Nissan überdenkt Elektroauto-Preisstrategie

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Nissan | Makoto Uchida, Präsident und CEO von Nissan

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die Dynamik auf dem Markt für Elektroautos hat sich laut Nissan deutlich beschleunigt, insbesondere durch den Erfolg kostengünstiger Elektrofahrzeuge aus China. Dieser Trend hat den japanischen Automobilhersteller dazu veranlasst, seine Entwicklungspläne zu überdenken und erneut zu prüfen, wie die Wirtschaftlichkeit seiner Elektroautos sichergestellt werden kann.

Makoto Uchida, CEO von Nissan, äußerte sich hierzu auf der Japan Mobility Show (früher bekannt als Tokyo Motor Show). Er stellte fest, dass der Preisverfall bei E-Autos „viel schneller“ erfolge, als noch 2021 vorhergesagt, und sich der Markt schneller bewege als zu jenem Zeitpunkt erwartet, als das Unternehmen seinen Plan für 2030 festlegte.

Uchida betonte, dass der Prozess, den man ursprünglich als schrittweise Entwicklung betrachtete, sich wesentlich beschleunigt hat. Vornehmlich die Entwicklungen aus China hätten hierbei eine wichtige Rolle gespielt. Bei Nissan werden aktuell Diskussionen über die Preisgestaltung geführt, mit dem Ziel, Elektroautos weltweit erschwinglicher zu machen. Zwar nannte Uchida keinen genauen Zeitplan für die Senkung der Preise, doch bestätigte er, dass dieses Thema intern aktiv diskutiert werde und bereits ein Plan existiere.

Er hob hervor, dass es wichtig sei, die Elektroautos von Nissan nicht nur preiswerter, sondern auch preiswert und von gutem Wert zu machen, anstatt einfach kleinere und billigere Fahrzeuge zu produzieren.

Auf die Frage, ob weltweit Zölle auf chinesische Autos eingeführt werden sollten, um eine größere Parität mit lokal produzierten Modellen zu erreichen, wollte Uchida nicht direkt Stellung beziehen. Er betonte jedoch, dass Wettbewerb in einem fairen Markt akzeptabel sei. Die starke Präsenz Chinas auf dem Elektroauto-Markt sei eine „Weckruf“ für Nissan, weshalb das Unternehmen seine Entwicklungsstrategie überarbeitet, um mit neuen Technologien und Modellen schneller auf den Markt zu kommen.

Uchida sprach auch über die Umstrukturierung des Managements bei Nissan, um schnellere Entscheidungen zu ermöglichen und den regionalen Führungskräften mehr Befugnisse zu geben. Er beschrieb dies als Teil eines „Denkweisenwandels“ bei Nissan, der sich von den bisherigen Ansätzen zur Markteinführung von Fahrzeugen abhebe.

Zudem erwähnte er die Entwicklung der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz, die erfolgreich voranschreitee, und kündigte an, dass dazu in Kürze weitere Informationen folgen werden. Uchida betonte auch, dass Partnerschaften für alle Automobilhersteller immer wichtiger werden, besonders in Anbetracht der aktuellen Regulierungen.

Quelle: Autocar – China ‚wake-up call‘ forces Nissan to reconsider affordable EV plans

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Robert:

stimm man könnte höchstens von einer langsamen Normalisierung der Preise sprechen

Vernon:

Bei den exorbitanten Preisen von E-Autos von „Preisverfall“ zu sprechen ist schon auch ein bisschen lachhaft.

Marc:

Man muss sich auch wirklich wundern, warum er jetzt plötzlich Ende 23 einen „Wakeup Call“ bekommen hat. Und dann auch noch von den Chinesen. Tesla Fans hätten sicher ihre Marke gerne erwähnt gesehen, wenn es um Einflüsse auf den Elektroautomarkt geht. Ich hätte besonders auf VW verwiesen, ein alter OEM, der seit Jahren extrem konsequent auf das Elektroauto setzt und gnadenlos eine sehr günstige Plattform über die Modellreihen ausrollt, die sie sogar an Dritte verkaufen konnten.

Hätte er hier im Blog mitgelesen, wäre ihm seit mindestens drei Jahren aufgefallen, dass die japanischen Hersteller regelmäßig für ihren Tiefschlaf kritisiert werden. Dabei geht es nicht um konkrete Produkte, es gibt ja fast keine, sondern um potentielle Gewinner und Verlierer der Elektromobilität.

Wenn er die Renault-Mitsubishi-Nissan Allianz erwähnt, darf man nicht vergessen, da sind ja drei Pioniere auf dem Weg zur Massenelektromobilität versammelt. Der i-MIEV, der Twizzy oder Zoe und der Leaf sind Ikonen. Da ist es umso schlimmer, dass man sich nicht für das Elektrozeitalter verbündet oder zumindest bestehende Produkte konsequent weiterentwickelt hat. Überhaupt scheinen die Ingenieure dort keinen Bock auf Elektro zu haben. Der aktuelle Leaf ist ineffizient. Das könnte man leicht ändern durch Optimierungen an Motor und Wechselrichter, die man für zukünftige Modelle eh machen muss. Wenn man dann den kleinen Akku aus LFP-Zellen macht, dürfte ein Preis unter 30k wieder möglich sein.

Robert:

das kostengünstige E-Autos leichter und schneller verkauft werden können als teure also das ist jetzt wirklich keine neue Erkenntnis nicht bei Autos bei allen Produkten ist das der Fall. da manche haben den Preisverfall für 2025 vorhergesagt und nicht erst für 2030. Gut es ist sicherlich nicht einfach die Zukunft vorherzusagen aber hier hat Nissan eindeutig gepennt viel zu lange am Chademo festgehalten für Europa dann dien entwicklung das Ariya hat viel zu lange gedauert warum auch immer habe ich nie verstanden bei der erfahrung die Nissan in der E-Mobilität hatte

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