Endgültiges Aus für das Batteriewerk in Bitterfeld-Wolfen?

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Farasis Energy / Arne Hartenburg

Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Was im Herbst letzten Jahres schon ruchbar wurde, ist jetzt bestätigt: das geplante Batteriewerk von Farasis im sächsischen Bitterfeld-Wolfen kommt wohl nicht wie geplant. Der chinesische Zulieferer wollte nach früheren Angaben für die erste Bauphase rund 600 Millionen Euro investieren und 600 Arbeitsplätze schaffen. Nun teilte das Unternehmen aber der Mitteldeutschen Zeitung mit, dass die Pläne vorläufig zurückgestellt wurden. Man arbeite allerdings an Alternativen.

Das Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Ging man zuletzt noch von einer Verschiebung des Produktionsbeginns von ursprünglich April 2022 auf Oktober 2024 aus, so hat das Unternehmen mit der Ankündigung einer Batteriefertigung in der Türkei wohl alle Sympathien in Sachsen-Anhalt verspielt. Obwohl Farasis bereits ein 60 Hektar großes Grundstück im „Solar Valley“ erworben hatte, wurde nun der städtebauliche Vertrag seitens der Kommune gekündigt. Über die genauen Gründe wollte oder konnte Oberbürgermeister Armin Schenk von der CDU nichts sagen. Er wies aber darauf hin, dass man das Gespräch mit Farasis suche, um Alternativen auszuloten. Möglich wäre beispielsweise eine kleinere Modulfertigung am Standort.

Von Bitterfeld-Wolfen aus wollte Farasis unter anderem Mercedes-Benz beliefern, das auch eine kleine Beteiligung am Unternehmen hält. Der schwäbische Autobauer setzt nun aber vermehrt auf eigene Batteriezellfertigung, gemeinsam mit dem Akkufertiger Automotive Cells Company (ACC). Möglicherweise hatte dieser Schwenk Einfluss auf die Pläne von Farasis.

Die Batteriezellfertigung von Farasis wird jetzt offenbar erst mal in der Türkei gebaut. Dazu ging das Unternehmen eine Kooperation mit dem türkischen Start-up TOGG ein, das noch in diesem Jahr ein eigenes Elektroauto auf den Markt bringen will. Zusammen will man auch eine Batteriefertigung aufbauen, die auch andere Hersteller beliefern soll. Der Hauptsitz des gemeinsamen Unternehmens „SIRO“ liegt in Bilisim Vadisi bei Gebze, dem türkischen „IT Valley“ im Nordwesten der Türkei. Die Serienproduktion soll in Gemlik erfolgen. Dort entsteht zurzeit parallel zum Produktionshochlauf von TOGG ein neues Batteriewerk, das in der zweiten Jahreshälfte 2022 in Betrieb genommen wird. Im ersten Schritt werden dort Batteriemodule und -packs montiert und gefertigt. Die dafür benötigten Batteriezellen liefert zunächst Farasis Energy aus China heraus. In einem darauffolgenden Ausbauschritt sei geplant die Batteriezellen vor Ort herzustellen.

Quelle: ecomento.de – Farasis: Bau einer großen Akkufabrik in Bitterfeld-Wolfen ist geplatzt

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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