Volvo ES90: 800 Volt, drei Antriebe und bis zu 700 km

Cover Image for Volvo ES90: 800 Volt, drei Antriebe und bis zu 700 km
Copyright ©

Volvo

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 5 min

Volvo erweitert sein Angebot an Elektroautos um den ES90, ein Modell, das Eigenschaften verschiedener Fahrzeugkategorien vereint. Die Mischung aus Limousine, Fastback und SUV soll Komfort, Vielseitigkeit und ausreichend Platz bieten. Ziel ist es, beruflichen und privaten Alltag gleichermaßen abzudecken, ohne Kompromisse bei Design oder Funktionalität einzugehen, wie aus einer aktuellen Mitteilung des Herstellers hervorgeht.

Technologisch setzt Volvo auf eine neue Computerarchitektur, die eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur vorherigen Generation ermöglicht. Das ES90-Modell ist das erste der Marke mit einer 800-Volt-Technologie, was zu einer höheren Reichweite und schnelleren Ladezeiten führt. Sicherheit bleibt ein zentraler Bestandteil der Entwicklung bei Volvo. Das Modell erweitert die bestehende vollelektrische Produktpalette, die bereits die Modelle EX90, EM90, EX40, EC40 und EX30 umfasst. Damit bleibt Volvo auf dem Kurs zur vollständigen Elektrifizierung seines Portfolios.

In ausgewählten europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Schweden, kann der ES90 bereits bestellt werden. Weitere Märkte folgen im Laufe des Jahres und 2026.

Volvo

Volvo-CEO Jim Rowan hebt hervor, dass der ES90 die neuesten Technologien mit skandinavischem Design und hohem Komfort verbinde. Das Modell ergänzt den EX90 und positioniert sich als eine der Flaggschiff-Baureihen. Gleichzeitig unterstreicht Volvo mit dem ES90 seinen Anspruch, softwaredefinierte Fahrzeuge mit leistungsstarker Rechenkapazität anzubieten.

Volvo ES90: Elektro-Limousine mit auffälligem Design

Auffällig ist das Design des Modells mit einer erhöhten Bodenfreiheit für bessere Übersicht im Straßenverkehr. Die Dachlinie ist aerodynamisch optimiert, um eine ausgewogene Kombination aus Eleganz und Effizienz zu schaffen. Vorne bleibt Volvo mit dem „Thor’s Hammer“-Scheinwerferdesign seiner Formensprache treu, während das Heck mit neuen C-förmigen LED-Rückleuchten ergänzt wird. Zudem sind sieben Außenfarben und vier Felgenvarianten von 20 bis 22 Zoll wählbar.

Die geräumige Heckklappe soll das Verstauen von Gepäck oder Sportausrüstung erleichtern. Das Kofferraumvolumen beträgt 424 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen erweitert sich der Stauraum auf 733 Liter. Zudem befindet sich unter der vorderen Haube ein 22-Liter-Fach, das sich ideal für Ladekabel eignet.

Im Innenraum setzt Volvo auf hochwertige Materialien und eine funktionale Gestaltung. Dank eines Radstands von 3,1 Metern biete das Modell großzügige Beinfreiheit, insbesondere für Passagiere auf den hinteren Sitzen. Sechs verschiedene Lichtstimmungen und unterschiedliche Sitzbezüge ermöglichen eine individuelle Gestaltung des Innenraums. Ein Panorama-Glasdach mit UV-Schutz kann optional mit elektrochromer Steuerung ausgestattet werden, um die Lichtdurchlässigkeit anzupassen.

Volvo

Für ein angenehmes Raumklima sorgt eine Vier-Zonen-Klimaanlage mit Luftreinigungssystem. Laut Hersteller kann das System 95 Prozent der PM2.5-Partikel sowie nahezu alle Pollenallergene filtern. Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Geräuschreduzierung getroffen, um eine möglichst ruhige Fahrumgebung zu schaffen. Ein hochwertiges Soundsystem ist ebenfalls verfügbar. Die Spitzenvariante von Bowers & Wilkins umfasst 25 Lautsprecher, darunter in Kopfstützen und Fahrzeughimmel integrierte Einheiten. Dolby Atmos-Technologie sorgt für ein räumliches Klangerlebnis. Eine spezielle Einstellung simuliert die Akustik der Abbey Road Studios in London.

Das Infotainmentsystem nutzt eine Google-Integration mit Karten, Sprachsteuerung und Apps. Es basiert auf der Snapdragon-Cockpit-Plattform von Qualcomm und bietet 5G-Konnektivität. Die Bedienung erfolgt über ein 9-Zoll-Fahrerdisplay sowie ein 14,5-Zoll-Zentraldisplay. Für engere Parklücken steht eine 3D-Ansicht mit 360-Grad-Kamera zur Verfügung.

Blick auf die Hard- und Software des Volvo ES90

Der ES90 basiert auf der SPA2-Architektur und teilt sich die technische Basis mit dem EX90. Die Hardware- und Softwaremodule ermöglichen kontinuierliche Verbesserungen über Updates. Das System nutzt zwei NVIDIA-Orin-Chips, wodurch das Modell hinsichtlich Rechenleistung die bisher höchste Kapazität bei Volvo erreicht. Diese Technologie soll insbesondere Sicherheitsfunktionen und die Gesamtperformance optimieren.

Die 800-Volt-Technologie ermöglicht schnellere Ladevorgänge und eine höhere Effizienz. An Schnellladestationen mit 350 kW kann das Modell innerhalb von zehn Minuten bis zu 300 Kilometer Reichweite nachladen. Die maximale Reichweite liegt laut WLTP-Testzyklus bei bis zu 700 Kilometern. Die aerodynamische Form trägt zur Energieeffizienz bei. Der Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) beträgt 0,25 und ist damit der niedrigste eines Volvo-Modells. Ein niedrigerer Wert bedeutet geringeren Energieverbrauch und eine größere Reichweite.

Volvo

Zum Marktstart wird der exakt fünf Meter lange ES90 mit drei Antriebsvarianten angeboten. Die Basisversion mit Heckantrieb kostet 71.990 Euro und verfügt über einen 245 kW (333 PS) starken Elektromotor. Die 92-kWh-Batterie ermöglicht durch einen Normverbrauch von 16,1 kWh pro 100 Kilometer eine WLTP-Reichweite von 700 Kilometern. In Europa dürften vor allem die Allradversionen (ab 83.990 Euro) gefragt sein, die mit 330 kW (449 PS) oder in der Performance-Variante mit 500 kW (680 PS) und bis zu 870 Nm Drehmoment angeboten werden. Diese Modelle beschleunigen in vier Sekunden auf 100 km/h, sind jedoch auf 180 km/h Höchstgeschwindigkeit begrenzt.

Die Allradversionen nutzen eine größere 106-kWh-Batterie, erreichen ebenfalls 700 Kilometer Reichweite und laden dank 800-Volt-Technologie mit bis zu 350 kW. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert 20 Minuten. Zudem unterstützt der ES90 bidirektionales Laden und bietet in einigen Märkten eine Plug-and-Charge-Funktion.

Volvo integriert im ES90 ein umfassendes Sicherheitspaket. Das Modell wurde nach eigenen Standards entwickelt, die über gesetzliche Vorschriften hinausgehen. Die Karosseriestruktur basiert auf einer stabilen Sicherheitszelle mit optimierten Deformationszonen. Eine Vielzahl an Sensoren unterstützt die Fahrassistenzsysteme: fünf Radarsensoren, sieben Kameras, zwölf Ultraschallsensoren sowie ein Lidar von Luminar Technologies. Dieses System erfasst Objekte jenseits der menschlichen Sicht und hilft, Kollisionen zu vermeiden.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung per Mail

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Sebastian Henßler  —  

Michael Jost kritisiert Technologieoffenheit als Ausrede: Wer alle Wege offenhält, geht keinen konsequent – nur das Elektroauto führt zur Klimaneutralität.

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.

Cover Image for Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mit vielen Neuerungen, einem stärkeren Auto und einem internationaleren Terminkalender geht der ADAC Opel GSE Rally Cup in der Saison 2026 an den Start.