Happy Birthday! Opel feiert 125. Jubiläum

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Opel

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 5 min

Happy Birthday Opel! Heute auf den Tag genau vor 125 Jahren am 21. Januar 1899 unterzeichnete Wilhelm Opel, der Sohn des Firmengründers Adam Opel, einen Vertrag mit dem Dessauer Hofschlossermeister Friedrich Lutzmann zum Kauf von dessen Motorwagenfabrik – es ist der offizielle Startschuss zur Automobilproduktion bei Opel. Das Datum markiert den Beginn einer neuen Ära. Zuvor ein erfolgreicher Nähmaschinen- und Fahrradhersteller, wagte sich Opel vor genau 125 Jahren auf damals für das Unternehmen unbekanntes, neues Terrain.

Seitdem haben mehr als 75 Millionen Autos von Opel die Werkshallen in ganz Europa verlassen. Einer der aktuellen Bestseller kommt dabei aus dem Stammwerk Rüsselsheim: die jüngste Generation des Opel Astra, erstmals auch als reines Elektromodell. Adam Opel wäre begeistert – doch dazu später mehr.

Das Jubiläumsjahr 2024 soll ein außergewöhnliches Jahr für Opel werden und ganz im Zeichen der Elektromobilität stehen, wie der Hersteller ankündigt. Denn erstmals in der Geschichte der Marke wird jedes Modell auch batterie-elektrisch vorfahren – allen voran der neue Opel Astra Sports Tourer Electric, einer der ersten rein elektrischen Kombis am Markt. Ab 2028 will Opel komplett auf Elektroautos umgestiegen sein. 

So wie Opel vor 125 Jahren stehen wir auch heute am Beginn einer neuen Ära: Damals wurde das Unternehmen zum Pionier, indem es ins Automobilzeitalter startete. Heute wird Opel zum Elektropionier, der den Menschen bezahlbare, lokal emissionsfreie und zugleich alltagstaugliche individuelle Mobilität bietet“, so der aktuelle Opel-CEO Florian Huettl zum Beginn des Jubiläumsjahres. „Dafür steht exemplarisch der neue Astra Sports Tourer Electric. Dieser kommt wie seinerzeit das erste Opel-Automobil aus Rüsselsheim. Auf dieses Erbe können wir stolz sein. Und so feiern wir das Jubiläum ‚125 Jahre Automobilbau bei Opel‘ ganz im Zeichen der E-Mobilität“.

Ende der 1890er Jahre: Von Nähmaschinen und Fahrrädern zum Automobil

Die Erfolgsgeschichte von Opel beginnt eigentlich schon einige Jahre vor dem Automobilbau, 1862: Adam Opel setzt in Rüsselsheim seine erste Nähmaschine zusammen und legt damit den Grundstein für das junge Unternehmen. Schon bald entwickelt sich Opel zu einem der größten Nähmaschinen­produzenten in Deutschland und exportiert nach ganz Europa.

Mit Zweirädern baut sich Opel das nächste erfolgreiche Standbein auf. 1886 entsteht in Rüsselsheim das erste Hochrad – damit zählt Opel auch zu den ersten Fahrradherstellern in Deutschland. In den 1920er Jahren avanciert Opel – bereits parallel zum Automobilgeschäft – zum weltgrößten Fahrradhersteller. Ein Erfolg, für den die fünf Söhne des mittlerweile verstorbenen Firmengründers verantwortlich zeichnen.

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Die fünf Opel-Brüder, um 1912 / Quelle: Opel

Sie sind es auch, die für das Unternehmen den grundlegenden Wandel zur Mobilität mit dem Automobil einleiten. Aufgrund rückläufiger Geschäftszahlen im Fahrrad-Bereich in den 1890er Jahren sind die Opel-Brüder auf der Suche nach neuen Produkten – und werden bei dem damals noch neuen Fortbewegungsmittel „Automobil“ fündig.

Fritz und Wilhelm Opel besuchen im September 1897 die erste deutsche Automobilausstellung in Berlin und treffen dort auf Friedrich Lutzmann. Der Hofschlossermeister und „Großherzoglich Anhaltische Hofwagenbauer“ fertigt bereits seit 1894 Motorwagen und verfügt damit über die von den Gebrüdern Opel gesuchte Erfahrung. Er lädt die beiden in seine Fabrik nach Dessau ein. Fritz und Wilhelm erkennen das Potenzial, das sich ihnen mit Lutzmann für den Automobilbau bietet.

Dachten alle Beteiligten zunächst über eine Kooperation nach, unterbreiten die Opel-Brüder dem Dessauer jedoch ein gut dotiertes Kaufangebot für Grundstück, Gebäude und Werkstatteinrichtung, sprich: für die komplette Fabrikation. Am 21. Januar 1899 unterzeichnen Wilhelm Opel und Friedrich Lutzmann schließlich den Vertrag über einen Kaufpreis von 116.887 Mark – und die Anhaltische Motorenwagenfabrik geht in das Eigentum von Opel über. Der gesamte Betrieb wird samt Mitarbeitern und Maschinen von Dessau an den Opel-Sitz nach Rüsselsheim verlegt. Friedrich Lutzmann selbst erhält zudem einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag als „Betriebsleiter der Adam Opel Motorfahrzeug-Fabrik“.

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Der Motorwagen System Lutzmann von 1899. Mit Heinrich Opel (rechts) und Opel-Werkmeister Sedlazcek / Quelle: Opel

Durch die Übernahme der Lutzmann-Fabrikation und -Patente erwirbt Opel gleichzeitig eine mehrjährige Erfahrung im Motorwagenbau. Lutzmann und ausgewählte von der Rüsselsheimer Fahrradproduktion abgezogene Mitarbeiter fertigen von da an in einer neu errichteten Montagehalle Motorwagen unter dem Namen Opel. Schon im Frühjahr 1899 entstehen erste Werbeannoncen und verkünden: „Opel-Motorwagen sind die besten.“

Pionierleistungen aus Rüsselsheim heute: Der neue Astra Sports Tourer Electric

Stellte vor 125 Jahren der Opel-Patentmotorwagen System Lutzmann als erstes Automobil aus Rüsselsheim eine Pionierleistung dar, soll dies heute die jüngste Generation des Bestsellers Opel Astra übernehmen, die am hessischen Stammsitz erdacht, designt und gefertigt wird. Hier rollen die Plug-in-Hybriden Astra GSe und Astra Sports Tourer GSe genauso vom Band wie der neue Astra Sports Tourer Electric. Mit ihm bietet Opel einen der ersten vollelektrischen Kompaktklasse-Kombis überhaupt.

Der Elektromotor liefert 115 kW (156 PS) und 270 Newtonmeter maximales Drehmoment. Ohne Ladestopp lassen sich im vollelektrischen Kompaktklasse-Kombi gemäß WLTP bis zu 413 Kilometer zurücklegen.

125 Jahre nach dem Start der Automobilproduktion in Rüsselsheim fährt Opel mit seinen Kunden also auch lokal emissionsfrei und mit Platz für viel Gepäck in die Zukunft. Das Jahr 2024 steht damit im Zeichen des großen Jubiläums und zugleich der Elektrifizierung von Opel, in dem der Hersteller seine Fans mit Veranstaltungen und Feiern sowie einigen neuen Modellen erfreuen will.

Zum Abschluss eine kleine Anekdote: Kurz vor seinem Tod im September 1895 soll Firmengründer und der Vater der fünf Opel-Brüder, Adam Opel, beim Anblick eines Automobils angeblich ausgerufen haben: „Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen!“ Sollte es tatsächlich so etwas wie einen Himmel geben, von dem Verstorbene auf die Erde blicken: Adam Opel wäre sicherlich erfreut, dass aus den Stinkkästen von einst leise surrende Spielzeuge für Jedermann geworden sind.

Quelle: Opel – Pressemitteilung vom 16.01.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Gregor:

Ja ich verstehe diese Marke auch nicht. Ich fahre zwar derzeit einen Movano, aber habe null Verbindung zu dieser Marke. Vorallem da jedes Bauteil so oder so das Renault Logo aufgedruckt hat. :D
Aber Opel ist für mich nur noch eine Worthülse die mal von GM gefüllt und jetzt eben von einem anderen Unternehmensverband gefüllt wird. Für mich macht die Marke nix mehr aus. Und dementsprechend mieß sind auch die BEV Versuche die sie derzeit machen. Oder verkaufen die das echt in Serien?

Robert:

„Heute wird Opel zum Elektropionier, der den Menschen bezahlbare, lokal emissionsfreie und zugleich alltagstaugliche individuelle Mobilität bietet“ und wann kommen diese E-Fahrzeuge dann??? die bisherigen sind jedenfalls viel zu teuer und nicht bezahlbar aber vielleicht gibts ja eine bezahlbare Jubiläumsausgabe des Astra Sports Tourer Electric für unter 30.000 Euro

brainDotExe:

Meiner Meinung nach war das gut für Opel. GM hat Opel ausgequetscht. Sie haben das KnowHow für kleine/sparsame Motoren gebraucht aber Opel immer gedeckelt (z.B. Eintritt in den asiatischen Markt blockiert).

PSA bzw. jetzt Stellantis sieht dass eine deutsche Marke Begehrlichkeit weckt.

Bingo:

Ja, schade das Opel von GM für 1,3 Mrd an die Franzosen verramscht wurde.

brainDotExe:

Gratulation an Opel zum Jubiläum!

Es ist immernoch die Marke, mit der ich am meisten Sympathie verbinde.

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