USA: Gibt es bald neue Effizienzangaben für E-Autos?

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Felix Katz
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Im Rahmen des Plans zur Einhaltung der Kraftstoffverbrauchsvorschriften hat das US-Energieministerium vorgeschlagen, Angaben zum sogenannten „EV Mileage Rating“ von E-Autos für eine realistischere Aussagekraft zu überarbeiten. Doch damit könnten Verbraucher sie als weniger kraftstoffeffizient als benzinbetriebene Fahrzeuge wahrnehmen. Der Plan, der am 11. April 2023 angekündigt wurde, soll schon in diesem Jahr in Kraft treten.

Um die Anforderungen des CAFE-Programms (Corporate Average Fuel Economy) der US-Regierung zu erfüllen, hat das Energieministerium (DOE) vorgeschlagen, die umgerechnete Laufleistung von Elektroautos pro Gallone Benzin (MPGe-Werte) zu senken. Dieser Schritt könnte andere Autohersteller dazu zwingen, zusätzliche emissionsarme Fahrzeuge anzubieten oder bestehende Fahrzeuge zu verbessern. Der „Natural Resources Defense Council“ und der „Sierra Club“ hatten die Änderung für das Jahr 2021 beantragt und argumentiert, dass „zu hohe kalkulatorische Werte für den Verbrauch von Elektrofahrzeugen bedeuten, dass eine relativ kleine Anzahl von Elektrofahrzeugen die Einhaltung der Vorschriften mathematisch garantieren wird, ohne dass sich der reale durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der gesamten Fahrzeugflotten der Hersteller wesentlich verbessert“.

Niedrigere MPGe-Werte könnten für Zurückhaltung beim Kauf von E-Autos sorgen

Die Energieeffizienz von Autos wird in den USA mit MPGe-Werten (Miles Per Gallon Equivalent) angegeben, die anhand von nationaler Strom- und Erdölerzeugung, -verteilung sowie des Fahrverhaltens ermittelt werden. Sie sollen zeigen, wie weit man (in Meilen) mit dem Gegenwert von einer Gallone Benzin (ungefähr 3,8 Liter) kommen kann. Ein Volkswagen ID.4 mit einem aktuellen CAFE-Wert von 380,6 MPGe würde nach dem neuen DOE-Vorschlag 107,4 MPGe erreichen, während die Angaben eines Ford F-150 EV von 237,1 auf 67,1 MPGe und eines Chrysler Pacifica Plug-in-Hybrid von 88,2 auf 59,5 MPGe fallen würden. MPGe-Werte wurden in den USA 2010 eingeführt, um den Energieverbrauch eines Fahrzeugs samt alternativem Antrieb mit dem eines konventionellen Verbrenners vergleichen zu können.

Wenn diese Werte herabgesetzt würden, könnte die Nachfrage nach Elektroautos schwinden, da die Verbraucher sie als weniger kraftstoffeffizient als benzinbetriebene Fahrzeuge wahrnehmen könnten. Der Markt für Elektrofahrzeuge, der in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, würde dadurch erheblich beeinträchtigt werden. Im Jahr 2022 wurden laut Reuters in den Vereinigten Staaten mehr als 1,3 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft, was einen neuen Rekord darstellt. Der neue Vorschlag könnte es den Autoherstellern jedoch erschweren, ihre Emissionsziele zu erreichen, weil das Wachstum des Elektroauto-Marktes gebremst werden könnte.

Trotz dieser Bedenken haben einige Vertreter der Automobilindustrie den Vorschlag begrüßt. Die Befürworter argumentieren, dass die derzeitigen Angaben für Elektroautos deren Energieverbrauch nicht angemessen widerspiegeln und Änderungen die Fairness und Genauigkeit der Kraftstoffverbrauchsangaben fördern würden. Der Vorschlag steckt in den Kinderschuhen. Noch sei unklar, wie er genau umgesetzt werden soll und wie die Öffentlichkeit darauf reagieren werde.

USA plant deutlich schärfere Abgasregeln

Die Environmental Protection Agency (EPA) hat im Übrigen jüngst neue Regeln vorschlagen, um weitreichende Kürzungen bei den Fahrzeugemissionen voranzutreiben. Diese sollen die Autohersteller zu einem großen Anstieg der Verkäufe von Elektrofahrzeugen bewegen – wir berichteten. Die Senkung der Schadstoffemissionen in den Modelljahren 2027 bis 2032 soll dazu führen, dass bis 2030 mindestens die Hälfte der neuen US-Fahrzeugflotte aus Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeugen besteht, so zumindest das Ziel von Präsident Joe Biden.

Es wird erwartet, dass die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit NHTSA bald parallel dazu neue strengere CAFE-Anforderungen vorschlagen wird. Im Jahr 2022 hatte die NHTSA bereits jene Standards deutlich erhöht und damit die von Ex-Präsident Donald Trump vorgenommene Rücknahme rückgängig gemacht. Autohersteller kaufen Gutschriften oder zahlen Geldstrafen, wenn sie die Emissionsgesetze nicht einhalten. Stellantis, damals noch Fiat Chrysler, zahlte für 2016 und 2017 insgesamt 152,3 Millionen US-Dollar an CAFE-Strafen und muss darüber hinaus mit weiteren zivilrechtlichen Strafen rechnen. Im Jahr 2022 hat die NHTSA die CAFE-Strafen mehr als verdoppelt.

Quellen: Reuters – US proposes to slash EV mileage ratings to meet fuel economy rules / MMC – US Proposes Cut in EV Mileage Ratings to Meet Fuel Economy Rules

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Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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