Nachhaltige Batterien: Autohersteller unter Zugzwang

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Ab August greift die EU-Batterieverordnung mit ihren neuen Sorgfaltspflichten. Automobilhersteller müssen ab diesem Zeitpunkt menschenrechtliche, ökologische und klimabezogene Risiken entlang ihrer gesamten Lieferketten identifizieren, bewerten und minimieren – insbesondere beim Abbau und der Beschaffung von Lithium, Nickel, Kobalt und Graphit, den wichtigsten Rohstoffen für in Elektroautos verbaute Batterien.

Ein aktuelles Briefing von Transport & Environment (T&E) zeigt: Erste Fortschritte sind erkennbar. Viele Autohersteller haben bereits Transparenzmaßnahmen eingeführt und damit begonnen, ihre Lieferketten systematisch zu analysieren. Insbesondere bei der Offenlegung von CO2-Emissionen und der Rückverfolgbarkeit von Batteriemineralien bewegt sich etwas – wenn auch noch nicht bei allen Herstellern bis zum Ursprung der Rohstoffe, der Minen.

Doch es gibt Lücken: Beim Thema Entwaldung etwa bleibt es meist bei allgemeinen Absichtserklärungen. Nur ein Hersteller – BMW – hat ein verbindliches, zeitlich terminiertes Ziel formuliert. Auch der Wasserverbrauch in den vorgelagerten Stufen der Lieferkette wird bislang kaum dokumentiert. Ohne diese Informationen bleibt effektives Risikomanagement schwer möglich.

Deutsche Hersteller wie BMW, Mercedes und Volkswagen sowie Tesla aus den USA sind im Vergleich zu chinesischen Herstellern deutlich besser aufgestellt – sowohl bei der Risikoanalyse als auch bei der Rückverfolgbarkeit der Lieferkette.

T&E

T&E fordert daher von der EU-Kommission, den aktuellen Gesetzestext in seiner Substanz unangetastet zu lassen. Anstatt sie zu verwässern, soll die Umsetzung ambitioniert und praxisnah erfolgen – mit klaren Leitlinien, international abgestimmten Standards und einer funktionierenden Kontrolle durch benannte Prüfstellen in allen Mitgliedstaaten.

Sollte eine Verschiebung der Regelung, wie sie Stimmen aus der Industrie fordern, in Betracht gezogen werden, dann höchstens um ein Jahr. Denn klar sei, so T&E abschließend: Ohne verbindliche Sorgfaltspflichten bringe eine verzögerte Verkehrswende ein ökologisches Risiko mit sich.

Quelle: Transport & Environment – Pressemitteilung vom 08.05.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Dieter:

Na ist klar, Bürokratieabbau vom Feinsten. Macht die ganze Sache teurer und unflexibler. Vor der Waht Sprüche klopfen und dann im alten Trott weiter.Einfach nur zum Ko….

Egon_meier:

Was man für BEV alles verlangt….
Neuerdings las ich, dass die Kfz-Steuerpflicht nach gesamter C02-Bilanz erfolgen soll (incl. der gesamten Lieferkette)
hat das schon jemand jemals für Verbrenner gefordert .. ???

Das ist wie mit den WEA – DIE machen Vögel tot. Wer fragt nach den Katzen und Fensterscheiben, die einen 100fachen Vögel-Blutzoll fordern?

Gregor:

Frage: Muss beim Erdöl die Lieferkette bis in den Tank eigentlich auch so detailliert aufgeschlüsselt werden? Menschenrechte und so?

Frage für einen Freund.

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