Alfa Romeo und Maserati ertüchtigen Werk für E-Autos

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Stellantis

Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der Multi-Markenkonzern Stellantis hat angekündigt, dass Elektroautos der beiden italienischen Hersteller Alfa Romeo und Maserati künftig im italienischen Cassino vom Band rollen und auf der flexiblen, speziell auf E-Autos ausgelegten Plattform STLA Large aufbauen werden. Um welche Modelle es sich bei den beiden Premium- bzw. Luxusmarken handeln soll und wann die Produktion starten soll, teilte Stellantis allerdings noch nicht mit. Aktuell werden an dem Standort die Limousine Alfa Romeo Giulia sowie die beiden SUV Alfa Romeo Stelvio und Maserati Grecale produziert. Beiden Marken haben diverse Elektro-Modelle in der Pipeline. Unter anderem eine rein elektrische Giuila bei Alfa.

Das Werk in Cassino hat eine reiche Geschichte voller Innovationen und Technologie“, sagte Stellantis CEO Carlos Tavares bei einem Besuch des Werks. „Die Fahrzeuge, die wir auf den STLA-Plattformen entwickeln, werden das Fahrerlebnis mit hochmodernen Funktionen revolutionieren“, stellte er in Aussicht. Cassino ist nach dem Montagewerk Windsor in Kanada das zweite Stellantis-Werk, dass offiziell ernannt wurde, um Fahrzeuge auf der Plattform STLA Large zu produzieren.

Das 1972 eröffnete Montagewerk von Cassino in Piedimonte San Germano im südlichen Mittelitalien ist ein hochautomatisiertes Werk mit mehr als 1200 Robotern in den Bereichen Stanzen, Beschichten, Lackieren und bei Kunststoffteilen. Das Werk legt Stellantis zufolge großen Wert auf Energieeinsparung und Ressourcenschonung. Seit 2017 habe es seinen Wasserverbrauch um die Hälfte reduziert und gewinne Solarstrom u.a. durch Photovoltaikanlagen auf seinen Parkplätzen.

STLA Large ist eine der vier speziell auf batterieelektrische Fahrzeuge ausgelegten, flexiblen Fahrzeugarchitekturen, die die Grundlage des Elektrifizierungsplans von Stellantis bilden. Die STLA Large Plattform – Basis für mehrere künftige Fahrzeuge der Stellantis Marken – soll mit den von Stellantis entwickelten elektrischen Antriebsmodulen und modularen Batteriepacks eine elektrische Reichweite von bis zu 800 Kilometern bieten. Designer und Ingenieure haben die Möglichkeit, die Länge und Breite der Plattform sowie die Konfiguration des Antriebsstrangs flexibel anzupassen, um sie für spezifische Produktdesigns zu nutzen.

Stellantis will bis 2025 mehr als 30 Milliarden Euro in Elektrifizierung und Software investieren, um Elektroautos bereitzustellen, die die Anforderungen der Kundinnen und Kunden erfüllen – inklusive einer im Segment führenden Schnellladefähigkeit. Diese Investition ist ein wesentlicher Bestandteil des Strategieplans Dare Forward 2030, der eine umfassende Reduzierung der Emissionen vorsieht. So sollen die CO2-Emissionen bis 2030 gegenüber 2021 halbiert werden, bis 2038 werden Netto-Null-CO2-Emission angestrebt. Die verbleibenden Emissionen sollen im einstelligen Prozentbereich kompensiert werden.

Weitere Kernziele von Dare Forward 2030 sind, dass bis zum Ende des Jahrzehnts 100 Prozent der Pkw-Verkäufe in Europa und 50 Prozent der Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den Vereinigten Staaten E-Autos sein sollen. Des Weiteren strebt Stellantis an, den Nettoumsatz bis 2030 (gegenüber 2021) zu verdoppeln und während des gesamten Jahrzehnts eine zweistellige angepasste operative Gewinnmarge zu erzielen. Ein weiteres Ziel ist, bis 2030 in jedem Markt die Nummer eins bei Kundenzufriedenheit für Produkte und Dienstleistungen zu werden.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 09.03.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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