Schnäppchen? Gebrauchte E-Autos in 2023

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Renault

Patrick Solberg
Patrick Solberg
  —  Lesedauer 4 min

Lange Zeit war der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos überschaubar. Doch mit größerem Modellangebot kommt so langsam auch der Markt der Gebrauchtfahrzeuge in Schwung. Da viele Elektroautos nach wie vor Wartezeiten haben und die Rabatte überschaubar sind, lohnt sich ein Blick in die Gebrauchtwagenbörsen.

Wer ein Elektroauto sucht, der schaut unweigerlich auch bei Tesla vorbei. Das Model 3 ist aktuell das erfolgreichste Neufahrzeug auf dem europäischen Markt; kein Wunder, dass auch immer mehr Privatpersonen und Autohändler die Elektrolimousinen gebraucht anbieten. Das Preisspektrum für ein gebrauchtes Tesla Model 3 in der Variante mit 239 kW / 325 PS und Hinterradantrieb startet bei rund 25.000 Euro. Entsprechende Modelle stammen aus den Jahren 2019 / 2020 und haben Laufleistungen zwischen 60.000 und 120.000 Kilometer auf dem Digitaldisplay. Allradversionen mit dem großen Akkupaket und 361 kW / 492 PS starten mit mindestens 100.000 Kilometern und besserer Serienausstattung bei mindestens 29.000 Euro. Zu Preisen unter 30.000 Euro starten auch bereits ältere Model-S-Versionen aus den Jahren 2015 / 2016 mit Allradantrieb und dem 85-kWh-Akkupaket.

Nissan Leaf und VW e-Golf auf Gebrauchtwagenmarkt günstig zu haben

Deutlich günstiger ist man mit dem Nissan Leaf unterwegs. Der Leaf war ehemals das beliebteste Elektroauto der Welt, ehe es von der internationalen Konkurrenz nahezu lautlos surrend überholt wurde. Nach der Neuvorstellung des Nissan Ariya spielt der kompakte Leaf aktuell keine Rolle bei den Neufahrzeugen der Japaner mehr. Wer ein wirklich günstiges Elektroauto sucht, dem sei ein Abstecher in die Niederungen der Gebrauchtwagenbörsen empfohlen.

Ein rund zehn Jahre alter Nissan Leaf der ersten Generation kostet als 80 kW / 109 PS starker Fronttriebler kaum mehr als 7.000 Euro. Vorteil: Die Laufleistungen liegen bei vielen Modellen deutlich unter 100.000 Kilometer. Pflegezustand und Wartungshistorie lassen dabei nur wenige Wünsche offen. Große Reichweitensprünge sind mit den Batterien (24 / 30 kWh) jedoch trotz des günstigen Verbrauchs kaum zu machen. Aber als sparsames Citymodell mit Elektroantrieb ist der Nissan Leaf allemal eine solide Wahl. Aufpassen heißt es jedoch beim Akkupaket, denn das ist so klein, dass das Alter die überschaubaren Kilometer bis zum nächsten Ladestopp nochmals reduziert.

Fast identisch sieht es beim VW e-Golf aus. Technisch basiert das Elektromodell mit seinen 85 kW / 115 PS auf dem exzellenten Golf VII, was für eine gute Qualität und ein entsprechendes Komfortniveau spricht. Die Serienausstattung der elektrischen Golf-Modelle ist top und die starken Seiten des Wolfsburgers spielt auch die Version mit Stecker aus. Ein Modell aus den Jahren 2014 / 2015 kostet mit 50.000 bis 75.000 Kilometern zwischen 10.000 und 13.000 Euro. Die stärkeren Modelle mit 100 kW / 136 PS aus dem Jahre 2019 / 2020 starten bei rund 16.000 Euro. Ein echter Kauftipp auch für diejenigen, denen der elektrische Up zu klein ist und denen der ID3 optisch nicht gefallen mag.

BMW i3: Pionier im Gebrauchtwagenmarkt?

Wenn es neben dem Nissan Leaf einen Elektropionier auf dem europäischen Markt gibt, dann ist es der BMW i3. So polarisierend war seinerzeit kein anderes Elektroauto und kaum eines bot derart viel innovative Technik. Das Preisspektrum für einen zehn Jahre alten BMW i3 mit mittlerer Ausstattung beginnt bei rund 13.000 Euro. Navigationssystem, LED-Scheinwerfer und weitere Komfortausstattungen wie beheizte Ledersitze sollten gesetzt sein. Das kleine Akkupaket und eine Reichweite von kaum mehr als 150 Kilometern mildern den Fahrspaß, den der 125 kW / 170 PS starke Hecktriebler ansonsten bereitet. Wenig Nachfrage gibt es für die Modelle mit Range-Extender, deren Motorradverbrennungsmotor einen jedoch weitaus flexibler im Hinblick auf Reichweite macht.

Überraschend teuer präsentiert sich der Opel Ampera-e auf dem Gebrauchtwagenmarkt. So kostet selbst ein Modell aus dem Jahre 2016 und rund 30.000 gefahrenen Kilometern knapp 25.000 Euro. Dafür gibt es 150 kW / 204 PS und eine Topausstattung, die nur wenige Wünsche offenlässt. Wenn es deutlich günstiger sein soll, bleibt noch die französische Allzweckwaffe Renault Zoe, neben dem BMW i3 der europäische Elektro-Pionier. Sein Preisspektrum beginnt für die Versionen mit 43 kW / 58 PS oder 65 kW / 88 PS bei knapp 6.000 Euro ab dem Jahre 2016.

Problematisch ist weniger die überschaubare Reichweite der ersten Modelljahre, sondern dass neben dem Kaufpreis eine monatliche Mietgebühr für das Batteriepaket anfällt. Da diese Miete von rund 100 Euro pro Monat bei einer jährlichen Laufleistung von 17.500 Kilometern einige Interessenten abhält, lässt sich mitunter das ein oder andere Schnäppchen machen.

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panib:

Das finde ich jetzt völlig überflüssig.
Solltest ausgerechnet Du, anders als offenbar 99 % von uns, den Unterschied zwischen „scheinbar“ und
„anscheinend“ kennen und „scheinbar“. richtig anwenden, ziehe ich meinen Kommentar zurück. Dieses ewig falsch benutzte „scheinbar“ tut MIR richtig weh.

Armin Vogt:

Der Opel Ampera-e ist hat nur Einschränkungen bei der Schnelladung. Real nimmt er selten mehr als 30-40 kW DC. Der AC Lader ist leider nur einphasig. Aber wenn das nicht entscheidend ist, ist es ein tolles Auto mit sommers über 500 km und winters noch immer 350 km Reichweite aus 60kWh Akku. Meine Frau liebt es, ein toller Nachfolger unseres zuvor geliebten Meriva A OPC. Sprintet ähnlich – und auf die 220km/h Spitze verzichten wir umwelttechnisch gerne…. Kein Wunder, dass er seinen Preis noch immer wert ist.

Birger:

Genau einen 4 Jahre alten BMW i3, warum den kein 10 Jahre altes E Auto mit den ersten Akkus?

Michael Neißendorfer:

Nimmt der ehemalige Zeitungsredakteur zur Kenntnis, verzichtet aber trotzdem gerne auf das „in“.

Spiritogre:

Eben weil sich dieses „in“ verbreitet hat, weil inkompetente Übersetzer mit ihrem Schulenglisch am Werk waren und dann „alle“ mit einmal anfingen das genauso zu machen und damit nur zeigten, dass sie alle keine guten Deutschkenntnisse haben, weil sie eben nur was dazuverdienen und im Netz ein wenig tippen dürfen ärgert mich gerade dieses Beispiel so.

Spiritogre:

Sehe ich als Zeitungsredakteur anders.

Spock:

Wen interessiert das hier?

Wolfbrecht Gösebert:

„Deshalb kommt für mich nur Batteriemiete oder Leasing in Frage.“

Niemand hindert Dich hier daran, deshalb stetig einen Mehrpreis dafür auszugeben :)

Wolfbrecht Gösebert:

Sprache verändert sich ständig.

Ja.
In den letzten Jahren aber zu einem größeren Teil deswegen, weil immer mehr englischsprachige Quellen benutzt werden – und diese dann häufig mittels »ausgelagerter Intelligenz« (in aller Schnelle) übersetzt werden (also eben nicht durch eigene Sprachkompetenz!).

Auch ausgebildete Redakteure haben nichts dagegen, zu dieser Etablierung beizutragen.

… was ganz pauschal wohl so nicht gilt – wie man an meiner Zustimmung zum ursprünglichen Einwand von Spiritogre sehen könnte …

Ansonsten: In der Überschrift hätte ich das »in 2023« eh nicht verwendet, da es noch lange nicht abgelaufen ist, stattdessen z.B. „Aktueller Gebrauchtmarkt E-Autos: Schnäppchen?“ oder so … :)

Michael Neißendorfer:

Sprache verändert sich ständig. Und selbst der bereits zitierte Duden sagt: „Da in 2017 die Jahreszahl ebenfalls eindeutig charakterisiert und zudem deutlich kürzer ist als im Jahr(e), ist es auf dem besten Weg, sich auch im Deutschen zu etablieren.“ Auch ausgebildete Redakteure haben nichts dagegen, zu dieser Etablierung beizutragen. Schöne Grüße, Michael

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