Nio eröffnet neue Akku-Tauschstationen in Deutschland – und baut weitere

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Daniel Krenzer
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Der chinesische Elektroauto-Bauer Nio schreitet mit dem Ausbau seiner Infrastruktur in Deutschland weiter voran und hat diese Woche mit Ulm-Seligweiler und Regensburg zwei weitere von insgesamt sieben Power Swap Stations (PSS) in Deutschland eröffnet, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. An diesen Stationen kann binnen weniger Minuten der Akku gegen einen neuen, aufgeladenen ausgetauscht werden.

Für die Standorte Mühldorf, Geiselwind und Aurach in Bayern sowie Lehre in Niedersachsen habe Nio zudem die erforderlichen Genehmigungen erhalten und teilweise mit dem Bau begonnen. Mit Inbetriebnahme der neuen PSS sei es Usern ab sofort möglich, nur mit Power Swaps von Nord- nach Süddeutschland, oder von Berlin nach Amsterdam zu fahren.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir unseren Usern ab heute sieben Power Swap Stations in Deutschland zur Verfügung stellen können“, sagt Frederic Korn, Head of Power bei Nio. „Durch unser einzigartiges Power-Konzept, welches sowohl das Laden als auch den vollautomatisierten Batterietausch ermöglicht, haben unsere User die Wahl, ob sie bei Urlaubsfahrten lieber eine längere Ladepause oder nur einen kurzen Swapping-Stop einlegen möchten.“

Fünf Power Swap Stations in sechs Wochen

Nach den ersten beiden PSS Deutschlands in Zusmarshausen (Bayern) und Hilden (Nordrhein-Westfalen) ging laut Pressemitteilung am 29. Juni mit Dorsten eine weitere PSS in Nordrhein-Westfalen in Betrieb. In Ulm-Seligweiler ging demnach am 25. Juli kürzlich die erste PSS in Baden-Württemberg ans Netz und wurde nun offiziell für den Publikumsverkehr freigegeben. „Es folgten die PSS Großburgwedel (Niedersachsen) auf dem Schnellladepark der EnBW am 27. Juli und Waldlaubersheim (Rheinland-Pfalz) am 28. Juli. Die bundesweit siebte PSS und gleichzeitig die zweite in Bayern wurde diese Woche in Regensburg feierlich eröffnet“, schreibt Nio. Mit dem Ziel einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur habe Nio bereits 50 weitere Standorte für den Bau neuer Power Swap Stations gesichert und die entsprechenden Verträge unterzeichnet.

Die PSS Dorsten befindet sich nicht nur direkt an der A31, sondern verbindet auch das Ruhrgebiet im Westen mit den zur Ferienzeit beliebten Ostfriesischen Inseln im Nordwesten Deutschlands. Zudem profitieret sie von ihrer strategischen Lage in unmittelbarer Nähe zu den Niederlanden, während die belgische Grenze ebenfalls nur rund zwei Stunden entfernt liegt. Waldlaubersheim an der A61 führt Nio-Kunden über die „Scenic Route“ entweder direkt nach Mannheim und den Hockenheimring oder in nördlicher Richtung über die A3 an die nächstgelegene PSS in Hilden. Die PSS Großburgwedel, an der A7 zwischen Hannover und Hamburg, stellt den ersten gemeinschaftlichen Standort mit der EnBW im zweitgrößten Schnellladepark der EnBW in Deutschland dar.

Wer tauschen will, muss mieten

Mit Ulm-Seligweiler eröffnete die erste Batteriewechselstation in Baden-Württemberg und gleichzeitig die 20. PSS in Europa, so Nio. Mit Regensburg wird eine schnelle West-Ost-Verbindung zwischen Nürnberg und Passau ermöglicht. Gleichzeitig ist sie Ausgangspunkt, um Richtung Österreich zu gelangen oder nach Tschechien.

Mit den Modellen von Nio ist beides möglich: Laden und Tauschen. Wer den Tauschservice nutzen will, muss sich allerdings für die Miete des Akkus entscheiden und kann diesen nicht kaufen. Die Nio Power Swap Stations (der aktuellen Generation, 2.0) sind von der Größe her vergleichbar mit einer Doppelgarage und wiegen in etwa 28 Tonnen. „Sie gelten mit über 1.200 patentierten Erfindungen als weltweit führende Technologie für den Batterietausch, der in rund fünf Minuten durchgeführt wird“, schreibt Nio. Jede Power Swap Station sei für bis zu 312 Batterietauschvorgänge („Swaps“) pro Tag ausgelegt. Bei jedem Tausch werde der Zustand der Batterie und des elektrischen Systems sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass sowohl das Fahrzeug als auch die Batterie in optimalem Zustand sind.

Quelle: Nio – Pressemitteilung vom 10.08.2023

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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