VW und SEAT offenbaren Elektrifizierungs-Pläne für Spanien

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Der VW Konzern hat am heutigen Mittwoch, gemeinsam mit seiner spanischen Marke Seat, das Ziel ausgelobt Spanien zu einer europäischen E-Fahrzeug-Drehscheibe aufzubauen. Hierfür investiere man in eine Batteriezellproduktion und ein ganzheitliches, nachhaltiges E-Ökosystem. Die Unternehmen wollen sich für das PERTE-Programm für Elektrofahrzeuge bewerben, welches die spanische Regierung angekündigt hat und die Ausschreibung am 1. April 2022 öffnet. Hierdurch sollen Investments in die E-Mobilität in Höhe von sieben Milliarden Euro getätigt werden.

Der VW Konzern führt aus, dass mit dem Programm ‚Future Fast Forward‘ zusammen mit externen Lieferanten eine Gesamtinvestition von mehr als sieben Milliarden Euro entlang der gesamten Wertschöpfungskette der E-Mobilität geplant sei. Darüber hinaus kündigte der Konzern an, dass Valencia als Standort für eine neue Batteriezellenfabrik in Spanien vorgesehen ist. Alle Pläne stehen noch unter dem Vorbehalt endgültiger Genehmigungen, insbesondere dem Ergebnis der PERTE-Bewerbung.

„Dieses Projekt ist von großer Bedeutung – für Volkswagen, für Spanien und für ganz Europa. Wir haben das Ziel, Spanien zu elektrifizieren und sind bereit, gemeinsam mit externen Lieferanten mehr als sieben Milliarden Euro in die Elektrifizierung unserer Werke Martorell und Pamplona und in die Lokalisierung der Batterie-Wertschöpfungskette in Valencia zu investieren.“ – Thomas Schmall, Vorstand Technik der Volkswagen AG und Vorsitzender des Aufsichtsrats der SEAT S.A.

Von Seiten Seat äußerte sich deren Vorstandsvorsitzender Wayne Griffith wie folgt: „Future: Fast Forward‘ hat das Potenzial, die spanische Automobilindustrie zu transformieren und die Elektromobilität in ganz Europa zu demokratisieren. Die mehr als sieben Milliarden Euro, die der Volkswagen Konzern und SEAT S.A. für das Future: Fast Forward Programm mobilisieren würde, wären die größte Industrie-Investition in der spanischen Geschichte.“

Mit der Gigafactory Valencia würde man nach Salzgitter den zweiten Zellfabrik-Standort von Volkswagen benennen und somit auch den ersten außerhalb von Deutschland. „Eine standardisierte Fabrik, die die wegweisende Einheitszelle von Volkswagen produziert und mit erneuerbarer Energie versorgt wird“ und somit eine nachhaltige Batterieproduktion ermöglicht. Diese würde zudem einen „starken Anziehungseffekt für die gesamte Batterie-Wertschöpfung in Spanien und darüber hinaus erzeugen“, so Schmall.

Für Valencia habe man sich nach einem anspruchsvollen Auswahlprozess entschieden, welcher auf mehr als 100 Kriterien wie qualifizierten Arbeitskräften, öffentlicher Förderung, guten logistischen Verbindungen und grüner Energie basierte. Dabei füge sich Valencia in den Plan von VW ein, welche eine Produktionskapazität von 40 Gigawattstunden im Jahr anstrebe. Hierzu plane man in Valencia mehr als 3000 Mitarbeiter zu beschäftigen. Der Zeitplan ist eng: Um die Serienproduktion 2026 starten zu können, sollte der Bau der Anlage bis Ende des Jahres beginnen. Der erste Meilenstein dafür muss das positive Ergebnis der PERTE-Einreichung und der abgeschlossenen Genehmigungen sein.

„Eine ganze Branche zu transformieren, ist eine sehr große Herausforderung. Um in der neuen E-Mobilitäts-Welt wettbewerbsfähig zu sein, müssen wir die Produktivität unserer Automobilproduktion in Spanien jetzt steigern. Und wir müssen zahlreiche Mitarbeiter für neue Aufgaben, einschließlich Batterieentwicklung und -fertigung, qualifizieren. Das erfordert viel Flexibilität von allen und möglicherweise Jobwechsel“, so Thomas Schmall über die Herausforderungen, welche den VW Konzern erwarten.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Tobi:

+1 :-)

steinpilz:

Klingt gut. Für Spanien.

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