CALB entwickelt Rundzelle mit U-förmiger Struktur

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CALB

Iris Martinz
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Die zylindrische Batteriezelle entwickelt sich immer mehr zum Standard für Performance-Anwendungen. Vor allem, nachdem Tesla uneingeschränkt auf diese Bauform setzt, die beispielsweise vom weltgrößten Batterieproduzenten CATL gebaut wird. Konkurrent CALB – immerhin siebtgrößter Hersteller weltweit – hat nun aber auf dem China EV 100 Forum ein völlig neuartiges Baukonzept vorgestellt, das auf einen „U“-förmigen Stromfluss setzt. So sollen höhere Energiedichten und höhere Ladeleistungen ermöglicht werden.

In der klassischen Rundzelle fließt der Strom vom positiven zum negativen Pol durch die Zelle hindurch. Bei der neuen Bauform von CALB sitzt der negative Pol als Ring rund um dem positiven und es fließt kein Strom durch die Zelle – CALB bezeichnet das als „One-Stop“-Lösung. Der Durchflussweg werde damit um bis zu 70 Prozent reduziert. Damit könne der Widerstand der strukturellen Komponenten um 50 Prozent gesenkt, die Energiedichte auf 300 (Nickel-Mangan-Cobalt) bzw. 200 Wh/kg (Lithium-Eisenphosphat) erhöht werden. Ladeleistungen von bis zu 6C, also eine Vollladung in nur 10 Minuten, sollen damit möglich werden. Die ebenfalls kürzlich von CATL vorgestellte Qilin-Batterie hätte man damit bezüglich der Energiedichte deutlich überholt (255 Wh/kg). Vorteile bringe die neue Bauform auch für die Produktion: Die Zahl der Schweißgeräte in der Produktionslinie könne um 70 Prozent reduziert werden. Die Raumnutzung der Zelle werde überdies um drei Prozent erhöht.

CALB setzt damit nicht wie Konkurrent CATL auf die „Cell-to-Pack“-Technologie, bei der die Zellen strukturelle Teile der Karosserie werden. Das spart zwar Kosten ein, die Reparatur- und Recyclingfähigkeit der Zellen ist bei dieser Technologie aber deutlich beeinträchtigt. Erst kürzlich wurde dem Batteriepack des Tesla Y mit den 4680-Rundzellen quasi „Null Reparaturfähigkeit“ bescheinigt, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass relativ neue Autos mit einem Zellschaden, etwa durch einen Unfall, als wirtschaftlicher Totalschaden qualifiziert werden. Die Entwickler von CALB wollen hingegen Effizienzgewinne direkt in der Zelle generieren und so Reparatur- und Recyclingfähigkeit weitestgehend erhalten. Ein Ansatz, der unbedingt Nachahmer finden sollte.

Quelle: cnevpost – CALB unveils new battery tech, boasting significant performance gains over traditional cylindric cells

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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Marc:

Der Ansatz von Tesla, die Module loszuwerden und durch eine schwarze Klebemasse zu ersetzen, findet keine Nachahmer. Die Klebemasse wiegt ja schließlich auch und man spart kaum Verbindungsmaterial. Ist neulich nachgewogen worden – bringt nichts und ist eine Riesen-Umweltsauerei. Man darf nicht vergessen, auch 2nd Life und Recycling sind damit schwierig bis unmöglich.

Tesla setzt übrigens keinesfalls uneingeschränkt auf diese „Bauform“. Das sagen sie vielleicht, aber die Volumenmodelle haben Prismazellen. Haben sie VW nachgemacht, könnte man sagen. Es war aber viel einfacher: CATL stellt LFP nur als Prismazellen her. Da hieß es: Friss oder stirb! Was allerdings technische Gründe hat, denn erst ab einer bestimmten Energiedichte macht eine Rundzelle Sinn. Wenn die Anzahl der Zellen vierstellig wird, ist es zu teuer, sie zu konfektionieren.

Wie nahe an der Serienreife die U-Zelle ist, weiß ich nicht. Wenn sie kommt, wird die fünfte Stelle der Formatbezeichnung wichtiger. Tesla streicht die ja, um den Eindruck zu erwecken, man habe irgendeine Schöpfungshöhe bei Zellen erreicht. Dabei ist die letzte 0 das Zeichen für Rundzelle. Eine U-Zelle hieße bei gleichen Abmessungen 4680U.

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