Wie Mazda bei der Elektrifizierung erfolgreicher werden will

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Mazda

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die japanische Mazda Motor Corporation, bei der Einführung von Elektroautos bisher äußerst zaghaft, hat ihre Strategie für eine elektrifizierte Zukunft vorgestellt. Auf dem Mazda Multi-Solution Briefing in Tokio, Japan, kündigten Mazda Präsident und CEO Masahiro Moro und Mitglieder seines Führungsteams drei Schlüsselkomponenten an, die es dem Unternehmen ermöglichen sollen, die Ära der Elektrifizierung durch die Managementstrategie 2030 flexibel zu durchlaufen: „Schlanke“ Ressourcen, Technologieoffenheit sowie die Digitalisierung.

„Schlanke“ Ressourcen: Mazda will seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern, indem der Investitionsbedarf in Batterien, Produktion und Entwicklung von Elektroautos durch Kooperationen und Partnerschaften sowie durch effizientere Entwicklungs- und Fertigungsmethoden verringert wird. Durch die Nutzung vorhandener Ressourcen und den Aufbau starker Partnerschaften will Mazda hohe Qualitätsstandards erhalten, Know-how maximieren und gleichzeitig Kosten in Bereichen wie Elektrik/Elektronik-Architektur, Hybridsysteme sowie Batterie- und Thermomanagement senken. Dies sei bereits erfolgreich durch die Partnerschaft mit Changan Automobile und anderen Technologiepartnern wie Toyota, Denso und BluE Nexus demonstriert worden.

Mazda Multi-Solution Strategie: Mazda wird seinen Kunden auch in den kommenden Jahren zu ihren individuellen Bedürfnissen passende Antriebssysteme anbieten. Diese Strategie soll sicherstellen, dass Autos von Mazda mit den regional am besten geeigneten Antriebsoptionen ausgestattet sind, seien es elektrifizierte Verbrennungsmotoren, Vollhybrid-Antriebe oder reine Elektroautos. So könne Mazda global unterschiedlichen Markt- und Kundenbedürfnissen gerecht werden.

Mazda Monozukuri Innovation 2.0: Angetrieben durch die rasante Entwicklung intelligenter Technologien und immer komplexerer Produkte will Mazda die auf Digitalmodellen basierte Entwicklung weiter vorantreiben, um Flexibilität, Effizienz und Geschwindigkeit zu verbessern. Durch die Kombination von Verbrennungsmotoren und Elektrifizierungstechnologien, einschließlich batteriebetriebener Elektroautos, will Mazda bis 2030 erhebliche betriebliche Effizienzgewinne erzielen. Dieser Ansatz werder den Einsatz der digitalmodellbasierten Entwicklung auf die gesamte Lieferkette ausweiten und eine effizientere Entwicklung und Produktion gewährleisten.

„Die Automobilindustrie durchläuft gerade eine Jahrhundertwende, und auch Mazda entwickelt sich weiter, indem wir den Mazda typischen Fahrspaß in die nächsten Fahrzeuggenerationen transferieren. Wir alle bei Mazda sind bestrebt, die richtige Balance zwischen einer effizienten Unternehmensführung und der Entwicklung nachhaltiger Technologien zu finden, um unabhängig von der Größe des Unternehmens einen einzigartigen Wert in der individuellen Mobilität zu erschaffen“, erklärt Mazda Präsident und CEO Masahiro Moro zur allgemeinen strategischen Ausrichtung des Autoherstellers.

Eine neue Plattform für Elektroautos

Diese Strategien sollen durch drei wichtige Innovationen unterstützt werden: Skyactiv-Z, Elektroautos sowie flexible Produktionstechnologien.

Skyactiv-Z: Der neue Skyactiv-Z-Motor werde im Zeitalter der Elektrifizierung das Herzstück der Mazda Verbrennungsmotoren-Antriebspalette für die Small-Plattform-Fahrzeuge bilden. Es handelt sich um einen Vierzylinder-Ottomotor mit 2,5 Liter Hubraum, der mit einer Weiterentwicklung des 2019 im Skyactiv-X eingeführten SPCCI-Brennverfahrens mit Kompressionszündung arbeite. Das Aggregat erfülle die künftige Euro 7-Abgasnorm. Die neue Skyactiv-Z-Verbrennungstechnologie soll zukünftig auch im Reihensechszylinder-Ottomotor der Mazda Large-Plattform zum Einsatz kommen sowie darüber hinaus bei der Weiterentwicklung des Kreiskolbenmotors berücksichtigt werden. In Kombination mit einem neuen von Mazda entwickelten Vollhybridsystem soll der Skyactiv-Z erstmals 2027 in der nächsten Generation des Mazda CX-5 eingesetzt werden. Mit dem Skyactiv-Z werde auch die Anzahl der Motorkomponenten und der Steuerungssoftware verringert und so die Effizienz in Entwicklung und Produktion gesteigert.

Elektroautos: Die von Mazda entwickelte Plattform für batteriebetriebene Elektroautos soll sowohl bei der Hardware als auch bei der Software äußerst flexibel sein und verschiedene Batterietypen und Fahrzeugmodelle ermöglichen. Das erste auf dieser neuen Plattform basierende Elektroauto soll 2027 auf den Markt kommen und in Japan für alle globalen Märkte produziert werden. Es werde mit Batteriezellen ausgestattet, die in Zusammenarbeit mit der Panasonic Energy Corporation entwickelt und produziert werden. Nach dem Mazda 6e im Jahr 2025 soll in der zweiten Phase der Elektrifizierung zwischen 2025 und 2027 ein weiteres neues rein elektrisches Crossover-Modell auf den Markt kommen.

Mazda-Elektroauto-Plattform
Mazda

Fortschrittliche flexible Produktionstechnologie: Im Bereich der Produktion wurden gemischte Produktionslinien über viele Jahre hinweg als eine der Stärken von Mazda gepflegt. Die bestehenden gemischten Produktionslinien von Mazda, die durch Monozukuri Innovation 2.0 weiter verbessert werden sollen, werden zukünftig auch für Elektroautos eingesetzt, wodurch die anfänglichen Kapitalinvestitionen um 85 Prozent und die Vorbereitungszeit um 80 Prozent im Vergleich zum Bau neuer Produktionsanlagen verringert werden. In die gemischte Produktionslinie werde eine „wurzellose“ Produktionsausrüstung eingeführt, die fahrerlose Transportfahrzeuge einsetzt, um Elektroautos und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in einer Produktionslinie zu produzieren. Dies gewährleiste Flexibilität bei Nachfrageschwankungen und verbessere die Anlageneffizienz. Darüber hinaus sollen in Zusammenarbeit mit den Zulieferern strukturelle Veränderungen in der Lieferkette vorgenommen werden, um die Anzahl der Komponenten zu optimieren und die Standorte, an denen diese Komponenten hergestellt werden, näher an die Mazda Werke zu verlegen.

Quelle: Mazda – Pressemitteilung vom 18.03.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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