Novellierung der Ladesäulenverordnung „ein wichtiger und richtiger Schritt“

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Ingo Limburg, Vorstandsvorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V., hat in einem Interview mit IT-Zoom erklärt, warum er die viel diskutierte Novellierung der Ladesäulenverordnung begrüßt. „Als Initiative Deutsche Zahlungssysteme beschäftigen wir uns vor allem mit den Hürden, die aktuell noch mit der Bezahlung des getankten Stroms verbunden sind“, erklärt Limburg zu Beginn des Interviews.

Er sagt, dass laut einer Umfrage gut 80 Prozent der zukünftigen E-Mobilisten an Elektroautos-Ladesäulen „wie gewohnt mit Girocard oder Kreditkarte – physisch als Plastikkarte oder digital im Smartphone – bezahlen“ wollen. Hierfür haben Bundesregierung und auch Bundesrat mit der Novellierung der Ladesäulenverordnung „bessere Rahmenbedingungen geschaffen und im Sinne der Verbraucher gehandelt“.

Sein Verband begrüße diese Entscheidung „ausdrücklich“, da damit Limburgs Meinung nach auch Vorbehalte gegenüber Elektroautos ausgeräumt werden können. „Bisher waren Verbraucher beim Bezahlen von Ad-hoc-Ladungen – also genau dann, wenn es schnell gehen muss – mit vielen unterschiedlichen und geschlossenen Spezialsystemen konfrontiert“, erklärt er. Die Bezahlung der geladenen Energie „erfolgt heute oftmals noch über diese geschlossenen Systeme“, z.B. über Apps oder RFID-Chips und -Karten, für die man sich zuvor registrieren und/oder anmelden muss. Diese „Unübersichtlichkeit beim Bezahlen“ habe bisher viele E-Mobility-Interessenten abgeschreckt.

„Wenn die E-Mobilität Fahrt aufnehmen soll, dann mit einem Bezahlmittel, das jeder kennt und täglich benutzt“

Dass das Laden insbesondere unterwegs schnell, sicher und unkompliziert funktioniert“, sei essentiell, so Limburg weiter, und gerade deshalb sei die Novellierung der Ladesäulenverordnung „ein wichtiger und richtiger Schritt“. Das neue Gesetz schreibt vor, dass Betreiber von Ladeinfrastruktur beim Ad-hoc-Laden ab Juli 2023 bei neu aufgestellten Ladesäulen eine kontaktlose Zahlung mittels gängiger Debit- und Kreditkarte als Mindeststandard anbieten müssen. Bestehende Ladesäulen müssen nicht nachgerüstet werden.

Wenn die E-Mobilität zum Alltag werden soll, dann muss auf die Mittel gesetzt werden, die von den Verbrauchern bereits genutzt werden“, sagt Limburg, wie es überall sonst auch Usus sei, „beim Bäcker, an der Supermarktkasse, am Snackautomaten oder beim ganz normalen Tanken. […] Kartenzahlung ist das Bezahlmittel des hier und jetzt und wenn die E-Mobilität Fahrt aufnehmen soll, dann mit einem Bezahlmittel, das jeder kennt und täglich benutzt.“

Neben der Wahlfreiheit beim Bezahlen sei beim Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur zudem wichtig, „dass Verbraucher transparent angezeigt bekommen, was die Kilowattstunde Strom kostet, die sie tanken“. Dies sei beim Roaming und dem App-basierten Zahlen oft nicht der Fall, kritisiert Limburg. „Ein bequemes und sicheres Begleichen der Tankrechnung ganz so, wie es Autofahrer bisher von der herkömmlichen Tankstelle kennen, sollte deshalb zum Standard werden.

Quelle: IT-Zoom – „Ein wichtiger und richtiger Schritt“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Thomas_aus_Marl:

Ein Münzeinwurf besser nicht. Nachher kommen noch Banden aus den Niederlanden und sprengen die Ladesäule.

Andererseits, warum soll man nicht in den Shop an der Tanke bzw. Raststätte/Autuhof gehen können um dort zu bezahlen? Dabei wäre es dann sogar möglich, dass der Kunde sich an der Theke entscheiden kann, ob er heute in bar oder lieber mit Karte zahlen möchte.

Die Möglichkeiten wären da bereits vorhanden und in dem Fall bräuchte man an den einzelnen Ladesäulen nicht einmal zusätzliche Kartenlesegeräte zu installieren.

Zappelstrom:

Schon vor 10 Jahren hat Tesla ein System eingeführt das am Verbraucherfreundlichsten ist. Stecker rein – fertig. Abgerechnet wird über die Fahrzeugidentifizierung und die hinterlegten Kundendaten. Das ist auf der Höhe der Zeit.

Philipp:

Situation: Du hast 2 Ladekarten, beide mit z.B. 30-40c/kWh für AC. Ein individueller Ladesäulenbetreiber hat eine eigene Solaranlage am Dach und kann Dir den Strom tagsüber günstiger anbieten oder will Dir während der Öffnungszeiten einen besseren Preis als Kundenservice anbieten.

Fragen:

  • Wie nimmst Du das Angebot an mit Deinen Karten oder Apps?
  • Erwartest Du vom Ladesäulenanbieter dass er nun eine App für genau seine Ladesäule entwickelt?
  • Würdest Du die dann installieren, wenn Du mal daran laden willst?
  • Was machst Du übrigends im Ausland? Willst Du dann immer die Roaminggebühren fürs Ausland zahlen?
  • Kannst Du tschechische, ungarische, portugisische,… Apps bedienen um von lokalen Preisen zu profitieren?
Philipp:

Wenn du einen Tesla in die Stadt fährst und dann vor Ort laden willst, wie lädst Du dann an einer der öffentlichen Säulen? Kann das der Tesla schon mit seinem PuP? Der kann noch nicht mal ISO 15118.
Als Teslafahrer fummelst Du dort auch mit Karte und App rum, der Tesla mit seiner eingebauten Intelligenz hilft dabei >>NULL<<.

Du willst Dich nur auf SC beschränken? Schade, wenn Du Dich so einschränken willst. Ist Deine Haltung für alle Teslafahrer gültig? Fährst Du generell extra weiter um ein Teslalader zu finden nur weil Du dort dann PuP haben kannst? Wie weit ist die maximale Entfernung zu Deinem Zielort, die Du bereit bist dann zu gehen?

Der höhere Preis einer Ionitysäule dürfte auch durchaus an kostenintensiveren Technologien liegen (z.B 900V), als an einem Display und einem Kartenslot für ein paar €.

Ich habe kein Problem mit Tesla hier – die Anderen sind ja auch nicht wirklich besser, aber mit dem Chauvinismus von manchem Fahrer.

adson:

In meinem Umfeld kenn ich sehr viele E-Mobiliste. Bei den „Fach“-Gesprächen geht es auch immer mal wieder um die Bezahlmetoden. Bis auf wenige Ausnahmen herrscht hier die Meinung vor, dass die Bezahlmetode Ladekarte bevorzugt wird. Eine Ladung über P&Ch würde auch sehr gern gesehen – glaubt aber kurzfristig keiner dran. Die Variante mit EC-Karte würde kaum einer haben wollen und Bezahlen über Kreditkarte wird vorwiegend abgelehnt.
Ich persönlich fahre seit 2 Jahren elektrisch. Während dieser Zeit habe ich nahezu ausschließlich über eine einzige Ladekarte (MG) geladen. Leider wird sich das, aufgrund der aktuellen Entwicklung bei der Preisgestaltung, jetzt ändern. Künftig werde ich hier im gleichen Wirkungsbereich, mind. 2 Ladekarten und 1 App benutzen müssen. Meine bevorzugte Karte (MG) werde ich dann wohl beiseite legen – schade!

Nick8888:

Nette Einnahmequelle für die Hersteller dieser Zahlungssysteme.

nutzen wird es kaum jemand weil jeder seinen Ladetarif hat, und der funktioniert über App oder NFC Ladekarte

Kaum nutzen für den Verbraucher, noch mehr Regulierung und Hürden für potentielle Anbieter von Ladesäulen

es hindert ja niemanden die Aufsteller von Ladesäulen, EC Zahlung anzubieten. Dass das kaum jemand macht spricht für sich

Kona64:

Ich denke das sollte man differenziert betrachten. Bei einem Schnelllader ist ein Kartenleser sicher okay und heute schon üblich. An einem Normallader sehe ich das eher nicht. Der einzelne Ladepunkt und Ladevorgang muss dazu möglichst billig sein und niemand will erst zu einem Bezahlautomaten laufen.

OPA und M3 Fahrer:

Warum nicht PuP?
Warum zum überflüssigen Display noch einen Kartenleser einbauen. Das ist ein Rüchschritt.
Bei TESLA knallen die Sektkorken! Denn schon heute kostet die Ionitysäule ca 8 mal soviel wie eine TESLA SC- Säule.
Ein Gehäuse, ein angeschlagenes Kabel und das war es. Den Rest macht die ohnehin vorhandene Intelligenz im Auto.
Die Dinos wollen das nicht, um weiterhin „Freiheiten“ im internen Wirken zu haben. Dieselgate 2.0, oder was soll der Markt im Markt. Einzig TESLA ist Systemanbieter und wird wohl noch erfolgreicher werden.
Deutschland, Autoland mit dem deutschen TESLA….die restlichen unter ferner liefen oder chinesisch belifert, oder?

Philipp:

Dort geht überall die Debit-Karte des Kreditkartenunternehmens Deiner Wahl.
Die kostet dem Betreiber nur 0,2% der Summe und mich nichts. Mehr ist es auch nicht wert.

Ich mag mir nicht vorstellen, was die Ladekartenanbieter alles für den nahezu gleichen Service verlangen, für das bischen was die zusätzlich anbieten…

Jürgen Baumann:

Es gibt ja noch andere Länder in Europa – und dort ist nichts mit EC-Karte.

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