Wie Mate Rimac die Zukunft von Bugatti sieht

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Mate Rimac, Chef und Gründer des Elektro-Sportwagenherstellers Rimac, sprach in einem Interview über Verzögerungen beim kommenden E-Hypercar Nevera, warum die Luxusmarke Bugatti seiner Meinung nach nicht mehr zum VW-Konzern passt und was das Unternehmen außer Autos noch alles fertigt.

Der Grund für die Verzögerungen in der Produktion des Elektro-Supersportlers Nevera ist in der Branche keine Neuigkeit: Auch Rimac hat mit der Halbleiter-Knappheit zu kämpfen. Umso mehr, da das Unternehmen viele Teile selbst herstelle, „einschließlich der gesamten Elektronik im Auto“, so CEO und Gründer Rimac. Es handle sich um eigene Hard- wie auch Software, womit „für jedes Auto Tausende und Abertausende von elektronischen Komponenten“ beschafft werden müssen. Und das erweise sich aufgrund des Chipmangels als große Herausforderung.

Die Fahrzeuge seien allerdings in Produktion und in den kommenden zwei Monaten sollen die ersten Auslieferungen starten. Dies gelinge aber nur, da Rimac wesentlich höhere Preise für einzelne Bauteile bezahle und zudem einige Designs und Komponenten verändert habe, um den Mangel an Chips und Prozessoren ausgleichen zu können.

Seit November des vergangenen Jahres gehört auch die Luxusmarke Bugatti im Rahmen eines Joint Ventures mit Porsche zu Rimac, wobei Mate Rimac als CEO von Bugatti Rimac fungiert. Der erst 34-jährige Kroate sagt, dass Bugattis bisheriger CEO Stephan Winkelmann „wirklich gute Arbeit geleistet und ein gutes Unternehmen hinterlassen“ habe, auf dem er weiter aufbauen könne. Bugattis Produktion sei im Voraus bis 2025 ausverkauft. Das Problem der Marke sei also nicht die Rentabilität, sondern was auf den fast zwei Jahrzehnte alten W-16-Motor folgen soll, ein laut Rimac „erstaunliches Triebwerk, das das Hypercar-Geschäft geschaffen hat“.

„Ein Bugatti sollte noch einige Zeit einen Verbrennungsmotor haben“

Das Einfachste für uns wäre, den Nevera zu nehmen und ein Bugatti-Logo darauf zu knallen und Feierabend zu machen“, sagt Rimac in dem Interview mit Automotive News Europe. Er sei zwar voll und ganz „ein Elektroauto-Typ, aber ein Bugatti sollte noch einige Zeit einen Verbrennungsmotor haben“, findet er. Ein im Hause Rimac entwickelter Bugatti werde also „stark elektrifiziert“, aber weiterhin „einen sehr attraktiven Verbrennungsmotor“ aufweisen, so der CEO. In Anbetracht der Marke und der Kunden und der verfügbaren Technologie geht er davon aus, die bestmögliche Lösung für Bugatti zu entwickeln – die aber kein reines Elektroauto werde. Das werde zwar sicherlich irgendwann passieren, aber noch nicht mit dem nächsten neuen Fahrzeug.

Neben Sportwagen und Hypercars – etwa 50 Rimac und 80 Bugattis pro Jahr – welche laut dem CEO „Hunderte von Millionen an Einnahmen“ generieren, hat das Unternehmen auch eine Sparte für das Komponentengeschäft gegründet. Beispielsweise finden sich Batterien von Rimac in Supersportwagen von Koenigsegg und Aston Martin, in kleinen Stückzahlen von wenigen Hundert. „Heute arbeiten wir an Projekten, bei denen wir Batterien zu Zehntausenden produzieren und diese auf Hunderttausende von Einheiten pro Jahr für einen großen Autokonzern steigern“, erklärt Rimac den neuen Maßstab. Und neben Batterien fertige das Unternehmen auch Antriebe, E-Achsen und Infotainmentsysteme.

Quelle: Automotive News Europe – Rimac explains why Bugatti no longer fits within VW

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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