Neuer Jeep Compass: Raus aus der Lethargie

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Jeep

Joaquim Oliveira
Joaquim Oliveira
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Die neue, mittlerweile dritte Generation des Jeep Compass ist im Vergleich zu seinem Vorgängermodell kaum wiederzuerkennen. Das neueste Modell der Offroad-Amerikaner soll die Marke aus Lethargie und schlechten Verkaufszahlen herausholen – nicht nur im Heimatland USA. Ende des Jahres kommt der Neuling wahlweise als Hybrid, Plug-in-Hybrid oder Elektroversion auf den Markt.

Seitdem Jeep zum Stellantis Konzern gehört, ist aus dem einstigen Offroad-Hersteller insbesondere in Europa eine weich gespülte SUV-Marke geworden. Von den im vergangenen Jahr gerade einmal 132.000 in Europa verkauften Jeep-Modellen entfielen rund zwei Drittel auf den kompakten Avenger, bei dem es echten Jeep-Fans den Magen herumdreht.

Jetzt soll der Compass auf alte Erfolgswege zurückführen. Ob Jeep so wieder mehr Konturschärfe bekommt, darf jedoch bezweifelt werden, denn der Compass basiert auf der bekannten STLA-Plattform von Stellantis und hat daher im Werk Melfi gefertigt die gleichen Gene wie Peugeot 3008 oder Opel Grandland.

Obwohl der Compass eines der kompaktesten Modelle dieser Architektur ist, wächst er in der Länge um 15 Zentimeter auf 4,55 Meter und wird um 8,5 Zentimeter breiter. Das bringt mehr Beinfreiheit in der zweiten Reihe und einem 550 Liter großen Laderaum. Wem das nicht reicht, der kann die Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 umlegen. Die Qualität der Materialien im Innenraum hat sich durch weiche Oberflächen deutlich verbessert. Zudem gibt es 10 Zoll große Instrumente, einen 16 Zoll großen Zentral-Bildschirm sowie ein optionales Head-Up-Display. Wahlweise ist der Jeep Compass mit Front- oder Allradantrieb zu bekommen. Ob er trotz der 20 Zentimeter Bodenfreiheit und Kratzschutz für die Schürzen einmal befestigte Wege verlassen wird, darf jedoch bezweifelt werden.

Mehr als 500 Kilometer Reichweite

Bei den Antrieben gibt es keinerlei Überraschungen, denn der Compass bedient sich im Stellantis-Konzernregal. Die Basis beim Hybridmodell bildet der bekannte 1,2 Liter großer Dreizylinder-Turbo, dessen 100 kW (136 PS) und 230 Nm von einem 21 kW (28 PS) starken Elektromotoren unterstützt wird, der aus einer gerade einmal 0,4-kWh-Batterie gespeist wird, was seine Gesamtleistung auf 107 kW (145 PS) erhöht. Der 143 kW (195 PS) starke Plug-in-Hybrid kombiniert den 1,6-Liter-Vierzylindermotor mit 150 PS (300 Nm) mit einem 92 kW (125 PS) und 350 Nm starken Elektromotor und kann Dank des 17,8 kWh großen Batteriepaketes bis zu 87 Kilometer rein elektrisch fahren.

Jeep Compass Cockpit
Jeep

Darüber hinaus bietet Jeep ähnlich wie Opel und Peugeot eine frontgetriebene Elektroversion mit 157 kW (213 PS) und 345 Nm, dessen 74-kWh-Batterie eine Reichweite von rund 500 Kilometern bringen soll. Das größere Akkupaket mit 96 kWh bringt eine spärliche Leistungssteigerung auf 170 kW (231 PS) und eine Normreichweite von 660 Kilometern. Die Allradversion mit 157 kW vorn und 132 kW an der Hinterachse nebst 96 kWh-Batteriepaket und einer Gesamtleistung von 276 kW (375) PS soll 600 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp fahren können. Die maximale Ladeleistung liegt bei 160 kW.

Die Preise reichen von 41.000 Euro für den 1.2 MHEV mit 145 PS bis 51.750 Euro für die günstigste Elektroversion. Zur Serienausstattung gehören 20-Zoll-Räder und LED-Matrix-Scheinwerfer, Sitzheizung, Parksensoren vorne und hinten sowie eine Einparkkamera hinten. Es gibt ein vereinfachtes Optionspaket mit Annehmlichkeiten wie belüfteten und massierenden Sitzen, einem Schiebedach und einer halbautomatischen Spurwechselhilfe.

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Joaquim Oliveira

Joaquim Oliveira

Der gebürtige Brasilianer arbeitet seit Jahren als internationaler Korrespondent für verschiedene Automagazine, wie das brasilianische "Quatro rodas", das englische "AutoExpress" oder den chinesischen "Car & Driver". Für Elektroauto-News.net verfasst er regelmäßig entsprechende Fahr- und Erfahrungsberichte aktueller Elektroauto-Modelle.

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