VW und Xpeng vertiefen Software-Partnerschaft

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

Die Autohersteller Volkswagen aus Deutschland und Xpeng aus China haben ihre Zusammenarbeit in Sachen Elektro-Plattform und Software besiegelt. Wie Pressemitteilungen beider Unternehmen zu entnehmen ist, wurde von beiden Seiten ein entsprechender Rahmenvertrag unterzeichnet.

„In China, für China treibt der Volkswagen Konzern die digitale Transformation seiner Modellpalette konsequent voran und schafft ein umfassendes Angebot an Technologielösungen, die den höchsten Anforderungen des chinesischen Marktes gerecht werden“, schreibt Volkswagen in seiner Pressemitteilung für den chinesischen Markt. Gemäß der unterzeichneten Vereinbarung werden demnach die in China produzierten vollelektrischen Modelle der Marke Volkswagen ab 2026 mit der CEA („China Electronic Architecture“) ausgestattet.

Dabei handele es sich um eine elektronische und elektrische Architektur, die auf Zonensteuerung und quasi-zentralem Computing basiere, einschließlich Modellen, die auf der neuen CMP-Plattform entwickelt wurden, und Modellen der MEB-Plattform, die für die zukünftige Markteinführung in China geplant sind.

Der Schritt werde die Systemkomplexität reduzieren, die Kosteneffizienz verbessern und die Digitalisierung der Modellpalette in China beschleunigen und damit die Transformation des Konzerns in das Zeitalter intelligenter und vernetzter Autos vorantreiben, führt VW weiter aus. Die neue E/E-Architektur wurde von VW, Tochter Cariad und Xpeng gemeinsam entwickelt. Cariad China soll eine Schlüsselrolle in dem Projekt spielen und die neueste Generation fortschrittlicher autonomer Fahrassistenzlösungen (ADAS) und intelligenter Cockpit-Softwarefunktionen für die neue Architektur entwickeln und integrieren.

Dritter Meilenstein der Zusammenarbeit

Xiaopeng He, Geschäftsführer von Xpeng Motors, sagte: „Die Zusammenarbeit bei der E/E-Architektur ist der dritte wichtige Meilenstein in unserer langfristigen strategischen Partnerschaft mit dem Volkswagen Konzern innerhalb eines Jahres. Dank des hohen Vertrauens zwischen Volkswagen und Xpeng Motors sowie der Zusammenarbeit der Ingenieure beider Unternehmen schreitet die Entwicklung unserer gemeinsamen Projekte zügig voran und es konnten bereits erhebliche Synergien erzielt werden. Ich freue mich sehr darauf, den Umfang unserer technischen Zusammenarbeit zu erweitern und unsere strategische Win-Win-Partnerschaft zu vertiefen.“ 

Die E/E-Architektur spiele eine entscheidende Rolle bei der Digitalisierung von Autos. Als zentrale Schaltzentrale, die alle wichtigen elektronischen Funktionen steuert, sei sie gleichzeitig die digitale Drehscheibe, die die Hardwareplattform mit dem Fahrzeugunterbau verbindet, einschließlich aller Basiskomponenten wie Antriebsstrang und Fahrwerk. Die CEA-Architektur ist die erste vom Volkswagen Konzern entwickelte lokalisierte E/E-Architektur, die den spezifischen Bedürfnissen des chinesischen Marktes in Bezug auf Technologie und Wirtschaft gerecht werden und den Volkswagen Konzern zu einem Vorreiter im Zeitalter intelligenter und vernetzter Elektroautos auf dem chinesischen Markt machen soll, heißt es ferner.

Meng Xia, Geschäftsführer von Volkswagen Pkw China, sagte: „Wir sind bestrebt, eine Produktpalette aufzubauen, die den Bedürfnissen unserer Kunden entspricht. Wir führen nicht nur Spitzentechnologie in unsere Modelle ein, sondern machen unsere Produkte auch wettbewerbsfähiger, indem wir sie lokalisieren, und durch die gemeinsame Entwicklung von Volkswagen, Cariad China und Xpeng Motors sind wir in der Lage, einen Wettbewerbsvorteil in einem hart umkämpften Markt zu erlangen und einen größeren Wert für unsere Kunden zu schaffen.”

Erstes Modell für 2026 vorgesehen

Das erste Modell, das mit der CEA-Architektur ausgestattet ist, soll 2026 erhältlich sein. „Diese Architektur bietet erhebliche Vorteile gegenüber der aktuellen E/E-Architektur: Drei hochintegrierte Zonenregler ersetzen eine große Anzahl elektronischer Steuergeräte – eine deutliche Reduzierung der Anzahl der Steuergeräte in einem Fahrzeug um 30 Prozent, was die Komplexität des Betriebssystems erheblich reduziert und gleichzeitig die Rechenleistung und Sicherheit verbessert. Dank einer effizienten zentralen Rechenplattform und leistungsstarker Rechenleistung lassen sich komplexe Funktionen wie die fortschrittliche autonome Fahrassistenz schneller und einfacher in die Architektur integrieren“, schreibt VW.

Borui Wu, Chief Technology Officer der Volkswagen Group China und Geschäftsführer von Volkswagen (China) Technology, sagte: „In einem hart umkämpften Marktumfeld ist Geschwindigkeit entscheidend für Forschung und Entwicklung. Wir werden die CEA-Architektur innerhalb der nächsten 24 Monate in Autos integrieren. Diese Architektur, die jederzeit OTA-Updates aus der Ferne ermöglicht und die neuesten digitalen Dienste bietet, einschließlich fortschrittlicher autonomer Fahrassistenzfunktionen, wird es unseren Modellen ermöglichen, die technischen Anforderungen des lokalen Marktes zu erfüllen.”

Die Verringerung der Anzahl der Steuergeräte im Auto könne die Benutzererfahrung in Bezug auf Software-Funktionsupdates und digitale Dienste erheblich verbessern. Durch die CEA-Architektur könne Volkswagen den Nutzern jederzeit nach dem Autokauf maßgeschneiderte digitale Services wie autonome Fahrfunktionserweiterungen und Verbesserungen der Batterieeffizienz zur Verfügung stellen.

Als wichtiger Akteur bei der gemeinsamen Entwicklung arbeite Cariad China eng mit chinesischen Hightech-Unternehmen wie Horizon Robotics und Thundersoft zusammen, um gemeinsam hochmoderne fortschrittliche autonome Fahrassistenzsysteme (ADAS) und intelligente Cockpit-Funktionen zu entwickeln. „Diese Technologien werden es Fahrzeugen, die mit der CEA-Architektur ausgestattet sind, ermöglichen, sich von der nächsten Generation intelligenter Elektroautos zu differenzieren„, ist man seitens VW überzeugt.

Quelle: Pressemitteilungen von VW und Xpeng vom 22. Juli 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Yoyo:

Damit dürfte das Projekt CARIAD tot sein.
Wie verkauft dann Frau Cavallo den zu erwartenden Arbeitsplatzabbau der Belegschaft?

Thomas:

Die Zentrale Steuerung eines EV war von Anfang an das Konzept von TESLA. Damit war es auch für jedes Fahrzeug von Anbeginn möglich, OTA SW-updates zu beziehen und somit die Fahrzeuge im Nachhinein über die gesamte Lebenszeit mit den neuesten Featueres auszustatten.

Somit generell ein alter Hut. Für VW freilich ein Riesenschritt in die richtige Richtung um die Komplexität der einzelnen Steuergeräte im Zusammenspiel im Fahrzeug zu reduzieren.

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