BYD vergibt Produktionslizenzen für LFP Blade-Batterien

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Maria Glaser
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FinDreams Battery, ein Tochterunternehmen des chinesischen Automobilherstellers BYD, hat mit dem US-amerikanischen, börsennotierten Unternehmen BorgWarner eine strategische Vereinbarung bekannt gegeben. Der Zulieferer stellt künftig Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP) für Nutzfahrzeuge in Europa und Amerika her und bezieht dabei Blade-Zellen von BYD. Im Rahmen der Zusammenarbeit erhält BorgWarner aber nicht nur Blade-Zellen von BYD, sondern auch die geistigen Eigentumsrechte zur Nutzung des Designs und des Herstellungsprozesses von FinDreams. Die Laufzeit der Vereinbarung beträgt acht Jahre.

In letzter Zeit ist der Tier-1-Automobilzulieferer BorgWarner, der u. a. mit General Motors, Ford und Stellantis zusammenarbeitet, auch in China sehr aktiv und betreibt dort elf Produktionsstätten. Anfang dieses Monats gab das Unternehmen den Beginn der Produktion von Elektromotoren für den Xpeng X9 MPV bekannt. Derselbe elektrische Motor soll dann auch in der neuen B-Klasse-Limousine von Xpeng zum Einsatz kommen wird, deren Produktion im dritten Quartal 2024 beginnen soll.

Zudem schloss BorgWarner ebenfalls Anfang dieses Monats einen Vertrag mit einem führenden chinesischen Erstausrüster ab, um seinen Doppelinverter mit Boost-Funktion für die Fahrgestelle von Plug-in-Hybriden und Range-Extender-Elektroautos des Automobilherstellers zu liefern. Um welchen Erstausrüster es sich konkret handelt, wurde nicht erwähnt, jedoch tippen einige Medienvertreter:innen auf Great Wall Motor.

Produktionslizenzen für gemeinsame Batterien

Die Vereinbarung mit BYD macht BorgWarner laut einer Pressemitteilung zum einzigen Automobilzulieferer, der nicht mit FinDreams Battery verbunden ist und der die Rechte bekommt, die LFP-Batterien in Europa, Nord- und Südamerika sowie in ausgewählten Regionen des asiatisch-pazifischen Raums für schwere Nutzfahrzeuge der Klasse 3 und höher zu produzieren.

Da viele Hersteller von Elektrofahrzeugen zunehmend auf LFP-Chemie statt auf Batterien aus Nickel, Mangan und Kobalt (NMC) setzen, hat die Batterieentwicklung in diesem Markt besonderes Potenzial. Die Zellen haben eine geringere Energiedichte als NMC, sind aber billiger und benötigen keine Edelmetalle, deren Abbau oft umstritten ist. LFP-Batterien sind dabei die Welt von BYD, sodass selbst Tesla für einige seiner Modelle nicht nur in China, sondern auch in Europa auf LFP-Batterien von BYD umgestellt hat.

Die USA versuchen, ihre Lieferketten für Elektrofahrzeuge von chinesischen Batterieherstellern unabhängig zu machen, doch dies erweist sich als nicht so einfach. So kündigte Ford ein Werk für LFP-Batterien in Michigan an, das die Fähigkeit der US-Hersteller von Elektroautos zur Selbstversorgung zeigen sollte. Später wurde bekannt, dass auch dieses Werk die Zellen und das Know-how von dem chinesischen Batterieunternehmen CATL nutzt.

Frédéric Lissalde, Präsident und CEO von BorgWarner, zeigte sich begeistert über die Partnerschaft. Es gebe eine weltweit steigende Nachfrage nach LFP-Batterien aufgrund ihrer kostengünstigen Wettbewerbsfähigkeit, und FinDreams Battery habe eine mehr als 20-jährige Erfahrung sowie große Erfolge bei LFP-Batterien für den Mobilitätssektor in China und Europa. Auch Micheal He, der Präsident und CEO von FinDreams Battery, sehe eine strategische Bedeutung der Zusammenarbeit inmitten komplexer geopolitischer Dynamiken. Außerdem habe die zunehmende LFP-Elektrifizierung für Nutzfahrzeuge in Übersee hohes Potenzial.

Quelle: CarNewsChina.com – BYD licenses production of LFP Blade batteries to GM, Ford supplier

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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Daniel W.:

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Die USA versuchen, ihre Lieferketten für Elektrofahrzeuge von chinesischen Batterieherstellern unabhängig zu machen, doch dies erweist sich als nicht so einfach. So kündigte Ford ein Werk für LFP-Batterien in Michigan an, das die Fähigkeit der US-Hersteller von Elektroautos zur Selbstversorgung zeigen sollte. Später wurde bekannt, dass auch dieses Werk die Zellen und das Know-how von dem chinesischen Batterieunternehmen CATL nutzt.
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Bei Batterien begibt sich die Industrie in die Abhängigkeit von China – genauso wie beim Erdgas in die Abhängigkeit von Russland – offenbar nichts gelernt.

Es müsste wohl ein Wunder geschehen, damit die EU einen Batterietyp zustande bringt, ohne dass China seine Daumenschrauben ansetzen kann.

Das A und O der Energie- und Verkehrswende ist für mich, dass die EU unabhängig wird und nicht laufend faule Kompromisse eingehen muss.

banquo:

Northvolt hat die LFP-Technik und auch die Natriumionen-Technik. VW entwickelt in den USA an der Feststoffbatterie.

Steven B.:

Bleibt abzuwarten, ob man trotz dieser Absichten vor hat, weiter in eigene Ideen und Programme zu investieren, um langfristig auch ohne chinesische Lizenzen Batterien liefern zu können. In Zukunft muss dies unbedingt erfolgen, um Unabhängig von den Chinesen zu sein. Die werden definitiv in Ungnade fallen und wahrscheinlich Taiwan einnehmen, dann wirds eng für die westliche Welt, ob Chips oder andere wichtige Importe aus Fernost. Das wird eine Herausforderung die selbst unsere Kinder noch beschäftigen dürfte. Gelingt es der westlichen Welt sich dieser Dinge zu besinnen, dann wird es sich für alle Betroffenen auszahlen.

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