VinFast meldet deutliche Absatz- und Umsatzsteigerungen

Cover Image for VinFast meldet deutliche Absatz- und Umsatzsteigerungen
Copyright ©

Vinfast

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der vietnamesische Elektroautohersteller VinFast hat seine Fahrzeuglieferungen im ersten Quartal deutlich gesteigert und seinen Umsatz im Vergleich zu vor einem Jahr verdreifacht. Allerdings bewegt sich VinFast noch auf sehr niedrigem Niveau: In den ersten drei Monaten des Jahres hat der Autohersteller nur knapp 9700 Fahrzeuge ausgeliefert, immerhin aber ein Anstieg von 444 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte davon gingen jedoch an die Tochtergesellschaft Green SM, einen Taxibetreiber und Leasinganbieter, der unter anderem von VinFast-Gründer Pham Nhat Vuong unterstützt wird.

Der Umsatz des Unternehmens im ersten Quartal verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 302,6 Millionen Dollar, lag allerdings um 31 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2023. Der Nettoverlust stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 618 Millionen Dollar, war aber 12,3 Prozent niedriger als im Vorquartal.

VinFast teilte mit, sein Ziel von 100.000 E-Auto-Auslieferungen für 2024 trotz des intensiven Preiswettbewerbs und der globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten aufrechtzuhalten. „VinFast sieht die anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Instabilität weltweit als kurzfristige Herausforderung“, kommentierte die Vorsitzende des Unternehmens, Le Thuy, nach der Ergebnisveröffentlichung. Die Mehrheit der Auslieferungen für 2024 wird demnach in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

VinFast wurde 2017 gegründet und konzentriert sich seit 2022 vollständig auf Elektroautos. Zum Absatzwachstum sollen unter anderem gesteigerte Verkäufe in den USA beitragen, wo VinFast im vergangenen Jahr mit dem Verkauf in Kalifornien begann und gerade dabei ist, ein Händler-Netzwerk aufzubauen. Ein erfolgreiches Jahr täte auch dringend Not, seit ihrem Höchststand aus August 2023, als VinFast an die Börse ging, sind die Aktien des Unternehmens um 97 Prozent gefallen. Das Unternehmen wird derzeit auf gut 7 Milliarden Dollar geschätzt.

Wie VinFast erfolgreich werden will

Im ersten Quartal 2024 verfolgte VinFast seine globale Wachstums-Roadmap, indem es seine E-Autos auch weiteren Märkten in Asien auf den Markt brachte, eine Präsenz im Nahen Osten etablierte, mit dem Bau seiner Produktionsstätte in Indien begann und sein Vertriebsnetz weltweit ausbaute.

Im ersten Quartal hat VinFast demnach Partnerschaften mit zehn neuen Händlern in den USA geschlossen und sein gesamtes US-Netzwerk auf 16 Händler in 7 Bundesstaaten ausgebaut, darunter North Carolina, New York, Texas, Florida, Kansas, Connecticut und Kentucky. Die neuen Partner sollen im zweiten Quartal mit den Verkäufen beginnen.

Über die aktuellen Märkte hinaus verstärkt VinFast auch seine Präsenz und seine Vertriebsbemühungen auf Märkten in ganz Südostasien. Auf der Bangkok International Motor Show 2024 startete das Unternehmen offiziell seine Marke in Thailand und unterzeichnete Absichtserklärungen mit 15 Händlern, mit dem Ziel, 22 Standorte in Bangkok zu betreiben.

In Indonesien eröffnete VinFast offiziell sein erstes Händlergeschäft und begann mit dem Verkauf des VF e34, einem Elektro-SUV der Kompaktklasse. Dort hat das Unternehme auch ein Batterieabonnement-Modell eingeführt, das darauf abzielt, indonesische Verbraucher dazu zu ermutigen, auf Elektroautos umzusteigen, indem es niedrigere Anfangs- und Betriebskosten ermögliche.

Im März begann VinFast zudem offiziell mit der Auslieferung seines C-Segment-Elektro-SUV VF 7 an Kunden in Vietnam, das kleinere und erschwinglichere Modell VF 3 soll zeitnah folgen. In Nordamerika sollen der VF 9 und der VF 7 auf den Markt kommen, zudem sollen weitere globale Märkte erschlossen werden. In Bezug auf Ladeinfrastruktur kündigte Pham Nhat Vuong, Gründer und CEO von VinFast, die Gründung von V-Green an, um ein globales Netzwerk von Ladestationen speziell für VinFast-Fahrzeuge aufzubauen.

Quelle: Vinfast – Pressemitteilung vom 17.04.2024

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Sebastian Henßler  —  

Michael Jost kritisiert Technologieoffenheit als Ausrede: Wer alle Wege offenhält, geht keinen konsequent – nur das Elektroauto führt zur Klimaneutralität.

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.

Cover Image for Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mit vielen Neuerungen, einem stärkeren Auto und einem internationaleren Terminkalender geht der ADAC Opel GSE Rally Cup in der Saison 2026 an den Start.