Vielen sind E-Autos laut Umfrage aktuell noch zu teuer

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Fast der Hälfte der Autofahrer sind Elektroautos derzeit noch zu teuer, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Dem DPA-Artikel zufolge nannten 47 Prozent der Befragten die als zu hoch empfundenen Anschaffungskosten als Grund dafür, weshalb sie noch nicht auf ein Elektroauto umgestiegen sind. 42 Prozent nannten eine zu geringe Reichweite als Grund, 40 Prozent monierten zu wenige Ladestationen. Es war möglich, mehrere Gründe zu nennen.

Dass die Strompreise zu hoch seien, empfanden interessanterweise nur 30 Prozent der Befragten problematisch. 24 Prozent hingegen seien davon überzeugt, dass die Technik noch nicht ausgereift genug sei. Interessant in dem Zusammenhang ist die Erkenntnis, dass fast drei Viertel der Deutschen noch nie mit einem Elektroauto gefahren seien. Viele stützen ihre Angaben also offensichtlich auf Vorurteile ohne eigene Erfahrungswerte – hier sollte im Sinne einer Antriebswende vielleicht viel stärker angesetzt werden.

Gerne deutsch, aber bitte billig

Interessant ist auch die genannte Preisschwelle, ab wann der Kauf eines Elektroautos für die Umfrageteilnehmer interessant werden würde. Mit 16 Prozent nannte die größte Gruppe dabei 15.000 Euro als Marke (es gibt kaum Verbrennermodelle, die so günstig sind), 14 Prozent nannten 20.000 Euro, 12 Prozent indes 25.000 Euro und 8 Prozent 30.000 Euro. Das ergibt in Summe 50 Prozent, denen Elektroautos mit mehr als 30.000 Euro zu teuer sind. Zum Vergleich: Im Durchschnitt investierten deutsche Autokäufer im Jahr 2023 beim Erwerb eines Neuwagens dem Portal Statista zufolge rund 44.630 Euro.

Das belegt zum einen, dass der angeblich zu hohe Preis oft ein wohl nur vorgeschobenes Hindernis für einen E-Auto-Kauf ist und zum anderen aber auch, wie wichtig günstigere E-Modelle und ein wachsender Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos sind, um die Breite der Bevölkerung überzeugen zu können. Denn Potential ist durchaus vorhanden, in der Umfrage schlossen lediglich 30 Prozent den Kauf eines E-Autos gänzlich aus.

Abgefragt wurde zudem, woher der Hersteller des Elektroautos kommen sollte, wenn es zu einer Anschaffung kommt. 23 Prozent gaben an, dass sie deutsche Hersteller bevorzugen – ein überwiegender Teil davon wolle aber dafür nicht mehr Geld ausgeben als für ein nicht-deutsches Auto. 15 weitere Prozent würden sich innerhalb Europas umschauen. Somit bleiben abzüglich der 30 Prozent, die kein E-Auto wollen, noch 32 Prozent über, die wohl offen für die Anschaffung eines nicht-europäischen Elektroautos wären.

Quelle: Autohaus – Umfrage: Fast jedem Zweiten sind E-Autos zu teuer

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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pani:

Daniel, das sieht bei uns VÖLLIG anders aus. Ich habe schon mit vier anderen Autos an einer Ampel gestanden und nur einer war ein Verbrenner. Es vergeht beim Fahren keine Minute, ohne dass ich nicht mindestens ein E-Auto sehe. Aber statistisch sagt das natürlich nicht viel aus.

pani:

Ich halte diese Umfragen für völlig sinnfrei, weil ganz offensichtlich mehrheitlich nur Cons genannt werden, die mit der Realität NICHTS zu tun haben. Und wenn ich dann lese, dass 75 % noch nie in einem e-Auto gesessen haben, kann ich nur gackern und ich habe dann auch nicht mehr weiter gelesen.

Spiritogre:

Oder das Gegenteil tritt ein, was dann?

Robert:

nun ich kaufe gebrauchte nur wenn man damit mind. 4 Jahre fahren kann auf schrott kann ich verzichten habe gerade auf mobile.de geschaut spbald ich Garantie eingebe gibt es keine angebote mehr das einzig was ich gefunden haben war ein Fiat Punto 156,000 km für 3000 euro das ist aber nur was für wenigfahrer aber nicht für jemanden der mind. 20.000 km im Jahr fährt

brainDotExe:

Was stellt ihr für Ansprüche an das erste Auto?
Mein erstes Auto war fast so alt wie ich.

Willst du mit erzählen dass es aktuell keine 15-20 Jahre alten Autos für unter 2000€ gibt?

Peter:

Seit die Händler 1 Jahr Gebrauchtwagengarantie/Geähleistung geben müssen gibts solche typischen 6 Monate Winterautos nicht mehr, nen normaler Gebrauchter geht so ab 5000€ los, alles andere wird als Unfalwagen oser Bastlerfahrzeug verkauft.

Robert:

die Zeiten wo man eine gebrauchtes fahrtaugliches Gebrauchtauto für 1000-2000 euro bekommt schon lange vorbei mein Letztes Gebrauchtes Fahrzeug für meine Mutter das ich gekauft habe (9 Jahre alt) hatte schon 4800 Euro gekostet und das war das billigste das ich bei den Gebrauchtwagenmobilen finden konnte im Umkreis von 100 kilometern

Robert:

„Erwerb eines Neuwagens dem Portal Statista zufolge rund 44.630 Euro“ interressant wäre es auch zu erfahren ob dabei Firmenwagen da mit enthalten sind oder nicht man weiß ja das 2/3 aller Neufahrzeuge Firmenwagen sind und die sind eben im Normalfall auch teuerer das die Firmen sie ja absetzten können was Privatb´verbraucher nicht können. Z.B. mein Chef hat jetzt eine neues Lesaing für eine Q4 Etron gmacht grgundpreis 46.000 Plus Sonderausstattungen für über 20.000 Euro. Privat würde er das niemals machen viel zu teuer aber als Geschäftswagen mit den vielen Steuersparmöglichkeiten kein Problem.
es sollte also mal untersucht werden wie der Durchschnittpreis beim Privatkunden ist.

brainDotExe:

Das nennt sich selektive Wahrnehmung.
E-Seniorenmobile und E-Kabinenroller sehe ich in meinem Wohnort überhaupt nicht, weil schlicht und einfach niemand eines hat.

Bei E-Autos sieht das anders aus, da gibt es inzwischen ein Dutzend.

Wohl gemerkt bei unter 300 Einwohnern.

Jugendliche haben in der Regel kein Geld für ein Neufahrzeug, auch kein L6e.

Da wird ein gebrauchter Roller oder Mofa für ein paar hundert Euro gekauft. Mit 18 dann ein gebrauchtes Auto für 1000-2000€. So zumindest meine selektive Wahrnehmung.

Melone:

Mit Nachlässen oder anderen gegen gerechneten Vergünstigungen gibt es sehr wohl genug Verbrenner um die 15.000 €.
Und dieser Durchschnittspreis von 44630 € lässt auch genau diese Möglichkeit offen, dass 50 % der Menschen nur so günstige Autos kaufen, während die anderen 50 % deutlich teurere kaufen, oder gar mehrere Mittelpreisige besitzen.

Gibt es Zahlen dazu, was die Menschen tatsächlich für Autos ausgeben, statt der genannten Durchschnittswerte und Wunschpreisen aus Umfragen?

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