Renault will in Europa bis 2030 vollelektrisch sein

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Renault soll in Europa bis 2030 eine rein elektrische Marke geworden sein, sagte CEO Luca de Meo Automotive News Europe zufolge. Damit schließen sich die Franzosen einer wachsenden Liste von Marken an, darunter die Stellantis-Marken Peugeot, Fiat und Opel sowie Ford, die bereits ähnliche Zusagen gemacht haben. „Renault wird 2030 in Europa zu 100 Prozent elektrisch sein“, sagte de Meo bei einer Medienveranstaltung im Technikzentrum von Renault in der Nähe von Paris. Im Juli hatte de Meo diese Zahl noch auf 90 Prozent beziffert.

De Meo fügte hinzu, dass die Renault-Gruppe nach diesem Datum allerdings wahrscheinlich noch Modelle mit Verbrennungsmotor über die Marke Dacia verkaufen wird. Verschiebungen können es zudem geben, wenn grundlegende Bedingungen wie fehlende Infrastruktur oder hohe Strompreise einer rein elektrischen Ausrichtung nicht förderlich wären. „Wir haben einen Plan B“, sagte er und fügte hinzu, dass Dacia „im letztmöglichen Moment“ und auf eine Weise elektrifiziert wird, die das Verkaufsversprechen des besten „Preis-Leistungs-Verhältnisses“ der Marke respektiere.

Der Hintergrund für die Entscheidung Renaults dürften unter anderem die immer strengeren Regelungen der Europäischen Union sein. Die EU erwägt neue Vorschriften, die von Autoherstellern verlangen würden, bis 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zu verkaufen. Auch die geplante Verschärfung der Abgasnorm Euro 7, die im Jahr 2025 eingeführt werden soll, dürfte die Vebrennertechnologie ein Stück weiter Richtung Abstellgleis schieben.

Wir haben die Pflicht, an der Transformation zu einem kohlenstoffneutralen Europa mitzuwirken“, sagte de Meo bei der Präsentation des neuen Europa-Plans von Renault. Der Hersteller hat soeben den Mégane E-Tech Electric neu auf den Markt gebracht, seinen erst zweiten vollelektrischen Pkw nach dem Zoe, der 2013 auf den Markt kam. Bis 2025 sollen mindestens vier weitere vollelektrische Modelle der Marke folgen, darunter eine Neuauflage des Renault 5, ein kompakter SUV als Ergänzung zum Mégane, ein kleiner Crossover oder SUV, der vom klassischen Renault 4 inspiriert ist, und ein Van.

Quelle: Automotive News Europe – Renault will become electric-only brand in Europe by 2030, CEO says

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Wolfbrecht Gösebert:

„… Renault war früh mit bezahlbaren guten BEV auf dem Markt.“

Den größeren Zeitraum (zu Anfang) allerdings mit »Hochpreis-Verdeckung« durch erhebliche Akku-Mietpreise!

„Hätten sie ihre Kooperation mit dem genialen Better Place (DriveIn Batterie Tauschstationen) weiter betrieben, wären sie heute in der EU Marktführer“

Nein. Pleite … zumindest nicht erfolgreich :)

Bei der weiterhin auch nicht absehbar schnellen Entwicklung sowohl der Akkuzellen als auch der Akkupacks ist ein erfolgreiches Wechselsystem allenfalls in einer zentralgesteuerten Wirtschaft denkbar.

Stefan:

Mutige Ansage. Nun ja, Renault war früh mir bezahlbaren guten BEV auf dem Markt. Das könnten sie bis 2030 schaffen. Hätten sie ihre Kooperation mit dem genialen Better Place (DriveIn Batterie Tauschstationen) weiter betrieben, wären sie heute in der EU Marktführer.

Stefan:

Seit dem Citroen Ami ist der Twizy vakant. Und wenn die Chinesen ihre coolen eMicro Cars in der EU verkaufen, werden die Preise purzeln.

Daniel W.:

Trotz Twizy-Produktion in Asien macht Renault den kleinen Twizy in Deutschland „schweineteuer“, obwohl die monatliche Batteriemiete noch dazu kommt.

Twizy Life 45 km/h

UPE zzgl. Überführung ab 11.450,00 € plus Flügeltüren halbhoch 590,00 €

Zusammen 12.040 Euro + Batteriemiete

(Quelle: Renault)

Über 12.000 Euro und pro Jahr noch 600 Euro Batteriemiete, das macht in 10 Jahren 18.000 Euro.

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