Hochschule Esslingen untersucht Lebensdauer von Elektromotoren in E-Autos

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Wie zuverlässig ist ein Elektroband und wie lange kann ein Elektromotor eines Elektroautos dadurch funktionstüchtig bleiben? Das möchte die Fakultät Fahrzeugtechnik der Hochschule Esslingen im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts in Erfahrung bringen. Die Stiftung Stahlanwendungsforschung und die Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. unterstützen die Gesamtkosten des Projekts von etwa 436.600 Euro mit rund 314.630 Euro. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre.

Um Käufern von Elektroautos eine ausreichende Lebensdauer ihrer neuen Fahrzeuge zu gewährleisten, muss unter anderem ein Nachweis über die Lebensdauer des Elektromotors vorliegen. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, die Vorhersagegenauigkeit für die Nutzungsdauer des elektrischen Antriebsmotors zu verbessern.

„Heutzutage werden immer häufiger elektrische Antriebe in Fahrzeugen verbaut. Das bedeutet auch, dass wir die Methoden, mit denen sich die Lebensdauer der Bauteile vorhersagen lassen, weiterentwickeln müssen.“ – Prof. Dr. Peter Häfele, Leiter des Kompetenzfelds Bauteilzuverlässigkeit an der Fakultät Fahrzeugtechnik

Das Herzstück eines E-Motors – der Rotor – besteht aus zahlreichen Lagen von sehr dünnem Elektroband. Elektroband ist ein weichmagnetischer Stahlwerkstoff mit speziellen magnetischen und mechanischen Eigenschaften. „Für eine treffsichere Lebensdauervorhersage des Rotors im Kundeneinsatz müssen die Werkstoffkennwerte der nur 0,1 mm bis 0,3 mm dicken Stahllamellen unter kundenähnlicher Beanspruchung bestimmt werden“, beschreibt Prof. Dr. Häfele das Vorgehen.

Mit einer neuen Prüfmethode, welche an der Hochschule Esslingen nun entwickelt werden soll, sollen die zahlreichen Einflussfaktoren berücksichtigt werden, denen der Rotor während eines Fahrzeuglebens ausgesetzt ist: „Dazu zählen verschiedene Schneidetechniken bei der Herstellung der Stahllamellen, Drehzahländerungen von Teil- zu Vollbelastung, Alterungseinflüsse und Temperaturschwankungen während des Betriebs“, so Projektleiter Prof. Dr. Häfele weiter.

Neben der Stiftung Stahlanwendungsforschung und der Forschungsvereinigung Antriebstechnik begleiten auch mehrere Erstausrüster (BMW, Mercedes-Benz, Porsche, VW), Zulieferer (ZF, Mahle, Stiefelmayer Lasertechnik, Valeo Siemens eAutomotive, Schaeffler, Bosch, EM-motive, AVL, Magna Powertrain) und Werkstoffhersteller (Voestalpine, Wälzholz) das Forschungsprojekt.

Quelle: Hochschule Esslingen – Pressemitteilung vom 05.08.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Detlef Münke:

Schließe mich „Strauss“ an, Akkulebensdauer und Einflüsse der Ladeinfrastruktur sind eher wichtig.

Detlef

Thomas:

Die (hoffentlich) guten Ergebnisse würden einen Beitrag dazu leisten die Elektromobilität weiter zu stärken und schaffen Fakten pro Elektromobilität. Mann beruft sich ja so gerne auf Studien jeglicher Art. Die nächsten Studien natürlich auch gerne zu Akku + Ladeinfrastruktur

Ralf:

Ich breche zusammen. Im Industriebereich laufen genau diese Motoren zu Millionen im CNC-Bereich und sonst wo.
Ok, wir in Deutschland forschen erst mal warum die sch.. Dinger so lange laufen. Kopfschüttel.

Strauss:

Bessere E Motoren sind nun wirklich nicht erste Priorität in der E Mobilität. Der Kriegsschauplatz heisst bessere AKKUs, und Ladesäulen. In dieser Richtung soll man in Esslingen forschen.

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