VW holt sich Unterstützung zur CO2-Ziel-Erfüllung aus China von MG Motors

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 2 min

Laut exklusiven Informationen der Branchenpublikation European Electric Car Report ist MG Motors, welches zu Chinas SAIC Motors gehört, für den Zeitraum 2020 bis 2022 dem CO2-Pool des Volkswagen-Konzerns in der EU sowie der Marke SAIC Motors Europe BV beigetreten. Dies geht aus dem offiziellen Dokument hervor, das von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde und der Branchenpublikation vorliegt.

Die SAIC Motor Corporation Limited ist die größte chinesische Gruppe von Herstellern von Autos, Motorrädern und Autoteilen. Sie ist bereits Kooperationspartner von General Motors und Volkswagen in China. Erst vor kurzem sorgte man mit der Ansage zehn neue Wasserstoffmodelle bis 2025 auf die Straße zu bringen für Aufsehen. Mit der eigenen Marke MG Motors unterstützt man nun Kooperationspartner VW beim Erreichen der CO2-Emissionsziele in Europa.

Wir erinnern uns: Mitte des Jahres 2019 hat der britische Autohersteller MG, der seit 2007 zum chinesischen Autoriesen SAIC-Motors gehört, weitere Details zu seinem ersten vollelektrischen Auto veröffentlicht. Einem Elektro-SUV mit gut 300 km Reichweite. 2020 legt der Automobilhersteller nun nach und kündigt mit dem MG 5 den ersten E-Auto-Kombi für Europa an. Bis Ende Juli 2020 konnte die Marke bereits den Absatz von 5.700 rein elektrische Modelle in den 18 Märkten der westeuropäischen Region verzeichnen. Damit erreichte deren E-Auto-Anteil an den gesamten regionalen Zulassungen im gleichen Zeitraum 47 Prozent, was etwas mehr als zwei Prozent des gesamten 269.000 Elektroauto-Marktes in den ersten sieben Monaten des Jahres ausmachte.

Bisweilen ist nicht bekannt, warum der VW Konzern sowie MG/SAIC beschlossen haben, sich zu einem Pool zusammenzuschließen. Höchstwahrscheinlich will VW sich absichern, auf dem Weg die Grenze von 95g/km, die bis 2020 stufenweise eingeführt werden soll, in diesem Jahr zu unterschreiten. Eigentlich sollte dies mit dem mittlerweile neu eingeführten VW ID.3, dem kommenden ID.4 sowie weiteren PHEV-Modellen des Konzerns zu schaffen sein. Insbesondere, da Fahrzeuge mit Emissionswerten unter 50g/km zum Erreichen sogenannter Superkredite vorhanden sind.

Betroffen sind hiervon Fahrzeuge, die weniger als 51g CO2 pro Kilometer emittieren. Diese werden beim Flottenverbrauch 2020 beispielsweise doppelt gezählt, im Jahr 2021 noch 1,66-fach und 2022 noch 1,33-fach – begrenzt auf 7g/km. Danach bekommt man keine Superkredite mehr. Feststeht. Verfehlt ein Hersteller seinen spezifischen Zielwert, drohen ab 2020 Strafzahlungen. Für jedes Gramm CO2 über seinem Zielwert und für jedes verkaufte Fahrzeug muss der Hersteller dann 95 Euro Strafe zahlen. Daher kann man dennoch verstehen, dass das Unternehmen auf Nummer sicher gehen will.

Quelle: Matthias Schmidt / European Electric Car Report – Per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Djebasch:

Tesla war wohl nicht günstig genug ;)

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