Renault bietet für E-Autos wiederaufbereitete Motoren und Batterien an

Cover Image for Renault bietet für E-Autos wiederaufbereitete Motoren und Batterien an
Copyright ©

Renault

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Renault Gruppe und ihre Tochtergesellschaft The Future Is Neutral haben die Wiederaufbereitung von drei Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs gestartet. Dies ist für die Automobilindustrie eine Europapremiere: Künftig haben Kundinnen und Kunden bei der Reparatur ihres Elektroautos die Wahl zwischen neuen Originalteilen und einer Reihe von sorgfältig aufbereiteten Qualitätsprodukten, die um bis zu 30 Prozent günstiger seien. Dies soll dazu beitragen, den Ressourcenverbrauch und den Ausstoß von CO2-Emissionen zu reduzieren.

Das After-Sales-Angebot umfasst folgende aufbereitete Komponenten: Elektromotoren (für Zoe, Twingo E-Tech, Kangoo E-Tech und Master E-Tech), Leistungselektronik (für Zoe und Kangoo E-Tech) und Traktionsbatterien (für Zoe, Twingo E-Tech und Megane E-Tech). Ab 2024 will The Future Is Neutral am französischen Standort Flins eine Produktionskapazität erreicht haben, um mehr als 3000 Bauteile pro Jahr für Elektroautos aufzubereiten.

Renault plant darüber hinaus ein tieferes industrielles und kollaboratives Ökosystem für Kreislaufwirtschaftslösungen. Dieses Ökosystem entstehe um vier komplementäre Pole, die sich mit Bauteilen, Produkten bis hin zur Spezialisierung bei Prozessen befassen:

Re-trofit: Längere Laufzeiten für Fahrzeuge durch

  • Die Renew Factory (Flins, Sevilla, Bursa): Überholung von Gebrauchtfahrzeugen aller Marken
  • Die BodyWork Factory (Flins): aufwendige Karosseriereparatur an Fahrzeugen
  • Die Umrüstung des Transportermodells Master III von Verbrennungsmotor auf elektrischen Antriebsstrang

Re-energy: Erzeugung, Speicherung und Management von grüner Energie durch

  • Das Expert Battery Repair Centre (CERBF) von The Future Is Neutral erstellt Batteriediagnosen, führt aufwendige Reparaturen und Tests durch und bereitet das zweite Leben der Energiespeicher vor
  • Die Batterie-Reparaturwerkstätten der Renault Group übernehmen in 30 Zentren weltweit die Batteriediagnose und -reparatur
  • Die Wiederverwendung von Batterien als Energiespeicher für Mobilize: mobile und modulare Speicher können umweltbelastende Generatoren ersetzen. Schon heute existieren stationäre Großspeicher mit bereits über 20 MWh Speicherkapazität in Batterieparks in Frankreich und Deutschland

Re-cycle: Recycling und Wiederverwendung von Teilen und Materialien

  • Umfasst Aktivitäten von The Future Is Neutral am Standort Flins zur Wiederaufbereitung und Überholung von Komponenten

Re-start: Unterstützt den strukturellen Aufbau der Kreislaufwirtschaft und den gesamten Sektor der nachhaltigen Mobilität

  • 160.000 Schulungsstunden für die Mitarbeiter der Refactory Flins zur Umstellung auf die Kreislaufwirtschaft
  • Der „Campus de l’Industrie Circulaire“ wird von der ReKnow University in Zusammenarbeit mit der Refactory und The Future Is Neutral betrieben: ein Ausbildungsprogramm für Studenten und Fachleute, das sich mit der Kreislaufwirtschaft befasst
  • Der Open Innovation Hub in Flins von The Future Is Neutral unterstützt Start-ups, die durch ein Inkubationsprogramm zur Kreislaufwirtschaft und ein schlüsselfertiges Industrialisierungsangebot in der Refactory zu Klimalösungen beitragen

Renault will so einen breiten Bereich der Kreislaufwirtschaft abdecken, um die Lebensdauer von Fahrzeugen und Komponenten zu verlängern, diese zu reparieren, aufzuarbeiten und zu recyceln. Diese Aktivitäten sollen entscheidend dazu beitragen, die Ziele der Renault Group zu realisieren: Bis 2030 will der Konzern einen Materialanteil aus der Kreislaufwirtschaft in Neuwagen von 33 Prozent verwirklichen sowie bis 2040 in Europa und bis 2050 weltweit einen „Netto-Null-Kohlenstoff-Fußabdruck“ für alle ihre Aktivitäten erreichen.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 20.03.2024

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for Exklusiv: Zeekr greift BMW & Co. auf deutschem E-Markt an

Exklusiv: Zeekr greift BMW & Co. auf deutschem E-Markt an

Henning Krogh  —  

Zeekr aus China weitet die Europa-Offensive aus: Neue Stromer und B2B-Offerten für das wichtige Firmenwagengeschäft zielen auch auf Audi, Mercedes und Porsche.

Cover Image for Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Sebastian Henßler  —  

Michael Jost kritisiert Technologieoffenheit als Ausrede: Wer alle Wege offenhält, geht keinen konsequent – nur das Elektroauto führt zur Klimaneutralität.

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.