VW-Vorstand: Deshalb ist China bei der Elektromobilität führend

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Daniel Krenzer
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China gilt weltweit als Vor- und Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität. Unter anderem auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn hat Volkswagen-Vorstand Ralf Brandstätter nun sechs Gründe veröffentlicht, weshalb aus dies aus seiner Sicht so ist. Folgende Gründe macht er dabei aus:

Politische Entschlossenheit: Brandstätter nennt die „langfristige politische Vision“ Chinas zuerst. Seit inzwischen mehr als 20 Jahren habe die chinesische Politik einen umfassenden Rahmen geschaffen, um attraktive Bedingungen für Elektroautos zu schaffen. Dies sei ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Märkten. „Die Kontinuität in der staatlichen Finanzierung war die Grundlage für das Vertrauen der Kunden in die Transformation“, schreibt Brandstätter – und kritisiert damit indirekt den deutschen Politikstil, in dem immer wieder der eingeschlagene Weg infrage gestellt und hitzig diskutiert wird oder gar Förderungen von heute auf morgen verschwunden sind.

Vielfalt bei der Förderung: Zudem sieht Brandstätter in China eine gesamtheitliche Förderung, die sowohl Stadt- als auch Landbewohner mitnimmt. So würden reine Elektroautos, Plug-in-Hybride, aber auch Vollhybride von Förderprogrammen profitieren, sodass jeder Chinese eine passende Lösung für sich finde. Dazu gehörten auch E-Autos mit Range-Extender, die neben der Fahrzeugbatterie einen Verbrennungsmotor als Generator zusätzlich zur externen Lademöglichkeit an Bord haben. So würden auch diejenigen, die noch nicht die Anschaffung eines rein elektrischen Autos wagen, zumindest auf dem Weg dorthin mitgenommen.

Ladeinfrastruktur: Etwa sieben von zehn öffentlichen Ladestationen weltweit stehen in China. Laut Brandstätter war die Infrastruktur von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil der politischen Bemühungen. Das Netz an Ladestationen in China sei zudem flächendeckend ausgebaut, sowohl in den Städten als auch entlang der Fernstraßen bis hin zu kleineren Städten. „Der einfache Zugang zu flächendeckenden Schnellladestationen hat entscheidend dazu beigetragen, die Reichweitenangst zu verringern“, schreibt Brandstätter.

Preisvorteil: Das öffentliche Laden kostet laut Brandstätter in China nur ein Sechstel dessen, was deutsche Elektroautofahrer zahlen. Wer in China hingegen weiter Verbrenner fährt, zahle viermal so viel, um von A nach B zu kommen. Zudem gebe es auch deutliche Anreize für die Anschaffung von Elektroautos, sodass hier kein Nachteil gegenüber Verbrennern besteht. „Das schafft Vertrauen in den Wandel und motiviert zum Umstieg auf ein Elektrofahrzeug“, stellt der VW-Vorstand dazu fest.

Innovative Hersteller: Innerhalb des politisch ermöglichten Ökosystems Elektromobilität hätten sich für die chinesischen Autohersteller neue Wachstumspotentiale ergeben, die Brandstätters Einschätzung nach zu einer höheren Bereitschaft geführt hätten, in die entsprechende Forschung und Entwicklung zu investieren. Sowohl bei der Hardware als auch bei der Software hätten die chinesischen Hersteller schnell sehr starke Fortschritte gemacht. Dies „unterstützt den raschen technologischen Fortschritt und dessen Verbreitung“, schreibt der VW-Vorstand.

Technologiebegeisterte Kunden: Chinesische Neuwagenkäufer seien mit Mitte 30 gut 20 Jahre jünger als bei uns. „Diese jungen Kunden sind extrem technologiebegeistert und offen für die neuesten Innovationen“, stellt Brandstätter fest. Während die Europäer an möglichst vielen Knöpfen im Auto festhängen, wollten die meisten Chinesen möglichst alles per Sprachsteuerung bedienen können. „Die Innovationsfreude führt auch zu einer grundsätzlich größeren Offenheit gegenüber der Elektromobilität„, heißt es in der Ausarbeitung.

Abschließend leitet Brandstätter aus diesen Erkenntnissen ab, was dies für Europa bedeuten könnte. „Große, langfristige Umwälzungen erfordern eine konsequente industriepolitische Ausrichtung!“, schreibt er. Neben einer langfristigen und verlässlichen Förderung der Elektromobilität fordert er daher auch niedrigere Strompreise sowie die Förderung von Hybridautos, um auch Menschen an die Elektromobilität heranzuführen, die noch nicht bereit für ein Elektroauto seien.

Quelle: LinkedIn

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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