Magna führt Gespräche: Nio oder XPeng statt Fisker?

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Nio

Daniel Krenzer
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Bislang hat Automobilzulieferer und Auftragsfertiger Magna Steyr in Graz unter anderem für den US-amerikanischen Elektroauto-Hersteller Fisker Fahrzeuge hergestellt, doch das Unternehmen steckt in tiefen finanziellen Schwierigkeiten und die Produktion wurde schon vor einigen Wochen gestoppt. Angesichts des drohenden Aus von Fisker führt Magna derzeit offenbar erste Gespräche mit mehreren chinesischen Herstellern – womöglich mit dem Ziel, künftig deren Elektroautos in Europa zu fertigen. Das berichtet Eletric Vehicles.

„Bei einem Medienrundgang durch das Grazer Werk brachte Magna Steyr-Präsident Roland Prettner die Bereitschaft des Unternehmens zum Ausdruck, mit potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, und betonte, dass Kapazitätsengpässe kein Thema seien“, heißt es in dem Bericht. Drohende Strafzölle für Elektroautos aus China könnten Magna bei der Suche nach einem neuen Partner in die Karten spielen. Prettner wird zitiert: „Ich denke, dass vieles davon abhängt, wie die Zölle gestaltet werden und wie die Spielregeln für den Verkauf von Fahrzeugen hier in Europa aussehen werden. Wir wissen, dass alle chinesischen OEMs heute mit verschiedenen Händlern testen, wie groß das Volumen ihrer Fahrzeuge sein könnte.“

150.000 Fahrzeuge pro Jahr möglich

Mit einer Kapazität von bis zu 150.000 Fahrzeugen pro Jahr sei Magna Steyr gut auf mögliche Zusammenarbeiten vorbereitet. Im vergangenen Jahr habe es „einen bemerkenswerten Anstieg des Interesses verschiedener chinesischer OEMs“ zu potentiellen Partnerschaften mit Magna Steyr gegeben. Zwar ist die Zusammenarbeit mit Fisker noch nicht offiziell zu den Akten gelegt, doch seitens Magna Steyr gehe man aktuell nicht davon aus, dass die Produktion des Fisker Ocean wieder aufgenommen werde.

Das heißt, dass in Graz entsprechende Kapazitäten langfristig frei werden würden, die für von Strafzöllen bedrohte chinesische Hersteller sehr interessant sein dürften. Im Artikel werden unter anderem die Namen XPeng, Polestar und Aiways gehandelt, die derzeit mit neuen Modellen auf den europäischen Märkten präsenter werden wollen – oder wie im Fall von XPeng gerade erst die ersten Märkte in Europa betreten haben. Allerdings gibt es von Polestar und Aiways zuletzt ebenfalls immer wieder Nachrichten, die mit Blick auf die Zukunft zumindest ein wenig skeptisch stimmen könnten.

Auch den Bau von Fahrzeugen der neuen Nio-Marke Onvo, gezeigt im Titelbild, können sich manche offenbar vorstellen. Für die Belegschaft in Graz wäre es auf jeden Fall wünschenswert, im Falle eines endgültigen Fisker-Aus eine schnelle Nachfolgelösung zu finden.

Quelle: Electric Vehicles – „Fisker’s Former Manufacturing Partner Magna in Talks With Chinese OEMs“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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