Kia Ray EV: Elektroauto für alle?

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Kia

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Kia hat mit dem Ray EV einen neuen urbanen Elektroflitzer vorgestellt. Mit einem Startpreis von etwa 20.400 US-Dollar ist dieses Modell Kias kostengünstigste elektrische Option. Bereits im Vorfeld konnte das Fahrzeug in Korea 6.000 Vorbestellungen einsammeln, was die wachsende Nachfrage nach bezahlbaren Elektroautos unterstreicht.

Der Kia Ray EV ist in der Tat kein unbekanntes Modell; es war Kias (und Südkoreas) erstes voll elektrisches Serienauto, das ursprünglich im Jahr 2011 eingeführt wurde. Die Elektroversion des Benzin-Ray CUV markierte seinerzeit, laut Beobachtern, einen neuen Abschnitt in der südkoreanischen Automobilgeschichte. Dennoch wurde der Mini-Elektrowagen 2018 eingestellt, hauptsächlich wegen der fehlenden Ladeinfrastruktur im Land und einer eher bescheidenen Reichweite von gut 140 km.

Wenige Jahre später erfolgt das Comeback. Laut einem Bericht des Korean Economic Daily war ein offizieller Sprecher von Kia der Meinung, dass das neu aufgelegte Modell „die beste Wahl für Kunden ist, die auf ein Einsteiger-Elektroauto warten.“ Die Vorbestellungen für den neuen Ray EV starteten bereits im August, und die Resonanz übertraf die Erwartungen des Herstellers. Kia gibt an, innerhalb weniger Wochen bereits 50 Prozent mehr Vorbestellungen erhalten zu haben, als für das gesamte Jahr geplant waren.

Der Kia Ray EV hat ein Update erhalten. Verbaut ist eine 35,2-kWh-LFP-Batterie, welche gemeinsam mit einer verbesserten Aerodynamik zu einer Reichweite von bis zu 205 Kilometer führt. In städtischen Gebieten steigt diese Kia zufolge sogar auf bis zu 233 km an. Obwohl dies im Vergleich zu anderen neuen Elektroautos vielleicht nicht besonders viel erscheint, ist der Ray EV speziell für den Stadtverkehr konzipiert. Dank eines 150-kW-Schnellladers dauert eine Ladung von 10 auf 80 Prozent nur etwa 40 Minuten.

Angetrieben wird der Stromer von einem E-Motor mit einer Leistung von maximal 64 kW (86 PS) und bringt ein maximales Drehmoment von 147 Nm auf die Straße. Diese Werte mögen bescheiden wirken, sind jedoch um 15 beziehungsweise 55 Prozent höher als bei der Version mit Verbrennungsmotor. Im Innenraum punktet der Ray EV mit Flexibilität: Alle Sitze können flach geklappt werden, und ein spezieller „Utility-Modus“ ermöglicht es, elektrische Geräte wie Klimaanlage und Audio auch bei Stillstand für längere Zeit zu nutzen.

Der Start dieses erschwinglichen Elektromodells kommt zu einer Zeit, in der Automobilhersteller und Startups vermehrt günstigere Elektromodelle auf den Markt bringen, um Marktanteile zu gewinnen. Insbesondere im südkoreanischen Markt, wo die Hyundai Motor Group, zu der auch Kia und Genesis gehören, rund 80 Prozent des Auto-Marktes ausmacht, gilt es, sich gegen günstigere Elektroautos aus China und anderen neuen Mitbewerbern zu behaupten.

Elektroautos wie der KIA Ray EV könnten genau das sein, was der europäische Markt benötigt – klein, effizient und erschwinglich. Die Frage nach der Einführung in Europa bleibt leider offen, aber ein solches Auto würde auch hier gut ankommen.

Quelle: electrek.co – Kia’s Ray EV racks up 6,000 pre-orders in Korea, starting at $20,400

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Georg Laackman:

Mehr von solchen erschwinglichen Autos!!
Viel viel mehr, bitte.

Philipp:

Nunja, dann könnten sie ja gleich 200kW schreiben (weil 400V System), oder eben irgendwas mit 300+, wenn es die Ladesäule für 800V Systeme zur Verfügung stellt.

Die Helden vom Marketing halt.

Mein eGolf lädt daher auch mit sagenhaften 350kW :-)

Marc:

Ich habe das so verstanden, dass sie die Ladegeschwindigkeit an verschiedenen Quellen angegeben haben. An 11 kW sind es sechs Stunden. Ich habe die Pressemeldung allerdings nicht geschrieben.

Philipp:

Und wieso sollte man in den untemperierten LFP mit 150kW reinballern?

Die Zeile macht keinen Sinn, vor allem nicht bei 35,2kWh. Das wäre ein C-Faktor von 4,26.

Ist wohl eine Limitierung des Anschlusses, sei es CCS1 oder CCS2, unabhängig davon ob das Auto das überhaupt nutzen würde.

Gerd:

Schade um die Schiebetüren, aber ich könnte mir den als daily driver auch so absolut vorstellen.
Man merkt aber am diesbezüglichen Modell-Vakuum auch sehr deutlich, dass Europa immer mehr zum Nischenmarkt wird. Cybertrucks haben halt mehr Potential ;-)

autarc:

Ich kenne den Mini-Van Ray mit zwei großen Schiebetüren und großer Heckklappe,
diese 4 Klapptüren hier sind eher unpraktisch, für den Klein-Händler etc. ungeeignet

Marc:

Es ist aber in der Originalquelle bei Pulse aus Südkorea genauso angegeben. Ich denke, es ist ein untemperierter LFP-Akku. Daher dauert das.

funtron:

Also irgendwie werden die Fehlerteufel immer häufiger.
40 Minuten ist sehr Langsam, das hat mit schnell nichts mehr zu tun

Robert:

„150-kW-Schnellladers dauert eine Ladung von 10 auf 80 Prozent nur etwa 40 Minuten“
ist das ein fehler! bei einer nur 35,2 kwh großen Batterie? 40 Minuten bei 150kw Ladeleistung
oder ist das eher ein 15kw Schnellader

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