Baubeginn für CATL-Batteriefabrik in Thüringen

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

In Thüringen entsteht momentan eine der größten Batteriezellen-Fabriken für Elektroautos in Europa: Der Spatenstich des chinesischen CATL-Konzerns (Contemporary Amperex Technology Ltd.) für den ersten Standort außerhalb Chinas erfolgte vor wenigen Tagen. In den nächsten fünf Jahren will CATL bis zu 1,8 Milliarden Euro in Fabriken im thüringischen Arnstadt investieren, wie Europapräsident Matthias Zentgraf beim Spatenstich sagte. Im vorläufigen Endausbau sollen bis zu 2000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Bevor in der neuen Fabrik im Jahr 2022 die Produktion von Batteriezellen beginnen soll, will CATL bereits mit aus China importierten Batteriezellen und mit den ersten 200 neuen Mitarbeitern Module für Anwendungen in Elektroautos fertigen. Die ersten Stellen dafür seien bereits ausgeschrieben. Für die Modul-Produktion will der Hersteller nahe seinem Areal gelegene Gebäude aus der Insolvenzmasse des Solarzellenherstellers Solarworld nutzen.

Die neue Fabrik im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz soll in etwas mehr als zwei Jahren zunächst Batteriezellen mit einer Gesamtkapazität von 14 Gigawattstunden herstellen, später soll auf 24 Gigawattstunden erhöht werden. Die Produktion würde je nach Bedarf der Autohersteller hochgefahren, so Europapräsident Matthias Zentgraf: „Letztlich hängt das davon ab, wie sich E-Autos verkaufen.“ In der Vergangenheit sprach CATL davon, die Produktion bei Bedarf auch auf mehr als 100 Gigawattstunden erhöhen zu können.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) freute sich über das „Investment der Superlative“, bei dem auch viel Know-how von China nach Europa fließe. Geplant sei auch, dass CATL und Thüringer Institute bei der Batterieforschung zusammenarbeiten, so der Minister. Künftig komme auch aus Thüringen die Technologie, „die die deutsche und europäische Mobilitätswende überhaupt erst möglich macht“. Momentan dominieren Hersteller aus China, Korea und Japan den Markt für Elektroauto-Batterien.

CATL mit Hauptsitz im chinesischen Ningde gehört zu den größten Herstellern von Lithium-Ionen-Batterien weltweit und beschäftigt eigenen Angaben zufolge etwa 20.000 Arbeitnehmer. Für den neuen Standort in Thüringen sprachen unter anderem die vorhandene Infrastruktur sowie die Erreichbarkeit aller deutschen Autohersteller innerhalb von höchstens vier Stunden.

Quelle: DPA-Newskanal auf SZ.de – CATL startet Milliardeninvestition in Batteriezellen-Fabrik // In Südthüringen – Batterie-Riese CATL prescht mit Zellfabrik in Deutschland vor // Wirtschaftsministerium Thüringen – Pressemitteilung vom 18.10.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Thomas Höfer:

Nur entstehen keine neuen Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung, da die CATL Group ausschließlich mit ihren eigenen aus Fernost stammenden Mitarbeitern arbeitet. Man will seine Betriebsgeheimnisse nicht verraten.

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