VW ID.4: Erste Fotos, Fakten und Ausblick auf den MEB-Stromer

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Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 5 min

Viel wurde bisher geschrieben über den ID.4, welcher als zweiter MEB-Stromer von Volkswagen selbst auf den VW ID.3 folgen soll. Bisher gab es kaum Informationen und wenn dann nur eher stark auf Design und Concept Car-Status-Basis. edison hatte nun die Möglichkeit den Elektro-SUV von VW vor seiner eigentlichen Weltpremiere Ende des Monats genauer zu betrachten und Probe zu fahren. Mit im Gepäck erste Fotos der VW ID.4, sowie technische Daten und Fakten, welche wir dir auch nicht vorenthalten möchten.

VW ID.4 – Vom Concept Car zum Weltauto

Noch im März diesen Jahres gab Volkswagen vollmundig zu verstehen, dass der ID.4 noch dieses Jahr auf die Straße kommen soll. Dabei wird dieser das zweite Modell auf der Basis des neuen Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB). Im Juli 2020 dann die Info, dass die Produktion in China noch dieses Jahr starten wird. Im deutschen Volkswagen-Werk Zwickau ist der Produktionsstart bereits erfolgt. Zwischendurch gab VW einen Ausblick auf das Exterieurdesign des MEB-Stromers frei. Dank edison können wir nun noch mehr vom ID.4 sehen.

Festhalten lässt sich, dass das zweite Elektroauto von VW auf der MEB-Plattform noch dieses Jahr zum Kunden kommen soll – noch vor dem Skoda Enyaq iV, der erst Anfang 2021 ausgeliefert wird. Der Elektro SUV fällt im Vergleich zum ID.3 auf den ersten Blick größer und eingängiger aus. Ebenfalls präsentiere sich der Innenraum wertiger und schicker als beim kleinen MEB-Stromer, wie edison zu verstehen gibt.

Mit dem ID.4 dürfte VW einen Nerv treffen. Denn noch immer sind SUV weltweit deutlich größer nachgefragt, als entsprechende Kompaktwagen wie der ID.3. Grund genug für VW-CEO Ralf Brandstätter die Aussage zu treffen: „Der VW ID.4 ist ein Weltauto, er wird nicht nur auch in den USA und in China auf den Markt kommen, sondern dort auch jeweils lokal gefertigt.“ Offiziell wird der E-SUV am 23. September vorgestellt. Erste Fakten, Fotos und technische Details folgen nun.

edison gibt Einblicke auf Fahrt des VW ID.4

Bei einer ersten Fahrt auf dem VW Testgelände habe man den heckgetriebene ID.4 mit dem großen Akkupaket mit einer Speicherkapazität von brutto 82 Kilowattstunden – 77 kWh davon sind im Fahrbetrieb tatsächlich nutzbar – über die Strecke gejagt. Hinsichtlich der Leistung war die Topmotorisierung mit 150 Kilowatt (204 PS) vorzufinden; vergleichbar mit dem ŠKODA ENYAQ iV 80. Bei der Markteinführung werde man sich zunächst auf die kleinen ID.4 beschränken – klein in diesem Fall auf die Akkus mit 52 kWh Kapazität bezogen. Je nach verbauten Akku sollen Reichweiten von 360 bis 520 km nach WLTP-Norm abbilden lassen. Im direkten Vergleich zu ŠKODA bekommt man somit trotz gleicher Akkugröße geringfügig mehr Reichweite.

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Geladen werden kann am DC-Schnelllader mit maximal 125 Kilowatt, wodurch der ID.4 in rund einer halben Stunde für 320 Kilometer Kraft tanken kann. „Kombinierbar sind die Akkupakete mit einem Heck- und einem Allradantrieb und Elektromotoren, die eine Leistung von 109, 125, 129 oder 150 kW auf die Räder bringen“, so edison weiter. Ab 2021 soll zudem das allradgetriebene Topmodell als ID.4 GTX nachgelegt – 225 kW (306 PS) stark und bis zu 180 km/h schnell. Ebenfalls vergleichbar mit dem ENYAQ iV 80x von ŠKODA. Wobei letztgenannter auf ein wenig Leistung verzichten muss gegenüber dem ID.4.

„Mit seiner leicht erhöhten Bodenfreiheit und den 21-Zöllern im 255er-Format schlägt sich der E-SUV flüsterleise und sehr solide. Feldwege, lockerer Sand und Wiesen – alles kein Problem. Dabei fällt die sehr leichtgängige Lenkung, das hohe Drehmoment ab Start, das geringe Geräuschniveau dank Doppelglas und der kleine Wendekreis auf.“ – Stefan Grundhoff

Thomas Ulbrich, VW-Vorstand für den Bereich Elektro, gab gegenüber dem Portal zu verstehen: „Den bekommen wir nur mit einer reinen Elektroplattform hin, der Wendekreis liegt bei 10, 20 Metern.“ Ein Punkt, welcher auch für den Einsatz in der Stadt spricht, da sich der Stromer dort ebenfalls entsprechend wendig präsentieren kann. Von Haus aus bringt das Elektroauto von VW ein Gewicht von rund 1,8 Tonnen mit sich, wobei sein maximales Drehmoment je nach Motorvariante zwischen 220 und 310 Nm liegt. Verschiedene Fahrmodi seien ebenfalls anwählbar.

„Ähnlich souverän sieht es bei hohen Fahrgeschwindigkeiten aus. Auf den Rundkurs zieht der ID.4 flotter als erwartet an bis über 140 km/h – mit etwas Luft zur abgeregelten Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h. Von 0 auf Tempo 100 geht es in 8,5 Sekunden.“ – Stefan Grundhoff

Über den Innenraum verliert Grundhoff ebenfalls ein paar Worte. So seien „die Instrumente hinter dem Steuer wie beim ID.3 einen Tick zu klein geraten, was das große Head-Up-Display nur zum Teil ausgleichen kann.“ Aus seiner Sicht besser ist der 12 Zoll große Bildschirm in der Cockpitmitte. Über dieses lassen sich die verschiedenen Funktionen ebenso steuern wie per Sprachbefehl oder Tasten am Lenkrad.

Update: Einen Einblick auf das Interieur des VW ID.4 erhältst du in diesem Artikel „VW-Leiter Design über ID.4: “Draußen Freiheit, innen Freiraum”.

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In den Verkauf startet der ID.4 noch dieses Jahr mit den Startversionen ID.4 First und ID.4 First Max – zu Preisen von 49.000 und 59.000 Euro. Anfang kommenden Jahres folgt mit der Pure-Edition und einem Einstandspreis von rund 37.000 Euro die „Standardversion“ des Elektro-SUV. Der Vergleich zu Tesla und somit dem Model Y darf auch nicht fehlen: „Wir haben sechs Zentimeter mehr Innenraum als das Tesla Model Y, obwohl wir rund 19 Zentimeter kürzer sind“, gibt VW-Chef Brandstätter zu verstehen.

Quelle: edison – Mit dem ID.4 nimmt VW Teslas Model Y aufs Korn

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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AktivRentner:

Fahre seit über 4 Jahre Model S. Das Auto ist einfach super zu fahren. Bei durchn. 22 kW – hügelige Umgebung- man könnte bei sparsamer Fahrweise auch locker mit 19kW auskommen – sind die Stromkosten ab
solut unwichtig, natürlich nur Ökostrom. Verglichen mit meiner vorherigen E-Klasse ist das wirklich „fahren wie im Wohnzimmer Sessel „- und das ohne die Luft zu verpesten.Laden ist bei Tesla klar definiert, daß die deutschen Anbieter keine einheitliche Regelung, Ladeleistung und kein flächendeckendes Ladenetz zustand bringen dürfte zum einen an mangelnder politischer Führung und zum zweiten an der Geldgier der Verantwortlichen und Industriellen liegen. Ein weiteres Hindernis stellt die vermeintliche Bequemlichkeit und mangelnde Flexibilität vieler deutscher Autobesitzer dar, dabei ist es viel bequemer zuhause das Ladekabel einzustecken als sich an stinkenden Tankstellen die Hände zu beschmutzen, Schlange zu stehen oder gar noch extra zum tanken zur Tankstelle zu fahren. Letztendlich bleibt jedoch als wichtigstes die absolut unnötige Verschmutzung unserer Atemluft durch Verbrennerantriebe so schnell als möglich einzudämmen und als Endziel zu vermeiden.
Mit heutiger Technik könnte zumindest der Pkw Verkehr – Motorrad sowieso klimaneutral gestaltet werden. Die dazu erforderlichen Einschränkungen – überwiegend im Freizeitbereich – sind der Blutzoll für unseren übermäßigen Wohlstand.
Man sollte sich mal vor Augen halten, was die enorme Wohlstanssteigerung seit der Industrieallisierung in den letzten 2 Jahrhunderten an der Natur zerstört hat. Unsere Kinder, Enkelkinder und nachkommende Generationen haben nur sehr geringe Chancen ein ähnlich unbeschwertes Leben zu führen wie wir es heute kennen.
Deshalb Leute, kauft euch keinen Verbrenner mehr, lieber noch 2-3 Jahre warten, wenns grad nicht möglich ist. Und an die Adresse der SUV-Rentner, ihr braucht keinen Diesl mit 1000 km Reichweite und auch keinen Hybrid. Wenn dann kauft euch eine reines E- Auto, wir haben genügend Strom und ihr genügend Zeit zum aufladen.

Kythom:

Dann kommt noch dazu das kaum jemand einen so großen Akku an seiner Solaranlage hat , der Ausreichend ist um das E-Auto voll zu laden ! Die 11 Cent pro kWh erhält man ja als Pauschale (habe mal mit 100 € pro Monat angefangen, jetzt 70 € ) vom Stromanbieter.
Wenn man jetzt regelmäßig sein E-Auto damit lädt fehlt die Menge am Jahresende und ich muss die zuviel erhaltene Pauschale zurück zahlen !
Daran sollte man auch denken !

F.Repp:

Die 0,11 € pro kWh kann man nicht zur Berechnung nehmen, man lädt ja nicht den ganzen Tag zu Hause an der eigenen Photovoltaik-Anlage den billigen Strom und fährt dann nur nachts. Die Rechnung passt vielleicht beim Zweitwagen, der tagsüber oft zu Hause steht und lädt. Der normale Pendler fährt zur Arbeit, dann steht auch das e-Auto auf dem Parkplatz und kann nicht oder nur teuer geladen werden. Wenn abends dann keine Sonne scheint und der Akku nicht voll ist, lädt das Auto auch zu Hause Strom für 0,30 € oder noch mehr. Lädt man auf längeren Fahrten an öffentlichen Ladesäulen, wird es noch teurer. Letztlich ist das e-Auto dann immer noch günstig, weniger anfällig und umweltfreundlicher, aber die Ersparnis ist leider nicht ganz so hoch.

panibodo:

Thomas, ich weiß nicht, ob man bei 10 cm mehr Blech in der Höhe von ‚Ressourcenvernichtung‘ sprechen kann. Bei der moderaten Länge der mit Abstand meisten SUV auf unseren Straßen ist auch die Länge kein Argument gegen ein SUV. Und das sind eben genau die Autos, die ‚wir‘ wollen. Von daher bin ich mir ganz sicher, dass VW mit dem ID4 ein ganz großer Wurf gelungen ist.
Und nein, meine Frau und ich fahren keine SUV.

Axel P.:

@Janssen Nicht ganz richtig (zumindest in meinem Fall). Ich zahle meinem Haushaltsstromanbieter für Autostrom an der heimischen Wallbox 21 Cent = 3,65€/100km.
Grüße
Ein Zoe-Fahrer

panibodo:

Ihre Rechnung ist schon sehr interessant. Aber mit Ihrem Solarstrom sind Sie sicher nicht der eNormalo. Ich denke daher, dass ‚man‘ besser mit über 5.- € rechnen sollte. Wenn dann irgendwann alle Stromfritzen Ionity nacheifern werden, sieht die Rechnung in absehbarer Zeit schon wieder ganz anders aus.

Bernhard W.:

Bitte was soll Tesla besser machen als andere E- Mobile Hersteller? Tesla baut auch SUV’s und der Tesla Mod. S wiegt 2300 kg .
Alles klar?

panibodo:

@Eugeniusx
Ich muss immer wieder lächeln, wie ihr euch eure Teslas schön redet. Zig! Videos bei YouTube zeigen, dass Tesla sehr viel Mist abliefert. Spaltmaße… bis zu nassen Kofferräumen, Rost, ausfallende Displays, so dass nicht mal mehr die Außenspiegel bedienbar sind, geschweige denn, dass die Dinger auch nur noch einen Meter fahren.
Nee, ich bleibe bei meiner festen Überzeugung: VW kann das besser und Tesla wird sich unter ‚ferner liefen‘ einsortieren oder ganz von der Bildfläche verschwinden.

Thomas HD:

..war am Wochenende mit einem 60 Jahre alten Cinquecento unterwegs..natürlich nur in der Stadt und Einzugsbereichen. Parkplatzsuche und enge Straßen …kein Problem. Sicher darf es auch was moderner und komfortabler sein, aber… Traurig, dass heute neue Autos, dazu noch als Stromer, als absolute Resourcenvernichter gebaut werden. Ich beziehe das auf die Konstruktionen der SUVs.
Das können andere besser, allen voran unangefochten Tesla. Und schöne ist dieser Entwurf in meinen Augen auch nicht, sieht aus , wie ein verkleideter Erlkönig.

Strauss:

Simon, weil man auch damit dich offenbar immer noch nicht auf E umpohlen kann……

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