Cupra verdoppelt E-Auto-Absatz im ersten Halbjahr

Cover Image for Cupra verdoppelt E-Auto-Absatz im ersten Halbjahr
Copyright ©

Cupra

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 5 min

Die ersten sechs Monate des Jahres 2025 stellten sich für den spanischen Autohersteller Seat S.A. als herausfordernder Zeitraum dar. Diese Tatsache spiegelt sich auch in den Finanzergebnissen des Unternehmens für das erste Halbjahr wider. Die Umsatzerlöse gingen im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro zurück, das Betriebsergebnis gar um 91 Prozent auf 38 Millionen Euro. Die Umsatzrendite sackte um 4,7 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent ab. Die Auslieferungen jedoch legten um knapp 2 Prozent auf mehr als 300.000 Einheiten zu, getrieben vom Wachstum bei Cupra auf 167.600 Einheiten (+33,4 Prozent), während Seat mit einem Minus von 21 Prozent auf 135.000 abgesetzte Autos stark schwächelte.

Vier wesentliche Faktoren beeinflussten die Geschäftsentwicklung, so der Hersteller: Veränderungen im Absatzmix, EU-Zölle auf den in China hergestellten Cupra Tavascan, Produktkosten und ein verschärfter Wettbewerb in wichtigen Märkten. Eine geplante vorübergehende Produktionsdrosselung im Stammwerk in Martorell im Rahmen der Umstellung des Standorts auf die Produktion der urbanen Elektroauto-Familie des Volkswagen Konzerns (Markengruppe Core) im Jahr 2026 wirkte sich ebenfalls auf das Ergebnis aus.

„Das erste Halbjahr 2025 bestätigte das von uns erwartete herausfordernde Umfeld, in dem sich der verschärfte Wettbewerb und die EU-Einfuhrzölle auf den Cupra Tavascan auf die Ergebnisse der Seat S.A. auswirkten“, sagt Markus Haupt, Interims-CEO von Seat und Cupra. „Wir stehen weiterhin in einem konstruktiven Dialog mit der Europäischen Kommission, um in diesem Sachverhalt zu einer Lösung zu kommen, und sind zuversichtlich, in naher Zukunft eine positive Lösung zu finden.“

Patrik Andreas Mayer, Vorstand für Finanzen und IT bei der Seat S.A., ergänzte: „Diese Herausforderungen spiegeln den derzeitigen Gegenwind in der Automobilindustrie wider. Obwohl sie sich auf unsere Ergebnisse im ersten Halbjahr ausgewirkt haben, konzentrieren wir uns weiterhin auf unsere langfristige Strategie, die auf Elektrifizierung, Transformation und dem Wachstum von Cupra basiert.“

Zukünftige Herausforderungen

Trotz dieser vielen Themen verbesserte sich das Finanzergebnis der Seat S.A. im zweiten Quartal 2025 gegenüber dem ersten Quartal. Der Betriebsgewinn stieg von 5 Millionen Euro im ersten Quartal auf 38 Millionen Euro im zweiten Quartal, was einen Anstieg von 33 Millionen Euro entspricht und eine positive Dynamik sowie vielversprechendere Aussichten für die zweite Jahreshälfte signalisiert.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir die vor uns liegenden Herausforderungen meistern werden“, so Markus Haupt weiter. „Mit einem starken und vielfältigen Produktportfolio, darunter die komplette Modellpalette von Cupra mit sieben Fahrzeugen, verfügen wir über eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. Wir setzen uns weiterhin voll und ganz für die Elektrifizierung ein, leiten im Auftrag des Volkswagen Konzerns das Projekt zur Entwicklung der urbanen Elektroauto-Familie und bereiten die Produktion und Markteinführung des Cupra Raval im Jahr 2026 vor – ein wichtiger Meilenstein für unser Unternehmen und ein Fahrzeug, das zur Demokratisierung der Elektromobilität in ganz Europa beitragen wird.“

Cupra verdoppelt Verkäufe von Elektroautos

Die Seat S.A. zeigte sich im ersten Halbjahr 2025 widerstandsfähig und steigerte die Gesamtauslieferungen um 1,7 Prozent auf 302.600 Fahrzeuge (1. Halbjahr 2024: 297.400) – und das trotz einer geplanten vorübergehenden Produktionsdrosselung für Modelle von Seat und Cupra in Martorell im Rahmen der Vorbereitungen für die urbane Elektroauto-Familie des Volkswagen Konzerns. So rollten im Stammwerk zwischen Januar und Juni 244.700 Einheiten vom Band; im ersten Halbjahr 2024 waren es 291.600. Für die zweite Jahreshälfte wird eine Belebung der Produktion erwartet, sodass die Gesamtjahresproduktion wieder nahe dem Niveau von 2024 liegen dürfte.

Der Cupra Formentor blieb mit 54.700 ausgelieferten Einheiten auch in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 das meistverkaufte Modell des Unternehmens. Die Auslieferungen von Elektrofahrzeugen – Plug-in-Hybride und vollelektrische Modelle – stiegen um 76,1 Prozent, wobei sich der Absatz von reinen Elektroautos mehr als verdoppelte (+105,3 Prozent). Angetrieben wurde diese Entwicklung von der starken Nachfrage nach dem Cupra Born und dem Cupra Tavascan, was die beschleunigte Elektrifizierungsstrategie des Unternehmens unterstreicht.

Cupra schiebt Marktstart in USA auf

In der ersten Hälfte des Jahres 2025 setzte Cupra seine positive Dynamik erneut fort und profitierte dabei von seinem ausgereiften Portfolio mit sieben Fahrzeugen, die in den vergangenen sieben Jahren auf den Markt gebracht wurden. Cupra erzielte das beste Halbjahresergebnis seiner Geschichte und lieferte zwischen Januar und Juni 2025 insgesamt 167.600 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von 33,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Seit dem Start der selbsternannten „Challenger-Brand“ im Jahr 2018 hat Cupra weltweit mehr als 900.000 Fahrzeuge ausgeliefert und ist auf dem besten Weg, in den kommenden Monaten die Marke von einer Million verkauften Autos zu überschreiten.

Angesichts der anhaltenden Herausforderungen in der Automobilindustrie und der sich wandelnden Marktdynamik hat Cupra jedoch aus strategischen Gründen beschlossen, den ursprünglich für 2030 geplanten Eintritt in den US-Markt zu verschieben.

Sven Schuwirth, Vorstand für Vertrieb, Marketing und Aftersales bei der Seat S.A., betonte den proaktiven Ansatz der Marke: „Wir halten nicht inne, sondern verschieben lediglich unseren Markteintritt in den USA. Wir werden die Marktentwicklungen in den kommenden Jahren weiterhin beobachten, um den besten Zeitpunkt und Ansatz im Einklang mit der langfristigen Vision der Marke zu ermitteln. In der Zwischenzeit wird Cupra auf der starken Dynamik aufbauen, die es in bestehenden Schlüsselmärkten erreicht hat, und bald in neue Märkte mit großem Potenzial expandieren, um seine globale Präsenz auszubauen.“

Die globalen Marktbedingungen werden voraussichtlich auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 herausfordernd bleiben und weiterhin Flexibilität und Widerstandsfähigkeit erfordern. Dennoch hält die Seat S.A. an ihren strategischen Prioritäten fest und ist zuversichtlich, sich an die sich wandelnde Automobilbranche anpassen zu können.

Quelle: Seat – Pressemitteilung vom 28.07.2025

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Sebastian Henßler  —  

Michael Jost kritisiert Technologieoffenheit als Ausrede: Wer alle Wege offenhält, geht keinen konsequent – nur das Elektroauto führt zur Klimaneutralität.

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.

Cover Image for Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mit vielen Neuerungen, einem stärkeren Auto und einem internationaleren Terminkalender geht der ADAC Opel GSE Rally Cup in der Saison 2026 an den Start.