Fisker stellt Belegschaft auf Massenentlassungen ein

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Das Elektroauto-Startup Fisker steckt seit einiger Zeit in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat nun offenbar seine Mitarbeiter:innen über drohende Entlassungen und die mögliche Schließung von Betriebsstätten informiert, sollte es nicht gelingen, seine finanzielle Lage zu stabilisieren. Diese beunruhigenden Nachrichten wurden durch eine E-Mail bekannt, die von Insidern eingesehen und von mehreren Mitarbeitern des Unternehmens bestätigt wurde, wie Teslarati berichtet.

Die E-Mail stammt demnach vom kürzlich ernannten Chief Restructuring Officer bei Fisker – Michael Healy, einem Senior Managing Director bei FTI Consulting. Darin werde klar, dass das Unternehmen intensiv nach Lösungen suche, um seine Liquiditätsprobleme zu bewältigen. Trotz der Gespräche mit potenziellen Käufern und Investoren sowie der Erwägung verschiedener Umstrukturierungsoptionen gibt es ernsthafte Bedenken, dass diese Maßnahmen scheitern könnten.

Die Brisanz der Situation wird durch den Hinweis verstärkt, dass bereits Ende Juni Entlassungen vorgenommen werden könnten und eine Betriebsstätte möglicherweise geschlossen wird. Diese potenziellen Schritte sind Teil einer rechtlichen Verpflichtung, die Fisker unter den Worker Adjustment and Retraining Notification Act fällt. Dieses Gesetz fordert, dass Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten eine 60-tägige Vorwarnzeit einhalten müssen, bevor sie zu Massenentlassungen oder Werkschließungen schreiten.

Ein Sprecher von Fisker hat die Ernsthaftigkeit der Lage unterstrichen und betont, dass jede Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung aller verfügbaren Optionen getroffen werde. Die Überlegungen beziehen sich dabei nicht nur auf die optimalen Standorte und die Zusammensetzung der Belegschaft für das zukünftige Geschäft, sondern auch auf die Fähigkeit des Unternehmens, seine Liquidität zu verwalten und seine Produkte zu vermarkten.

„This notification does not mean the Company is shutting down or ceasing operations, and receiving this conditional notice does not necessarily mean you will be let go. Fisker is operating under challenging circumstances and we are making every effort to work towards an outcome that facilitates new investment or other strategic solutions. We appreciate your dedication and support for one another during this challenging time.“ – Auszug aus erwähnter Mail an die Mitarbeiter:innen.

Die finanziellen Herausforderungen von Fisker sind symptomatisch für viele Start-ups im Bereich der Elektromobilität, die sich in einem äußerst wettbewerbsintensiven Markt behaupten müssen. Die nächste Zeit wird zeigen, ob Fisker neue Kapitalquellen erschließen oder eine andere strategische Lösung finden kann, um seine Existenz zu sichern. Dabei spielt nicht nur die Verfügbarkeit finanzieller Mittel eine Rolle, sondern auch die Fähigkeit des Managements, das Vertrauen der Investoren zu gewinnen und die operativen Herausforderungen zu meistern.

Der Produktionspartner Magna Steyr in Graz, Österreich, gab ebenfalls eine deutliche Kürzung des Personals bekannt, nachdem Fisker die Produktion seines Elektro-SUV Ocean vorübergehend gestoppt hatte.

Quelle: Teslarati – Fisker warns employees of job cuts and facility closure in two months

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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