Ursula von der Leyen: Neue Pläne für E-Fuels in der EU

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Ursula von der Leyen strebt eine zweite Amtszeit als EU-Kommissionspräsidentin an und hat im Vorfeld der Wahl im Europaparlament ein wichtiges Versprechen abgegeben: Es sollen Ausnahmen für E-Fuels eingeführt werden. Die Verordnung, die das Aus für fossile Treibstoffe für Verbrennungsmotoren bis 2035 vorsieht, soll angepasst werden, um mehr Platz für diese synthetischen Kraftstoffe zu schaffen, wie das Manager-Magazin berichtet. Die Grünen lehnen eine solche Anpassung ab.

In den politischen Leitlinien der CDU-Politikerin wird betont, dass zur Erreichung der EU-Klimaziele ein technologieneutraler Ansatz notwendig sei, bei dem E-Fuels eine bedeutende Rolle spielen sollen. Dies würde eine Änderung der bestehenden EU-Verordnung erfordern. Diese geplante Gesetzesänderung wird von Manfred Weber, dem Vorsitzenden der Mitte-Rechts-Fraktion EVP, positiv aufgenommen. Weber begrüßt die Bemühungen, das Verbrenner-Aus zu überarbeiten und auf Technologieoffenheit zu setzen.

E-Fuels, synthetische Kraftstoffe, ermöglichen es, Verbrennungsmotoren klimaneutral zu betreiben. Sie sind jedoch aktuell teuer in der Produktion und vor allem im Luftverkehr gefragt, wo elektrische Antriebe auf absehbare Zeit nicht umfassend einsetzbar sind. Eine Studie des Potsdam Instituts für Klimafragen (PIK) kam 2023 zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach E-Fuels bis 2035 nicht einmal annähernd gedeckt werden kann. Falko Ueckerdt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sagte der ARD: “Unsere Untersuchungen zeigen, dass die global verfügbaren E-Fuels im Jahr 2035 wahrscheinlich nicht ausreichen werden, um den unverzichtbaren Bedarf in Deutschland zu decken.” Dies betreffe weniger den Individualverkehr, sondern eher Sektoren wie den Flugverkehr, den Schiffsverkehr und die Chemieindustrie, die aufgrund der hohen benötigten Energiedichte nicht elektrifiziert werden können. Für Pkw wird nach Einschätzung des PIK daher kaum etwas übrig bleiben.

Die EU hatte ursprünglich beschlossen, dass ab 2035 nur noch Neuwagen zugelassen werden dürfen, die kein klimaschädliches CO₂ ausstoßen. Auf Drängen der FDP setzte sich die Bundesregierung dafür ein, dass E-Fuels von diesem Verbot ausgenommen werden. Von der Leyens Leitlinien konkretisieren nun diesen technologieneutralen Ansatz. Die vorgeschlagene Änderung der EU-Verordnung soll sicherstellen, dass E-Fuels eine Zukunft haben und zur Erreichung der Klimaziele beitragen können.

Die Diskussionen um das Verbrenner-Aus und die Zukunft von Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin sind eng miteinander verknüpft. Von der Leyen steht kurz vor einer entscheidenden Abstimmung im Europaparlament, wo sie eine absolute Mehrheit der 700 Abgeordneten benötigt, um ihre zweite Amtszeit antreten zu können. Viele Abgeordnete haben signalisiert, dass ihre Unterstützung von den politischen Leitlinien der Kandidatin abhängt.

In ihren Leitlinien hebt von der Leyen hervor, dass Innovation und technologische Vielfalt entscheidend seien, um die ehrgeizigen Klimaziele der EU zu erreichen. Durch die Förderung von E-Fuels könnten neue Technologien und Märkte entstehen, die zur Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Entwicklung in der EU beitragen.

Quelle: manager-magazin – Von der Leyen verspricht E-Fuel-Ausnahmen / tagesschau – Von der Leyen wirbt mit Verteidigung und E-Fuels

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Nostradamus:

Zwischen Politik und Wirtschaft muss man eine ganz klare und harte Grenze feststellen – wer wofür verantwortlich ist? Die Politik hat ein Ziel gesetzt: bis 2035 fossile Brennstoffe als Energiequelle zu eliminieren. Punkt, Ende der politischen Aktivitäten! Jetzt sind Wissenschaft und Wirtschaft an die Reihen, sie müssen den Weg finden, um das vorgegebene Ziel zu schaffen. Und zwar ohne Einmischung *****************! Nur in dieser Weise kann man die vorgegebenen Ziele schnell und zuverlässig erreichen! Mit einer offenen Demokratie, wo jeder hat recht, etwas zu sagen und zu fördern, dieser Prozess wird ewig dauern und wird nie beendet! Schlussfolgerung: Ursula von der Leyen ist eine inkompetente Person, um die über E-Fuels überhaupt zu diskutieren und noch weniger die Entscheidung zu treffen.

[Edit: Passage gelöscht, bitte unsere Netiquette beachten, danke / Die Redaktion]

Nostradamus:

Es geht nicht um die Entwicklungszeit, es geht um den Unterschied in Vorteilen in realem Verkehr, Herstellung und Recycling. Der E-Antrieb hatte seine Chance schon von Anfang an. Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts haben sich die beiden Antriebsarten parallel entwickelt. Sobald das Benzin in großer Menge produziert wurde – ursprünglich wurde Benzin in kleinen Mengen in Apotheken verkauft! – der E-Antrieb wurde einfach vergessen! Die Gründe sind genau dieselbe Mangel wie heute: das Gewicht, Ladezeit, Reichweite. Also, E-Antrieb könnte nur in eingeschränkten Fällen die Hauptrolle spielen, flächendeckend keinesfalls.

Michael Neißendorfer:

Bitte Geduld, wir berichten nicht über alles tagesaktuell und unsere Redaktion ist auch nicht jeden Tag voll besetzt. „Einseitig politisch motiviert“ ist das nicht, schlicht eine Frage der Kapazitäten. Schönes Wochenende, Michael

Spiritogre:

Kein Wort davon, dass die praktisch erste Amtshandlung von von der Leyen nach der Wiederwahl war, dass man am „Verbrenneraus“ 2035 festhalten wird.
Ich bin kein Fan von ihr aber einseitig politisch motivierte Berichterstattung wie hier bei solchen Artikeln teilweise finde ich jetzt auch nicht so toll.

Kliko:

Die versteht es einfach nicht viel zu teuer viel zu viel Wasserverbrauch usw usw usw . Ich zahle sicher keine 3 € und mehr für den Liter

Volker:

Mit €3,- wird man bei E-Fuels nicht weit kommen.

Pedro G.:

Die Verbrenner-Industrie hatte 100 Jahre Zeit um dahin zu kommen wo Sie jetzt ist.
Die E-Mobilität kann das nicht innerhalb der nächsten 10 Jahren schaffen auf denn Stand zu kommen.
Entwicklungen brachen seine Zeit !
Wer die Gewinner oder Verlierer sind sieht man in 10 – 20 Jahren.

Melvin:

Ich denke, dass die Aufregung vor allem daher rührt, dass E-Fuels von einigen vorrangig konservativen Politikern und Vertretern der fossilen Lobby immer wieder in den Vordergrund gerückt werden, als Lösung wie alles beim alten bleiben könnte, während gleichzeitig die E-Mobilität von den gleichen Personen schlechtgeredet wird.
Dabei werden E-Fuels vollkommen realitätsfremd herausgestellt, als gäbe es sie jetzt schon in rauen Mengen und man müsse ja nur etwas Wille zeigen, während BEV vollkommen realitätsfremd verunglimpft werden.
Das ist kein technologieoffener Ansatz, der immer von konservativer Seite gefordert wird.
Der technologieoffene Ansatz ist jedoch bereits im Gesetz verankert. Nirgends werden batterieelektrische Antriebe gefordert, auch wenn das gerne behauptet wird. E-Fuels, so sie denn wirklich kommen, sind ebenso erlaubt wie Brennstoffzellen oder Wasserstoffverbrenner.
Dass batterieelektrische Antriebe im Fokus der Industrie stehen, ist einfach nur die logische Konsequenz aus verhältnismäßig einfacher Zielerfüllung, heutigem technologischem Reifegrad und bereits vorhandener Verfügbarkeit. Deswegen wird das vom realitätsaffinen Teil der Politik, der Forschung und der Industrie eben deutlich bevorzugt vorangetrieben.

Ich bin überzeugt, dass wir diese Diskussionen schon in ein paar Jahren nicht mehr oder ganz anders führen werden. Die Entwicklung der E-Mobilität folgt den üblichen Mustern und ich für meinen Teil werde frühzeitig darauf umgestiegen sein und die weitere Entwicklung entspannt beobachten, während ich die Vorteile bereits heute genieße. ;)

Pedro G.:

Da frage ich mich warum die Erdöl-Industrie noch nicht massiv in E-Fuels investiert ?
Sind die Investitionen zu groß für einen baldigen Gewinn ?

Melvin:

Ganz genau. Und dieser Ansatz ist, soweit ich das Gesetz gelesen und richtig verstanden habe, auch gegeben.

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