E-Autos in Westeuropa meist günstiger als Verbrenner

Cover Image for E-Autos in Westeuropa meist günstiger als Verbrenner
Copyright ©

Shutterstock / 2040011501

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Elektroautos sind zwar in der Anschaffung etwas teurer als ein Benziner oder Diesel. Diesen Nachteil holen sie allerdings über deutlich geringere laufende Kosten für Strom, Wartung und Reparaturen wieder auf, wie in der Vergangenheit schon mehrere Untersuchungen gezeigt haben. Unterm Strich sind Autofahrer in den meisten westeuropäischen Ländern mit E-Autos günstiger unterwegs als mit einem Verbrenner. Das gilt auch für Deutschland, wie eine weitere, aktuelle Gesamtkostenrechnung ALD Automotive und LeasePlan (Ayvens) aufzeigt.

In der Mobility Guide genannten Analyse hat das Flottenunternehmen Ayvens, das in 43 Ländern auf allen Kontinenten 3,4 Millionen Fahrzeuge betreibt, davon mehr als eine halbe Million E-Autos, eine TCO-Rechnung für Fahrzeuge mit einer Vertragslaufzeit von 48 Monaten und 120.000 Kilometern aufgestellt und die Kosten gegenübergestellt.

In Deutschland hat das Unternehmen mehr als 340.000 Fahrzeuge in der Flotte. Hierzulande hat demnach ein E-Auto mit Kosten von im Durchschnitt 43 Cent pro Kilometer die Fahrzeugnase knapp vorne vor Verbrennern, die mit 44 Cent pro Kilometer in der Statistik auftauchen. Noch größer ist die Ersparnis in Portugal, wo E-Autos mit 36 Cent je Kilometer deutlich günstiger zu fahren sind als Verbrenner mit 53 Cent. In Portugal beträgt die Ersparnis bei 120.000 zurückgelegten Kilometern über vier Jahre satte 20.400 Euro. In Deutschland sind es bei einem Cent Kostenvorteil nur 1200 Euro.

Auch in Österreich (42 Cent vs. 47 Cent), Belgien (36 Cent vs. 41 Cent), Dänemark (42 Cent vs. 46 Cent), Norwegen (39 Cent vs. 42 Cent) und der Schweiz (48 Cent vs. 52 Cent) fällt der Kostenvorteil deutlich zugunsten eines E-Autos aus. Nur in zwei Ländern in Westeuropa – in Großbritannien (33 Cent) und den Niederlanden (42 Cent) – liegen E-Autos und Verbrenner gleichauf.

Gemischtes Bild in anderen Ländern

In manchen osteuropäischen Ländern ist es allerdings weiterhin deutlich günstiger, einen Verbrenner zu fahren. In Bulgarien (78 Cent vs. 55 Cent), Kroatien (46 Cent vs. 41 Cent), Rumänien (43 Cent vs. 28 Cent), Tschechien (34 Cent vs. 30 Cent) und Ungarn (37 Cent vs. 31 Cent) liegen Verbrenner kostenseitig klar im Vorteil.

Auch global betrachtet zeigt sich ein gemischtes Bild: In Indien (20 Cent vs. 22 Cent) und Japan (18 Cent vs. 21 Cent) fährt man mit E-Autos günstiger, während Stromer in Brasilien (48 Cent vs. 24 Cent) und den USA (31 Cent vs. 22 Cent) Verbrennern kostenseitig deutlich hinterherhinken. Ausgewogen ist das Preisverhältnis in Kanada, wo beide Antriebsarten mit 27 Cent je Kilometer gleichauf liegen.

Quelle: Ayvens – Mobility Guide

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Schreib einen Kommentar und misch dich ein! 🚗⚡👇


Offler:

Sorry, ist aber falsch. Angenommen wurden geringe Wartungskosten. Bisher haben etliche Unternehmen aber wieder rückabgewickelt. Das oft zitierte ‚Tesla-Taxi Unternehmen‘ verkauft die momentan, Reparaturen waren zu teuer. Sixt – Wartungenzu teuer.. Hertz – Reparaturen zu teuer, zu geringer Restwert.

Die Studien bilden da leider keine Realität ab.

Frank:

Die 120.000km sind schon genau richtig, die wissen was sie tun. Bei 24 Monate sieht das ganz anders aus, z.B. Hertz verkauft die Tesla für 16.120 Euro in Amerika und wenn man mehr km ansetzt, sieht das auch anders aus.

☼ Martin:

Toller Bericht! DANKE! …möchte mehr davon ;-)

Robert:

Der Vorsprung könnte deutlich besser sein wenn wir in deutschland endlich mal vernünftige Strompreise bekommen würden sowohl im Haushalt auch an den Ladesäulen bin gespannt wie lange noch die Wildwest Abzocke an den Ladesäulen dauert beim Händy hat das ja auch über 10 Jahre gedauert

Jeff:

Also so langsam sollte es wirklich auch der letzte kapiert haben, dass das Märchen vom „teuren Elektroauto“ auserzählt ist… Vor allem rechnen die nur mit 120.000 km. Und je mehr man fährt, desto größer wird auch finanzielle der Vorsprung des E-Autos

Ähnliche Artikel

Cover Image for EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

EU: Marktanteil von E-Autos steigt auf 15,6 Prozent

Daniel Krenzer  —  

In Deutschland steigt der Anteil von Elektroautos in diesem Jahr besonders stark an. Frankreich hingegen schwächelte.

Cover Image for PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

PEM: Europas Batterie-Industrie vor dem „Tal der Tränen“

Sebastian Henßler  —  

Europas Batteriebranche kämpft mit hohen Kosten, fehlendem Know-how und dem Vorsprung asiatischer Wettbewerber – PEM-Professor Heimes zeigt die Folgen.

Cover Image for IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

IAA: „Von deutschen Herstellern ist ein Modellfeuerwerk zu erwarten“

Michael Neißendorfer  —  

Kunden dürfen sich auf ultrakurze Ladezeiten und hohe Reichweiten freuen, so Capgemini-Analyst Sulek, die E-Mobilität wird also nochmals alltagstauglicher.

Cover Image for MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

MG Motor will in zwei Jahren 13 neue E-Autos herausbringen

Daniel Krenzer  —  

Mit einer Produktoffensive will die SAIC-Marke vor allem auf dem Heimatmarkt mehr Kunden von seinen E-Autos überzeugen.

Cover Image for Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Porsche frischt den Elektro-Macan auf

Michael Neißendorfer  —  

Porsche stattet den vollelektrischen Macan mit neuen Assistenzsystemen und digitalen Features aus. Im Fokus stehen mehr Komfort beim Parken, Laden und Ziehen.

Cover Image for Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Hyundai-Kia und Batteriehersteller arbeiten zusammen für sicherere Elektroautos

Laura Horst  —  

Führende südkoreanische Autohersteller und Batterieunternehmen wollen gemeinsam die Batteriesicherheit verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.