BASF und Stena ko­operieren beim Re­cycling von E-Auto-Batterien

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BASF

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Das deutsche Unternehmen BASF, ein weltweit aktiver Batteriematerialhersteller und Batterierecycler, und Stena Recycling, ein führendes europäisches Recyclingunternehmen aus Schweden, haben eine Vereinbarung über den Kauf von Schwarzer Masse geschlossen, einem wichtigen, wiedergewonnenen Ausgangsmaterial für neue Batterien. Die Vereinbarung ist Teil einer umfassenderen Zusammenarbeit zwischen BASF und Stena Recycling mit dem Ziel, auf dem europäischen Markt eine Wertschöpfungskette und Kreislaufwirtschaft für das Recycling für Batterien von Elektroautos aufzubauen, so die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit werde auf der Entwicklung verbesserter Verfahren zur Herstellung Schwarzer Masse liegen, um hohe Rückgewinnungsraten für Metalle wie Lithium, Nickel und Kobalt zu erzielen und damit geschlossene Kreislauflösungen aufzubauen. Die Sammlung, Bewertung und Vorbehandlung von ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien, gefolgt von der Herstellung von Schwarzer Masse, sind die ersten Schritte im Batterierecyclingprozess.

Schwarze Masse wird durch mechanische Behandlung ausgedienter Lithium-Ionen-Batterien und aus Abfällen aus der Batterieproduktion hergestellt. In einem zweiten Schritt können wertvolle Metalle wie zum Beispiel Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan aus der Schwarzen Masse chemisch zurückgewonnen werden. Nach der Sammlung von ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien und Abfällen aus der Batterieproduktion und der Herstellung der Schwarzen Masse durch Stena Recycling in Halmstad in Schweden wird die Schwarze Masse in der Prototyp-Metallraffinerie der BASF in Schwarzheide gut 50 km nördlich von Dresden weiterverarbeitet. Stena Recycling und BASF beabsichtigen, dieses Modell auf die von BASF geplante Metallraffinerie für das Batterierecycling im kommerziellen Maßstab in Europa zu übertragen.

Die Elektrifizierung unserer Gesellschaft hat gerade erst begonnen, und wir wollen einen zirkulären Ansatz für die Batterieproduktion fördern“, sagt Marcus Martinsson, Product Area Manager Batteries bei der Stena Recycling Group. Die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Branche werde für einen erfolgreichen grünen Übergang von entscheidender Bedeutung sein. BASF ist bereits mehrere ähnliche Partnerschaften eingegangen. „Mit dieser Vereinbarung stärkt Stena Recycling seine Position als einer der führenden Recyclingpartner in Europa, sowohl für Batteriehersteller als auch für die Automobilindustrie“, ist sich Martinsson sicher.

„Ein wichtiger Schritt zu einer Kreislaufwirtschaft für Elektroautobatterien“

Durch die Verwendung von recycelten Metallen bei der Herstellung neuer Batterien wird der CO2-Fußabdruck einer Batterie erheblich verbessert und die Abhängigkeit von Drittländern deutlich verringert. Batterieproduzenten und Hersteller von Elektroautos in Europa können aus einer Reihe von Dienstleistungen wählen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit übernimmt Stena Recycling für die Sammlung von ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien und Abfällen aus der Batterieproduktion, die Demontage und Entladung sowie die Produktion der Schwarzen Masse. BASF wird wertvolle Metalle aus der Schwarzen Masse zurückgewinnen und kann damit neue Kathodenmaterialien für neue Lithium-Ionen-Batterien herstellen.

Durch die Zusammenarbeit mit Stena Recycling stärken wir die Fähigkeit der BASF, ein erweitertes Batteriesammelnetzwerk mit einem starken Partner in den skandinavischen Ländern anzubieten. Damit können wir unser Angebot an individuellen und geschlossenen Kreislauflösungen für Batterieproduzenten und Hersteller von Elektrofahrzeugen in Europa erweitern“, sagt Dr. Daniel Schönfelder, President des Unternehmensbereichs Catalysts bei BASF, der auch für das Batteriematerial- und Batterierecyclinggeschäft des Unternehmens verantwortlich ist. „Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft für den europäischen Markt für Elektrofahrzeugbatterien.

Quelle: BASF / Stena – Pressemitteilung vom 09.01.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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