Rimac liefert Batteriepacks mit 46xx-Rundzellen

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Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Die 46xx-Rundzelle entwickelt sich immer mehr zum Standard. Nachdem Tesla beim Model Y schon länger auf die 4680 setzt, überlegt auch BMW, seine „Neue Klasse“-E-Plattform mit diesem Zellformat auszustatten. Wegen der höhere Energiedichte prüfen auch viele Hypercar-Hersteller, ob sich mit dem 46xx-Format Gewicht einsparen lässt. So wie der kroatische Premiumhersteller Rimac. Der baut nicht nur sein eigenes Supercar – den Rimac Nevera, sondern liefert neuerdings auch Batteriesysteme.

2023 sollen nach Plänen des Unternehmens 40.000 Batteriepacks gebaut werden, bis 2028 soll diese Zahl auf 200.000 jährlich steigen, wie Wasim Sarwar Dilov, Technik- und Forschungschef bei Rimac bestätigt. Drei Zellhersteller seien aktuell in der engeren Auswahl, wie Dilov Automotive News Europe am Rande des MOVE 22 Mobilitätsevents in London verriet. Fest steht hingegen, dass man zu den Rundzellen mit 46 Millimeter Durchmesser greifen wird, die Tesla auch in der Ausführung mit 80 Millimeter Höhe verwendet. Diese größere Zelle würde eine höhere Energiedichte ermöglichen. Nach Angaben von Dilov würde die Zellhöhe bei Rimac je nach Anforderung variieren und man plane eine „Cell-to-Pack“-Ausführung. Dabei wird die Batterie zum Teil der Karosserie, was zwar Gewicht einspart, das Recycling und die Wartung aber deutlich erschwert. Rimac peilt beim Verhältnis Zelle zu Gesamtgewicht jedenfalls einen Wert von 75 Prozent an. Das Tesla Model 3 käme derzeit auf 64 Prozent, der Porsche Taycan auf 63 Prozent. Bei eigenen Rimac Nevera läge der Wert bei 67 Prozent, wie Dilov erklärt. Der wesentliche Vorteil gegenüber der Konkurrenz läge aber bei Rimac ohnehin in der Software, weniger in der Hardware.

Mit dem neuen Zuliefergeschäft habe Rimac große Ambitionen, wie Rimac-Gründer und CEO Mate Rimac Automotive News Europe bereits im Jänner erklärte. Derzeit bearbeite man zwölf Projekte für verschiedene Autohersteller, darunter Porsche, 24 Prozent-Anteilseigner am kroatischen Unternehmen, und Hyundai, ebenfalls mit 12 Prozent am Unternehmen beteiligt. Verträge für die Lieferung von Batteriepacks würden bereits mit Aston Martin für das Valkyrie Hybrid-Hypercar und mit dem schwedischen Luxushersteller Koenigsegg bestehen. Als Tier 1 Zulieferer werden die Packs direkt an die Fertigungsstraßen der Autohersteller geliefert.

Quelle: Automotive News Europe – Rimac aims to follow Tesla with a move to 46 mm cylindrical battery cells

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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