Nissan soll Pick-up Titan elektrifizieren wollen

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Der Titan ist Nissans größter Pkw. Der fast sechs Meter lange Pick-up, den die Japaner ausschließlich in Nordamerika anbieten, soll in der nächsten Generation statt V8-Dieseln und -Benzinern deutlich umweltfreundlicher werden – und einen Elektroantrieb erhalten, wie Bloomberg von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren hat. Demnach soll der Titan mit Hilfe des Detroiter Start-ups Hercules Electric Vehicles elektrifiziert werden. Dazu führen beide Unternehmen derzeit ausführliche Gespräche, deren Ausgang völlig offen sei, heißt es.

Nissan jedenfalls scheint Wind davon bekommen zu haben, dass Elektro-Pick-ups ein Verkaufsschlager in den USA werden könnten, einem Land mit traditionell sehr hoher Pick-up-Dichte. Schon mehrere Autohersteller – etablierte sowie aufstrebende Start-ups – haben bereits entsprechende Modelle vorstellt: GM baut den GMC Elektro-Hummer und Konkurrent Ford einen rein elektrischen F-150, übrigens eines der weltweit meistverkauften Fahrzeuge überhaupt. Das Start-up Rivian bringt 2021 seinen Pick-up R1T erstmals unter die Leute, Tesla hat den ungewöhnlich designten Cybertruck in der Pipeline.

Eine Partnerschaft zwischen Nissan und Hercules würde ähnliche Vereinbarungen widerspiegeln, die bereits Ford und GM mit Elektrofahrzeug-Start-ups eingegangen sind. Denn Ford hat im vergangenen Jahr 500 Millionen US-Dollar in Rivian investiert, um Zugang zu seiner E-Fahrzeug-Plattform zu erhalten. GM wiederum hat einen vorläufigen Vertrag über einen Anteil von 2 Milliarden US-Dollar an Nikola Motors. Mit diesem Deal könnte GM seine eigenen Entwicklungskosten durch die Bereitstellung elektrischer Antriebstechnologie für Nikolas geplanten Pick-up Badger ausgleichen.

Hercules Electric Vehicles wurde vor gut zwei Jahren in Detroit von James Breyer gegründet, einem Autoingenieur mit Stationen bei GM, Fiat Chrysler Automobiles und dem Zulieferer Magna. Zu ihm gesellten sich bald die Mitbegründer Greg Weber, ein weiterer Veteran von Fiat Chrysler, der auch schon beim Batteriehersteller LG Chem gearbeitet hat sowie Julie Tolley, eine ehemalige Ingenieurin beim Motorenhersteller Eaton. Das Start-up plant, ein eigenes Fahrzeug zu produzieren: Ein Luxus-Elektroauto namens Hercules Alpha, das ab Mitte 2022 in Nischenmengen ausgeliefert werden soll. Sollte der Deal mit Nissan konkret werden, könnten Teile von Nissans Autos wiederum auch in jenen von Hercules landen, so Bloomberg.

Quelle: Bloomberg – Nissan Said to Be in Talks with U.S. Startup to Electrify Pickup

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Daniel W.:

Besser wäre es vom SUV-Verbrenner auf ein E-Mittelklassemodell oder noch besser auf einen E-Kleinwagen umzusteigen und auch ÖPNV, Fernzüge, E-Bike usw. nutzen – wozu überhaupt SUV?

Es sollte mal Umfragen geben zum Thema SUV-Nutzung. Dann wüsste man mal wer da mit dem SUV mit max. 2 Personen höchstens einmal die Woche zum Großeinkauf fährt und ansonsten nur mit Handtasche oder Aktenköfferchen durch die Stadt und über Land.

Großeinkauf geht sicher auch in einen Kleinwagen, bei 2 Personen die Rücksitzlehnen umklappen. Und für den Möbeltransport ist es eh besser einen kleinen Transporter zu mieten. Also wozu SUV?

Tobi:

Wusste gar nicht, dass Nissan ein Deutscher Hersteller ist.

Egon Meier:

Nissan soll wollen ..

könnten wir etwas näher an den Fakten bleiben. Da wird wieder mit warmer Luft viel Wind gemacht.
Das ist genau so wie der drölftausendste Wunderakku. Jeden Tag 3 neue.

Nissan war ein Pionier und jetzt sind sie eingeschlafen. Ob und wann etwas neues kommt .. – wer weiß. Zunächst mal haben sie nix, was sie vorzeigen können.

David:

Da ahnt man schon, wie sich hier wieder der ungezügelte Hass der guten, guten Elektromobilisten gegen SUV richten wird. Dabei ist jeder private Pkw eine absolute Umweltsau, auch ein winziges BEV. Nüchtern betrachtet hinterlassen wir alle ein mehr oder weniger großen ökologischen Fußabdruck auf unserer Erde. Da geht es auch um Urlaubsreisen und um die Vielzahl von Kleidungsstücken und Alltagsgegenständen, die man zu benötigen glaubt. Wenn SUV Fahrer beim nächsten Neukaufen von ihren durstigen und lauten Spritmonstern auf elektrische SUV umsteigen, wird das eine größere positive Auswirkung auf unsere Umwelt haben, als wenn ein besserwisserischer Lehrer vom Kleinwagen zum elektrischen Kleinwagen umsteigt.

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