Korea oder China: Wer baut das bessere kompakte E-SUV?

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Hyundai

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Mit dem Atto 3 greift der chinesische Autobauer BYD auch auf den europäischen Märkten unter anderem den etablierten Hyundai Kona an. Die Kollegen der Elektroautomobil haben sich beide Modelle nun im direkten Vergleich vorgeknöpft und kommen dabei zu folgendem Fazit: „Der Hyundai Kona ist das bessere Auto, der BYD Atto 3 schont den Geldbeutel.“ Wir fassen zusammen, welche Vor- und Nachteile in diesem Test zu beiden Fahrzeugen zutage gefördert wurden.

Zunächst einmal zu den harten Fakten: Zum Test vorgefahren sind der 4,36 Meter lange Kona mit 160 kW Leistung und einem 65,4 kWh großen Akku sowie ein zehn Zentimeter längerer Atto 3 mit 60,5 kWh großem Akku und 150 kW Leistung. Das chinesische Modell schafft 160 Stundenkilometer in der Spitze und benötigt für den Sprint auf Tempo 100 laut Hersteller 7,3 Sekunden, beim Koreaner braucht knapp eine Sekunde länger, schafft dafür aber 172 Stundenkilometer als Maximum.

Hyundai ist kleiner und sparsamer

Mit Ladeverlusten benötigte der BYD auf der Testrunde 19 kWh Strom (15,7 kWh laut Bordcomputer), der Hyundai war mit 16,7 kWh inklusive Ladeverlusten (15,6 kWh laut Bordcomputer) deutlich sparsamer und zudem offensichtlich realistischer beim Berechnen des tatsächlichen Verbrauchs. Beim Ladeverhalten lagen beide Fahrzeuge dicht beieinander: Trotz der geringeren maximalen Ladeleistung von nur 90 kW zog der Atto 3 von 10 bis 80 Prozent mit 79 kW im Schnitt etwas mehr Strom als der Kona, der maximal zwar 102 kW schaffte, jedoch ab 70 Prozent beim Laden stark nachlässt und im Schnitt auf 78 kW kam. Bei Kälte ist der Kona jedoch wegen der Batteriekonditionierung klar im Vorteil.

Lobende Worte fanden die Tester beim BYD unter anderem für das coolere Design (wir berichteten bereits über eigene Eindrücke), das gute Platzangebot und den hohen Fahrkomfort. Negativ aufgefallen sind hingegen unter anderem die unzuverlässige Ladeleistung, der schlecht abgestimmte Antrieb sowie die mangelhafte Ladeplanung. Das stärkste Argument für den Chinesen sei jedoch der Preis, der einen „soliden Einstieg in die Elektromobilität“ ermögliche.

BYD-Atto-3
Chatchai Somwat / Shutterstock / 2248023209

Das ausgereiftere, wenn auch vielleicht langweiligere Elektroauto sei in diesem Vergleich aber eindeutig der Hyundai Kona. Zum einen sei dieser mit vielen für Elektroauto-Nutzer wichtigen Features versehen, zudem gebe es verschiedene Rekuperationsmodi, ein gut sortiertes Cockpit und ein angenehmes Bedienkonzept. Angesichts der nicht mehr zeitgemäßen Ladeperformance – anders als bei den Ioniq-Modellen stattet Hyundai den Kona nur mit einem 400-Volt-System aus – und nicht allzu hochwertigen Materialien im Innenraum sei der Preis aber zu hoch. Der getestete Kona kostet 55.490 Euro, der Atto 3 nur 39.990 Euro.

Quelle: elektroautomobil (2/2024, S. 34 bis 43) – „Wenn zwei das Gleiche tun…“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Manne:

Optik ist halt Geschmacksache. Mir gefällt z.B. der Kona von hinten gar nicht. Interessant fand ich die Aussage eines Audi-Managers aus dem Bekanntenkreis der meinte dass BYD beim Design und Konzept des Attos ganz viel richtig gemacht haben. Da war fast etwas Neid dabei.

Manne:

Hallo, wir haben letztes Jahr eine Atto angeschafft. Zuvor Kona und Niro mit in die Auswahl gefasst. Warum hat der Atto das Rennen gemacht? Für meine Frau, die das Auto primär fährt war die Sitzposition und Übersichtlichkeit am besten, gefühlt hatte der Atto die beste Verarbeitung, das Innendesign ist mal ganz anders und gefühlt moderner, die Ausstattung mega gut aber und das Leasingangebot war besser. Nach mittlerweile 6000 km bereuen wir die Entscheidung nicht.

Vernon:

Wer bietet den besseren Werkstatt Service?

T. D.:

Die umfangreichen und Langen Garantien von 8 Jahren welche Hyundai gibt sollte man auch nicht vergessen. gibt’s die bei den Chinesen auch??
Davon abgesehen ist der Hyundai Made in Tschechien, Europa ! Dann kommt noch der EnBW Sondertarif hinzu, der das Laden unterwegs günstiger macht!

Spiritogre:

Vom Interieur gefällt mir der Kia Niro am besten, außen sieht aber der Kona cooler aus.

Der Atto 3 ist in beiden Bereichen nur hässlich, das Interieur ist geradezu schrecklich, und würde mir schon deswegen nicht ins Haus kommen. Der sieht einfach nicht wertig aus.
Übrigens ist der Atto 3 bis letztes Jahr 8000 Euro teurer gewesen und man hat ihn erst Anfang des Jahres mit dem Kona gleichziehen lassen, wohl weil keiner der haben wollte. Kona wiederum sehe ich recht häufig.

André:

Der elektrische Kona wird übrigens für alle Märkte in Tschechien gebaut. Insofern ist der Titel falsch.

Peter Bigge von Berlin:

Sollte es nicht heißen „Korea und China bauen die besten Stromer, was baut die restliche Welt?“
Ulk beiseite. Es ist schwierig zu sagen, wer das „bessere“ Elektroauto baut. Es kommt auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen an. Wer ein innovatives, hochwertiges und langlebiges Elektroauto sucht, ist mit einem koreanischen Modell gut beraten. Wer ein günstiges und vielseitiges Elektroauto sucht, findet in China eine große Auswahl.
Die Entwicklung der Elektroautoindustrie geht rasant voran. Es ist daher wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahren noch weitere Länder auf den Markt kommen und die Konkurrenz noch härter wird für klassische Autohersteller, wir stehen gerade erst am Anfang der Elektromobilität.
Die Frage nach dem Besseren wird es so nicht mehr geben, sondern wer bietet das beste Gesamtpaket.

Bernhard:

Euer Vergleich hinkt etwas. Man kann doch nicht einfach den teuersten Kona nehmen und behaupten der Kona kostet 55.000 €! Nehme ich die mittlere Austattung Trend kostet die 48.000 € und dann gibt Hyundai noch eine Umweltprämie von 7000 € obendrauf. Und schon ist der Preisunterschied nur noch bei 1000 €, die der Kona teurer ist. Also fair bleiben beim vergleichen von Äpfel mit Birnen.

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