Nio und Lotus kooperieren künftig bei Akku-Wechselstationen

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Daniel Krenzer
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Die chinesischen Autobauer Nio sowie die Geely-Marke Wuhan Lotus Technology haben bekanntgegeben, dass sie künftig beim Laden und Tauschen von Fahrzeugakkus strategisch zusammenarbeiten werden. Abgeschlossen wurde eine entsprechende Vereinbarung einer Pressemitteilung zufolge bei der Messe Auto China in Peking.

Gemäß der Vereinbarung werden die beiden Unternehmen eine umfassende und tiefgreifende strategische Zusammenarbeit in Bereichen durchführen, die mit dem Laden und Tauschen von Batterien zusammenhängen, heißt es in der Mitteilung. Schon im November war bekanntgeworden, dass Geely und Nio in diesem Bereich kooperieren wollen.

Im Fall von Lotus inkludiere dies Batteriestandards, Lade- und Tauschtechnologien, Verwaltung und Betrieb von Batterieanlagen, Aufbau und Betrieb von Servicenetzen, Fahrzeugforschung und -anpassung sowie Konnektivität, um ein einheitliches Standardsystem für Akkus aufzubauen, gemeinsame Entwicklung von an das Batterietauschsystem angepassten Personenkraftwagen, Erleichterung der Konnektivität von Akkutauschnetzen und -betreibern mit einem einheitlichen Betriebs- und Managementsystem für den Batterietausch, Einrichtung eines effizienten Systems für die Verwaltung von Batteriebeständen, Vorantreiben der Interkonnektivität verschiedener Ladeplattformen und Einrichtung eines einheitlichen Systems für Hochleistungsladetechnologie und eines zuverlässigen und gemeinsamen Hochleistungsladenetzes, zählt Nio in der Pressemitteilung gewissenhaft ausführlich auf.

William Li, Gründer und Geschäftsführer von Nio, sagte: „Zusammenarbeit ist immer die beste Option. Nio war schon immer offen für eine Zusammenarbeit im Bereich der Lade- und Tauschtechnologien sowie der Bereitstellung von Infrastrukturnetzen. Wir möchten mit Lotus zusammenarbeiten, um die Entwicklung des Marktes für intelligente Premium-Elektroautos voranzutreiben, gemeinsame Anstrengungen bei der technologischen Innovation und der Vereinheitlichung von Standards für das Laden und Tauschen zu unternehmen und ein größeres, standardisiertes und einheitliches Energieinfrastrukturnetzwerk zu schaffen, um den Nutzern effiziente und freundliche Ladedienstleistungen zu bieten.“

Schon 2400 Nio-Stationen in China

Qingfeng Feng, Geschäftsführer der Lotus-Gruppe, sagte: „Als wichtige Richtung, die von der staatlichen Politik unterstützt und gefördert wird, schützen die Innovationen des Batterietauschs und der ‚Fahrzeug-Batterie‘-Trennung nicht nur die Gesundheit und Sicherheit der Batterien, sondern ermöglichen es den Nutzern auch, kontinuierlich von den Fortschritten der Batterietechnologie zu profitieren. Durch unsere Zusammenarbeit mit Nio und die gemeinsame Nutzung der Lade- und Tauschressourcen können unsere Nutzer die Erfolgsgeschichte von Lotus erleben und gleichzeitig die Dienstleistungen des Lade- und Tauschnetzes von Nio in ganz China nutzen.“

Lotus-Emeya-Preis-Leistung-Reichweite
Lotus

Als globale Marke für intelligente Elektroautos habe sich Nio verpflichtet, leistungsstarke, intelligente E-Autos mit dem ultimativen Nutzererlebnis zu liefern. „Mit einem umfassenden Ladeinfrastrukturnetzwerk ist Nio die Automarke mit der größten Anzahl von Lade- und Austauschinstallationen in China und bildet ein auf Nios Cloud-Technologien basierendes ,Chargeable, Swappable and Upgradable‘-Energieservicesystem“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Derzeit hat Nio mehr als 2400 Power-Swap-Stationen in ganz China installiert, von denen 790 Stationen entlang von Schnellstraßen liegen und die 13 Hauptschnellstraßen und elf Stadtcluster zu einem Expressway-Power-Swap-Netzwerk verbinden, was ein einfacheres Aufladen als Tanken ermöglichen soll. Nio habe zudem knapp 3776 Ladestationen mit 21.995 Ladepunkten eingerichtet. „Im Geiste der Offenheit stehen die Nio-Ladestationen den Nutzern aller NEV-Marken (New Energy Vehicle) zur Verfügung, wobei über 80 Prozent des Stroms für Nicht-NIO-EVs bereitgestellt wird“, schreibt der chinesische Autobauer.

Lotus lädt mit 800-Volt-Technologie

Als die erste der drei weltweit führenden Supersportwagen-Marken, die sich ganz dem elektrischen und intelligenten Fahren verschrieben hat, sei Lotus schon immer bestrebt gewesen, durch den Einsatz moderner Technologien eine Vorreiterrolle im Bereich der batteriebetriebenen Luxusfahrzeuge zu übernehmen. Lotus biete nicht nur ultimative Luxus-Elektroautos an, sondern erforsche auch aktiv innovative Aufladelösungen, die auf die verschiedenen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten seien, und biete den Nutzern mit seiner 800-Volt-Electric-Premium-Architektur (EPA) ein superschnelles Ladeerlebnis. „Bis heute sind insgesamt 72 Lotus-Flash-Charger-Stationen in Betrieb genommen worden“, heißt es in der Mitteilung.

Auch in Deutschland betreibt Nio inzwischen einige Akkutauschstationen. Für Deutschland sind aktuell 14 Standorte vorgesehen. An den Wechselstationen kann der fast leere Fahrzeugakku innerhalb von wenigen Minuten automatisiert durch einen neuen und zu etwa 90 Prozent gefüllten Akku ersetzt werden. Und auch Lotus ist mit dem Lotus Eletre inzwischen mit einem Elektroauto auf dem deutschen Markt vertreten.

Quelle: Nio – Pressemitteilung vom 25. April 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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