JLR investiert 600 Millionen Euro in E-Auto-Produktion

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Jaguar Land Rover

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Jaguar Land Rover (JLR) modernisiert sein historisches Halewood-Werk bei Liverpool in Großbritannien mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet gut 600 Millionen Euro. Das Ziel ist es, die Produktion von Elektroautos voranzubringen. Bereits 300 Millionen Euro wurden in das Projekt gesteckt, wobei die Modernisierung in den kommenden Jahren fortgesetzt wird. Das Werk, ursprünglich 1963 für die Produktion des Ford Anglia errichtet, wird für die Zukunft vorbereitet, indem es auf die Herstellung von Elektro-SUVs umgestellt wird. Gleichzeitig werden weiterhin Autos mit Verbrennungs- und Hybridmotoren gefertigt.

In den letzten zwölf Monaten flossen über eine Million Arbeitsstunden in den Umbau des Werks. Dabei wurde die Produktionsfläche um über 32.000 Quadratmeter erweitert. Halewood wird künftig mittelgroße Elektro-SUVs der Luxusklasse auf Basis der neuen Electric Modular Architecture (EMA)-Plattform von JLR produzieren. Der Umbau umfasst neue Fertigungslinien für E-Autos, 750 autonome Roboter und fortschrittliche Kalibrierungssysteme, die eine präzise Passform von Teilen sicherstellen sollen.

Um den Anforderungen der modernen Automobilproduktion gerecht zu werden, wurde das Werk laut JLR mit der neuesten Technologie ausgestattet. Dazu gehören unter anderem cloudbasierte Systeme zur Produktionssteuerung, neue Linien für den Bau von Elektroautos und spezielle Anlagen zur Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen. Ferner kommen Roboter zur Unterstützung der Mitarbeiter bei der Montage von Hochvoltbatterien zum Einsatz. Insgesamt wurden 40 neue autonome mobile Roboter eingeführt.

Das Werk ermöglicht nun, unterschiedliche Autogrößen herzustellen. Der Karosseriebau wurde so ausgelegt, dass bis zu 500 Fahrzeugkarosserien pro Tag produziert werden können. In der Lackiererei wurden 1,4 Kilometer Förderbänder erweitert, um der steigenden Nachfrage nach zweifarbigen Lackierungen gerecht zu werden. Eine neue Lagerhalle für lackierte Karosserien bietet Platz für bis zu 600 Fahrzeuge, bevor sie in die Endmontage gehen.

Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion

Als Teil seiner Reimagine-Strategie plant JLR, bis 2039 klimaneutral zu werden. Dies gilt sowohl für die Produktion als auch für die gesamte Lieferkette. In Halewood sollen durch die Nutzung erneuerbarer Energien und energieeffiziente Maßnahmen bis zu 40.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Dazu gehört auch die Installation von 18.000 Solarpaneelen, die rund 8600 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen sollen, was etwa 10 Prozent des Energieverbrauchs des Werks deckt.

Um die Belegschaft auf die Anforderungen der Elektromobilität vorzubereiten, investiert JLR jährlich 24 Millionen Euro in Schulungsprogramme an allen Standorten. Im Rahmen dieses Programms wurde in Halewood ein neues Schulungszentrum eröffnet, in dem Mitarbeiter in allen Phasen der Fahrzeugproduktion geschult werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Hochvoltbatterie-Montage. Bereits 1600 Beschäftigte haben eine entsprechende Schulung durchlaufen, weitere 100 sollen folgen.

Halewood ist nicht nur ein Vorreiter in der Produktion von Elektroautos, sondern auch in der Nutzung digitaler Technologien. Neue Lasersysteme etwa ermöglichen eine präzise Türmontage, die speziell auf jede Karosserie abgestimmt sei. Das Werk ist außerdem mit Kalibrieranlagen für Fahrassistenzsysteme ausgestattet, die sicherstellen sollen, dass jedes Auto für zukünftige autonome Fahrfunktionen optimal vorbereitet ist. Die Produktionslinien haben bereits die ersten Testläufe für die EMA-Karosserien abgeschlossen. In den kommenden Monaten wird JLR weiterhin die neuen Maschinen und Technologien testen und optimieren, bevor die Serienproduktion der Elektro-SUVs beginnt.

Quelle: Jaguar Land Rover – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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