Ford bereitet Werk Craiova in Rumänien für E-Autos vor

Cover Image for Ford bereitet Werk Craiova in Rumänien für E-Autos vor
Copyright ©

Ford

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Ford Europa setzt seine Transformation mit Blick auf eine elektrifizierte Zukunft fort und überträgt dafür den rumänischen Werksstandort Craiova an das Joint Venture Ford Otosan. Nach der bereits erfolgten Ankündigung und dem behördlichen Genehmigungsverfahren schlossen Ford Europa und Ford Otosan nun die entsprechende Vereinbarung ab. Damit verbinde sich die Produktionsexpertise des Werks Craiova mit der Erfahrung von Ford Otosan in den Bereichen Konstruktion, Engineering und Fertigung von Nutzfahrzeugen, so Ford in einer aktuellen Mitteilung.

Ford Otosan kündigte überdies an, in den nächsten drei Jahren insgesamt 490 Millionen Euro in das Werk in Rumänien zu investieren. Angestrebt werden eine Schlüsselrolle bei der Elektrifizierung von Ford in Europa sowie eine Steigerung der Produktion im Segment der leichten Nutzfahrzeuge.

„Mit der Übernahme des Werks in Craiova erweitert Ford Otosan die Fertigungskompetenz und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens“, sagte Güven Ozyurt, General Manager von Ford Otosan. „Die hochqualifizierten Beschäftigten in Craiova und ihre gute Arbeit bei der Herstellung von Ford-Fahrzeugen werden verknüpft mit der Erfolgsgeschichte von Ford Otosan“. Craiova werde vom Wissenstransfer und der Erfahrung von Ford Otosan in puncto Entwicklung, Konstruktion und dem Bau von Nutzfahrzeugen sowie im Bereich der Elektrifizierung profitieren können, so Ozyurt weiter.

Der Ford Transit Courier der nächsten Generation, einschließlich der von Ford Otosan entworfenen und konstruierten Transporter- und Kombimodelle, soll in Craiova produziert und 2023 auf den Markt gebracht werden. Vollelektrische Varianten sollen kurz darauf im Jahre 2024 folgen. Ford Otosan werde auch weiterhin den Ford Puma in Craiova produzieren und im Verlauf des Jahres 2024 mit der Fertigung der neuen vollelektrischen Variante des sportlichen Crossover SUV beginnen.

Ford treibt außerdem die Transformation seiner Kölner Produktionsstätten voran. So werden am rheinischen Standort zwei Milliarden US-Dollar (etwa 1,95 Milliarden Euro) investiert, um ab 2023 mit der Fertigung von Elektroautos zu beginnen. Zudem bestätigte Ford erst vor wenigen Tagen, dass das Werk im spanischen Valencia als einer der Hauptstandorte für die Montage von Fahrzeugen auf der Grundlage einer neuen E-Auto-Architektur ausgewählt wurde. Im weiteren Verlauf dieses Jahrzehnts sollen dort neue vollelektrische und vernetzte Fahrzeuge vom Band rollen.

Bis 2026 plant Ford, in Europa jährlich 600.000 Elektrofahrzeuge zu verkaufen. Global, so die unternehmerische Zielsetzung, sollen bis 2026 mehr als zwei Millionen Elektrofahrzeuge pro Jahr verkauft werden.

Vor 14 Jahren übernahm Ford das Werk in Craiova offiziell von der rumänischen Regierung und verwandelte die Autofabrik mittels einer Investition in Milliardenhöhe in eine moderne Produktionsstätte. Die Eigentumsübertragung soll nun die Position von Ford Otosan als größter Nutzfahrzeughersteller in Europa stärken. Mit der Übernahme des Werks in Craiova werde die jährliche Produktionskapazität des Unternehmens 900.000 Fahrzeuge überschreiten. Ford Otosan ist ein Joint Venture, an dem Ford und die türkische Koç Holding über die Aktienmehrheit verfügen. Bei der feierlichen Übergabeveranstaltung des Werks in Craiova nahmen unter anderem der rumänische Premierminister Nicolae Ciuca und Vertreter von Ford Otosan teil.

Das Werk in Craiova kann hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität eine starke Erfolgsbilanz vorweisen, dies zeigen europaweit nachgefragte Fahrzeuge wie der Ford EcoSport und der Ford Puma sowie der modellübergreifend eingesetzte 1,0-Liter-EcoBoost-Benzinmotor“, sagte Stewart Rowley, Vorsitzender von Ford Europa. „Diese Initiative wird die Strategie von Ford unterstützen, das Geschäft in Europa weiter auszubauen und das Ziel von Nullemissionen bei verkauften Fahrzeugen zu erreichen. Bis 2035 soll darüber hinaus Klimaneutralität im gesamten europäischen Geschäftsbereich von Ford erreicht werden, einschließlich Logistik und Zulieferern.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 05.07.2022

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Kommentare (Wird geladen...)

Ähnliche Artikel

Cover Image for Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Experte: Warum Wasserstoff und E-Fuels ins Abseits geraten

Sebastian Henßler  —  

Michael Jost kritisiert Technologieoffenheit als Ausrede: Wer alle Wege offenhält, geht keinen konsequent – nur das Elektroauto führt zur Klimaneutralität.

Cover Image for So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

So fährt sich der Volvo EX30 Cross Country

Sebastian Henßler  —  

Volvo EX30 Cross Country bleibt ein City-Stromer, wirkt stabiler und vielseitiger. Offroad-Design, solide Reichweite und starke Ladeleistung runden ihn ab.

Cover Image for Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Diese 7 E-Autos werden in der Realität besonders sparsam bewegt

Daniel Krenzer  —  

WLTP- und Testverbräuche hin oder her: Das sind die sparsamsten E-Autos, wenn man auf ihren realen alltäglichen Einsatz schaut.

Cover Image for Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Regierung gibt Details zu neuer E-Auto-Förderung bekannt

Daniel Krenzer  —  

Nun steht fest, bis zu welchem Haushaltseinkommen die neue E-Auto-Förderung genutzt werden könnte. Es geht dabei nicht nur um E-Autos.

Cover Image for Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Warum Biokraftstoffe kein Schlupfloch für Verbrenner sein dürfen

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobil- und Kraftstoffindustrie wollen mit Biokraftstoffen Verbrenner am Leben erhalten. Allerdings gibt es nicht genügend des Treibstoffs.

Cover Image for Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Wie Opel den GSE Elektro-Rally-Cup noch attraktiver machen will

Michael Neißendorfer  —  

Mit vielen Neuerungen, einem stärkeren Auto und einem internationaleren Terminkalender geht der ADAC Opel GSE Rally Cup in der Saison 2026 an den Start.