde wieder an den Händler zurückgeben (verbrieftes Rückgaberecht), dann hätte man den Rocks-e vier Jahre lang für knapp 5.354 Euro gefahren – lässt man zusätzliche Unterhaltskosten wie Strom, Verschleiß und Versicherung mal außen vor.

Würde man den kleinen Stromer weiter finanzieren, so ergibt sich eine finale Kaufsumme von knapp 9.100 Euro. Damit läge man gut 1.000 Euro über dem Barzahlungspreis. Da das Fahrzeug jedoch noch recht neu ist, lässt sich nur schwer abschätzen – in Abhängigkeit der Kilometerlaufleistung – wie hoch der Restwert tatsächlich sein wird. Wenn man den Rocks-e für die monatliche Rate von 49,06 Euro weiter finanzieren würde, so wäre die Restlaufzeit über sieben Jahre lang (!). Da aber gerade die Haltbarkeit des Akkus ein großes Fragezeichen darstellt, ist dieser Ansatz wohl kaum zu empfehlen. Jedenfalls wird der Rocks-e mit einer zweijährigen Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung angeboten, die Batterie ist für drei Jahre und 40.000 Kilometer über die Garantie abgedeckt. Dies bedeutet ohnehin, dass bereits ein Jahr vor Ablauf der Finanzierung (bei 48 Monaten) keine Garantie mehr auf den Akku besteht. Und ob am Ende ein Verkauf mehr abwerfen würde als die Schlussrate beträgt, steht ebenfalls in den Sternen. Wenn, könnte man jedenfalls den Gewinn von den genannten Kosten abziehen.

Opel bietet unterschiedliche Finanzierungskonditionen an – je nach Dauer (24, 36 oder 48 Monate) und Laufleistung (5.000, 10.000 oder 15.000 Kilometer pro Jahr) ist dies jedoch mit höheren monatlichen Kosten verbunden. Dennoch empfiehlt sich vor allem aufgrund der Batterie-Garantie (3 Jahre) eher eine Finanzierung von 24 oder 36 Monaten. Außerdem bleibt man ja nicht ewig 15 …

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Sonderedition für Fußball-Fans

Klar ist: Der smarte Elektro-Einsteiger bietet ein serienmäßiges Panorama-Glasdach und eine Reichweite von bis zu 75 Kilometern gemäß WLTP, die sich mit bis zu 45 km/h zurücklegen lassen. Und mit einem Wendekreis von nur 7,20 Meter lasse er sich laut Opel auch prima durch enge Kurven oder in kleine Parklücken lenken. Der Elektromotor des Rocks-e verfügt über eine Nenndauerleistung von 8 PS und 12 PS Maximalleistung, beispielsweise zum Beschleunigen. Die 5,5 kWh-Batterie kann in rund vier Stunden zu 100 Prozent über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose wieder aufgeladen werden.

Für nur knapp 11 Euro mehr pro Monat bringen die beiden Rocks-e-Varianten „Klub“ und „TeKno“ zusätzliche Farbe ins Spiel. Verkleidungen an Front- und Heckschürze ziehen beim Rocks-e Klub in Kosmik-Grau und beim Rocks-e TeKno in Elektro-Gelb sicherlich die Blicke auf sich. Dieses individuelle Farbmuster greift auch der Innenraum auf – mit entsprechend gefärbten Aufbewahrungsnetzen und Taschenhaken an der Tür sowie Kosmik-grauen, respektive Elektro-gelben Einsätzen in Instrumenten- und Mittelkonsole. In die auf 1.909 Einheiten limitierte BVB-Sonderedition „Opel Rocks-e 09“ sollen Opel- und Borussia-Dortmund-Fans ab 62,77 Euro monatlich einsteigen können.

Gegenwärtig setzt Opel seine Strategie zur Elektrifizierung des Portfolios konsequent um. Damit stellen die Rüsselsheimer sicher, dass die zukünftigen Mobilitätsanforderungen der Kunden erfüllt werden – „für einen nachhaltigen Erfolg“, heißt es. Schon bis 2024 soll es alle Opel-Modelle auch in elektrifizierten Varianten geben. Ab 2028 möchte Opel in Europa schließlich komplett auf batterie-elektrische Fahrzeuge setzen.

Quelle: Opel.de / Stellantis.com

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Felix Katz

Felix Katz

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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