Aiways: Fusion mit HUDA schreitet voran – 390 Mio. Euro Bewertung

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Sebastian Henßler
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Hudson Acquisition (HUDA) und Aiways Europe planen eine Fusion, die den kriselnden Autohersteller Aiways in eine neue Phase führen soll. Die Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen sieht die Gründung der EUROEV Holdings Limited vor, die an der Nasdaq gelistet werden soll. Dabei wird Aiways Europe vor dem Zusammenschluss mit einem Unternehmenswert von 410 Millionen US-Dollar bewertet. Die endgültige Umsetzung hängt jedoch noch von Genehmigungen durch die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) und die Nasdaq ab.

Nach der Fusion sollen die bisherigen Wertpapiere von Aiways und HUDA in Anteile der neuen Holding umgewandelt werden. Die Leitung des neuen Unternehmens bleibe bei Alexander Klose, der weiterhin als CEO fungiert.

Strategiewechsel: Fokus auf Europa

Im Mai wurde bekannt, dass das chinesische Unternehmen Aiways seine Strategie ändert. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und Preisdrucks auf dem chinesischen Markt hat sich der Hersteller von Elektroautos entschieden, seine Aktivitäten in China einzustellen und stattdessen Europa als Hauptmarkt zu priorisieren, dies jedoch auch mit eher wenig Nachdruck. Zuletzt durchlief das Unternehmen in China eine Phase der Konsolidierung. Die Produktion im chinesischen Werk ist gestoppt, um Ressourcen zu schonen und sich auf die Expansion in Europa zu konzentrieren. Wie Volkswagen in Deutschland erlebt Aiways eine Rosskur, die den Übergang zu einem neuen Geschäftsmodell begleiten soll.

Ein wesentlicher Teil der neuen Strategie war die Beschaffung von frischem Kapital durch einen Börsengang in den USA. Im Mai kündigte Hudson Acquisition, eine an der Nasdaq notierte Gesellschaft, eine Vereinbarung mit Aiways Automobile Europe GmbH an. Diese sieht vor, dass die Aktionäre von Aiways Europe im Zuge einer sogenannten De-Spac-Transaktion Aktien von Hudson Acquisition erhalten. Die Bewertung von Aiways Europe beläuft sich hierbei auf etwa 390 Millionen Euro (umgerechnet 410 Millionen US-Dollar), wie mit heutiger Mitteilung aus dem Unternehmen bekannt wurde.

Aiways sieht Wachstumspotenzial auf dem europäischen Markt

Alexander Klose sieht großes Potenzial in der europäischen Infrastruktur für Elektroautos. In den kommenden Jahren erwartet er ein dynamisches Wachstum in diesem Bereich. Ziel ist es, sich als europäischer Autohersteller mit chinesischer Fertigung zu etablieren. Durch eine bereits vorhandene EU-Lizenz sieht sich Aiways in der Lage, die Produktion nach europäischen Standards zu gestalten und langfristig zu planen. Hierfür wolle man auch künftig E-Autos über die bisherige chinesische Mutter beziehen und in Europa vertreiben. Mit diesem Ansatz möchte das Unternehmen nicht nur bestehende Strukturen nutzen, sondern auch seine Produktpalette erweitern. Die Fusion mit HUDA wird als wichtiger Schritt betrachtet, um finanzielle Mittel für diese Pläne bereitzustellen.

Die Boards beider Unternehmen haben der Fusion bereits zugestimmt. Die Umsetzung ist dennoch an verschiedene Prüfungen gebunden, die noch ausstehen. Ziel bleibt es, mit der EUROEV Holdings Limited eine starke Position auf dem internationalen Markt für Elektroautos einzunehmen. Die neue Holding soll sowohl den Zugang zu Investoren als auch die Weiterentwicklung von Aiways unterstützen.

Quelle: Aiways – Per Mail

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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