Flonneau: „Elektroautos verändern unsere Reisekultur“

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DS Automobiles

Sebastian Henßler
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Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Reiseführers L’Art du Voyage Électrique von DS Automobiles und Michelin Editions hat sich der renommierte Pariser Historiker und Mobilitätsforscher Mathieu Flonneau mit dem Wandel der Automobilkultur und der Bedeutung des elektrischen Reisens auseinandergesetzt. Im Interview ordnet Flonneau die Partnerschaft von DS Automobiles und Michelin in einen historischen Kontext ein – und zeigt, wie Elektromobilität unser Verhältnis zum Reisen verändert.

Flonneau, der an der Sorbonne zur Geschichte von Stadt und Mobilität forscht, zieht zunächst eine Parallele zwischen der Frühzeit des Automobils und der heutigen Transformation durch die Elektromobilität: „In seinen Anfängen wurde das Automobil oft als seltsam und beunruhigend angesehen“, erklärt er. „Erst nach und nach haben sich Autos durchgesetzt und sind schließlich so etwas wie Familienmitglieder geworden.“ Heute beobachte er bei Elektroautos eine ähnliche Entwicklung. Das Zögern sei einem reiferen Umgang gewichen, der zunehmend von Verantwortung geprägt sei – für die Umwelt, für weniger Lärm und für mehr Sicherheit.

Diese Entwicklung macht die Kooperation zwischen DS Automobiles und Michelin besonders spannend. Während Michelin seit Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen Reiseführern dazu beigetragen habe, das Automobil in der Gesellschaft zu verankern, verfolge DS Automobiles heute eine ähnliche Pionierlogik – nur eben mit Blick auf die elektrische Zukunft.

Die Frage, wie sich Elektromobilität auf unsere Straßen und unser Verständnis von Mobilität auswirkt, beantwortet Flonneau mit einer klaren Position: Die Straße selbst sei nicht das Problem, wohl aber die Art ihrer Nutzung. „Wir leben heute vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung in einem Kontext der Kritik am Straßenverkehr. Deswegen geht es darum, die Straße anders zu denken“, betont er. Die Straße müsse nicht zwangsläufig umweltschädlich sein, sondern könne als verbindendes Element bestehen bleiben – als Raum für Freiheit und Austausch.

„Man hält an und entdeckt die Straße neu“

Mit dem Wandel des Autos verändert sich laut Flonneau auch das Reisen. Gerade das Reisen mit einem Elektroauto biete die Chance, zu einer bewussteren Form der Mobilität zurückzukehren. „Zeit ist ein Luxus“, sagt er. „Und die Notwendigkeit, mit einem Elektroauto Ladepausen einzulegen, stellt eine Herausforderung dar, die Ziele neu zu überdenken.“ Daraus ergebe sich eine andere Art des Reisens – vorbereitet, achtsam und offen für Entdeckungen entlang des Weges. „Man hält an und entdeckt die Straße neu.“

Diese Haltung spiegelt sich auch im neuen Reiseführer L’Art du Voyage Électrique wider, der demnächst erscheint. Er bietet auf 400 Seiten dreißig sorgfältig zusammengestellte Routen durch Frankreich – speziell für Elektroautos. Neben kulinarischen Empfehlungen und Tipps für Aktivitäten enthält der Guide praktische Hinweise zu Ladestationen. Für DS-Automobiles-CEO Xavier Peugeot ist das Buch Ausdruck eines neuen Reiseverständnisses: „Unser neues, rein elektrisch angetriebenes Topmodell DS N°8 lädt mit seiner Reichweite von bis zu 750 Kilometern dazu ein, außergewöhnliche Reiseziele und kulinarische Genüsse zu entdecken.“

Quelle: DS Automobile – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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