Mercedes-Benz Vans: Neue Plattform für Elektro & Verbrenner

Cover Image for Mercedes-Benz Vans: Neue Plattform für Elektro & Verbrenner
Copyright ©

Mercedes-Benz Vans

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Mercedes-Benz Vans erweitert sein Angebot und setzt auf eine flexible Plattformstrategie. Ab 2026 entstehen alle neuen Modelle auf der modularen Mercedes-Benz Van Architecture. Dabei wird zwischen der vollelektrischen Van Electric Architecture (VAN.EA) und der Van Combustion Architecture (VAN.CA) unterschieden. Diese Entscheidung ermöglicht es, sowohl Elektroautos als auch Vans mit modernen Verbrennungsmotoren anzubieten. Das Unternehmen geht den Schritt Richtung Verbrenner zurück, in einer Zeit, in der nicht gänzlich klar scheint, worauf die EU künftig den Fokus setzt. Zuvor war angedacht ab 2026 neue Fahrzeuge nur noch auf der Plattform VAN.EA aufzubauen.

Die elektrische Variante VAN.EA bildet die Basis für mittelgroße und große Transporter. Ihr Fokus liegt auf Privat- und Gewerbekunden mit unterschiedlichen Anforderungen. Familienvans, luxuriöse VIP-Shuttles und großräumige Limousinen sollen für den privaten Bereich zur Verfügung stehen. Gewerbliche Modelle konzentrieren sich auf effiziente Transportlösungen. Ein 800-Volt-Batteriesystem sorgt für kurze Ladezeiten. Das Mercedes-Benz Operating System (MB.OS) integriert digitale Dienste und ermöglicht eine nahtlose Vernetzung. Kunden haben die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb, je nach Einsatzgebiet.

Neben der elektrischen Architektur bleibt Mercedes-Benz Vans mit VAN.CA im Verbrennersegment aktiv. Diese Plattform nutzt rund 70 Prozent Gleichteile mit der Elektrovariante, wodurch Produktion und Entwicklung optimiert werden. Beide Versionen entstehen auf derselben Fertigungslinie. Die Differenzierung erfolgt durch spezifische Anpassungen für den privaten und gewerblichen Einsatz. Damit will das Unternehmen Synergien und Skaleneffekte heben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Tests der neuen Elektro-Modelle laufen bereits. Ein erster Prototyp absolvierte bereits im Sommer 2024 eine Langstreckenfahrt von Stuttgart bis zum Nordkap. Die Erprobung umfasste zentrale Komponenten wie Fahrwerk, Elektroantrieb und Hochvolt-Batterie. Weitere Tests in extremen Winterbedingungen sind in Schweden geplant. Ziel ist es, die Alltagstauglichkeit der neuen Vans unter verschiedenen Wetterbedingungen sicherzustellen. Mathias Geisen, Leiter von Mercedes-Benz Vans, betont, dass die neue Strategie nicht nur die Anzahl der Modellvarianten verringere, sondern auch die Effizienz und Profitabilität steigere.

Produktion soll klimafreundlicher werden

Die Produktion wird auf mehrere Standorte verteilt. Ein neues Werk in Jawor, Polen, übernimmt die Fertigung großer Elektrotransporter. Der Energiebedarf des Werks wird durch erneuerbare Energien gedeckt, darunter Solar- und Windkraft. Zusätzlich kommen Geothermie und Biogas zum Einsatz, um eine klimafreundliche Produktion zu gewährleisten. Auch bestehende Werke in Deutschland und Spanien werden in die Herstellung der neuen Modelle integriert. In Düsseldorf entstehen Chassis-Varianten, während Ludwigsfelde auf die Individualisierung von Elektro-Campern spezialisiert wird. Mittelgroße Vans laufen im spanischen Vitoria vom Band.

Die Kombination aus elektrischen und verbrennungsmotorischen Varianten sorgt für Flexibilität und ermöglicht es, auf unterschiedliche Marktanforderungen einzugehen. Dennoch Mercedes-Benz Vans verfolgt mit dieser Strategie eine nicht so ganz klare Ausrichtung auf die (Klima-) Zukunft.

Quelle: Mercedes-Benz Vans – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Christoph Hensel:

Das wird ja interessant. V-Klasse, EQV, Vito und Sprinter sind betroffen. Das sind ja quasi Gelddruckmaschinen, weil Handwerker, Paketausfahrer, Womo Hersteller etc alle diese Wagen brauchen. Klar, der Markt ist auch nicht unumkämpft, aber da werden Stückzahlen umgesetzt. Man darf also gespannt sein, was Mercedes da dann bietet und zu welchen Preisen.

Ähnliche Artikel

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.

Cover Image for PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

Sebastian Henßler  —  

Europas Batteriebranche kämpft mit hohen Kosten, fehlendem Know-how und dem Vorsprung asiatischer Wettbewerber – PEM-Professor Heimes zeigt die Folgen.

Cover Image for IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

Michael Neißendorfer  —  

Kunden dürfen sich auf ultrakurze Ladezeiten und hohe Reichweiten freuen, so Capgemini-Analyst Sulek, die E-Mobilität wird also nochmals alltagstauglicher.

Cover Image for MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

Daniel Krenzer  —  

Mit einer Produktoffensive will die SAIC-Marke vor allem auf dem Heimatmarkt mehr Kunden von seinen E-Autos überzeugen.

Cover Image for Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Michael Neißendorfer  —  

Porsche stattet den vollelektrischen Macan mit neuen Assistenzsystemen und digitalen Features aus. Im Fokus stehen mehr Komfort beim Parken, Laden und Ziehen.

Cover Image for Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Laura Horst  —  

Führende südkoreanische Autohersteller und Batterieunternehmen wollen gemeinsam die Batteriesicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.