Baut Porsche bald Apples „iCar“?

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Daniel Krenzer
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Seit Ende Februar steht fest: Apple baut doch kein eigenständiges Elektroauto. Trotzdem könnte eine Art iCar noch realisiert werden, und zwar in Zusammenarbeit mit Porsche. Denn durch den Rückzug aus dem eigenen Projekt von Apple entstünden bei der bestehenden Zusammenarbeit der beiden Unternehmen neue Chancen, berichtet das Manager Magazin und schreibt: „Es ist jetzt für Porsche vieles möglich; einige Entwicklungen und Projekte aus der Welt des Apple Car könnten jetzt frei werden. Dabei gehe es nicht nur um Software, heißt es in Stuttgart; zum Beispiel auch bei den Batteriesystemen habe Apple spannende Ansätze verfolgt.“ 

Porsche-Chef Oliver Blume, der auch Chef der gesamten Volkswagen-Gruppe ist, suche bereits seit längerer Zeit nach einem großen Technikpartner, auch um sich von der VW-internen und krisengeplagten Softwaresparte Cariad unabhängiger zu machen. Schwierigkeiten mit der Software führen nämlich dazu, dass innerhalb der Gruppe mehrere Elektroautos zeitlich nach hinten verschoben werden müssen. Außerdem wolle Blume den Kunden „die Anbindung an ihre gewohnte Welt bieten: zum Beispiel an ihre iPhones und iPads“. Mit der Autosoftware Carplay Plus an Bord sei Porsche somit inzwischen zu einem der wichtigsten Kunden von Apple geworden. Dies könnte die Basis für eine noch engere Zusammenarbeit sein.

Wird der neue Cayenne ein „Apple-Auto“?

Allerdings gehe es nicht darum, dass Porsche das komplette Betriebssystem übernimmt, wie es Apple für sein eigenes Auto entwickelt hatte. Vielmehr sollen beide Welten miteinander verschmelzen, heißt es weiter im Artikel – beispielsweise in Form von gemeinsamen Benutzeroberflächen. IT-Chef Sajjad Khan möchte demzufolge um Porsche so etwas wie ein „Ökosystem“ aufbauen, das die Marke zu einem Apple der Autoindustrie machen soll. „Im Cockpit Elektronik und Infotainment, die sich automatisch in die digitale private Welt von Fahrerinnen und Fahrern einfügen, aber auch in sämtliche IT-Prozesse des Unternehmens. Eine enge Anbindung an Tim Cooks Leute wäre da nur hilfreich“, führt das Manager Magazin aus.

Das erste Elektroauto von Porsche mit viel Apple an Bord könnte der neue Cayenne werden, der für 2026 angepeilt sei. Das wäre doch deutlich früher, als es zwischenzeitlich angenommen worden war. Das könnte zeitlich aber für ein gemeinsames Projekt knapp werden, sodass im Artikel auch der geplante K1 als großes Elektro-SUV als denkbare Alternative genannt wird.

Es ist eine Entwicklung, die ein Stück weit für die Zeichen der Zeit steht. So wird im Artikel richtigerweise festgestellt, dass vor einigen Jahren noch viele Technikkonzerne auch Autos bauen wollten und die Autohersteller auch Software-Riesen sein wollen. Die Vorgehensweise, sich auf die jeweils eigenen Fachkenntnisse zu konzentrieren und dabei mit Partnern auf Augenhöhe aus dem jeweils anderen Bereich zu kooperieren, klingt da vielleicht erfolgsversprechender.

Quelle: Manager Magazin – „Der Apple-Porsche – wie Tech- und Autogigant zusammenfinden“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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