BMW M5 Touring: PHEV-Familienkombi mit 535 kW

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BMW / Fabian Kirchbauer Photography

Stefan Grundhoff
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  —  Lesedauer 4 min

BMW legt seine Powerlimousine M5 nach längerer Pause auch als Touringversion neu auf. Die Weltpremiere gibt es etwas überraschend auf der Monterey Car Week in Pebble Beach, denn mit Kombis haben die Amerikaner an sich wenig am Hut. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind sogar alles andere als ein Land der Kombis. Die weit über fünf Meter langen Familienlastesel der 1970er Jahre mit gigantischen Laderäumen und durchgehenden Sitzbänken sind längst vergessen und die Amerikaner haben die SUV zum weltweiten Trendmobil der Neuzeit gemacht.

Doch die US-Kunden lieben es eben auch, etwas anders zu sein. Zudem sind leistungsstarke Sportkombis nicht erst seit dem gigantischen Erfolg des Wettbewerbers Audi RS6 Avant ein Thema, der sich mit seinem martialischen Design und imposanten Fahrleistungen weltweit einen Namen machte – gerade auch in den USA, wo er aktuell bei 125.000 US-Dollar (ca. 113.500 Euro) startet.

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Der zusätzliche Rückenwind des aktuellen BMW M3 Touring aus Europa und die Tatsache, dass dieser für die USA als zu klein befunden wurde, sorgten jedoch dafür, dass es seit längerer Abstinenz ab Ende des Jahres wieder einen BMW M5 Touring geben wird und dieser sogar den Sprung in die Vereinigten Staaten schafft.

Die Premiere bei einer der weltweit wohl einflussreichsten Autoveranstaltungen in Monterey ist daher dann doch nicht so überraschend wie zunächst gedacht. Das beinahe schon schamlose Design der BMW M5 Limousine haben die Designer in die Kombiform transferiert, die bei BMW unverändert den Beinamen Touring behält. Mit dem Kombiheck und den massiv ausgestellten Radhäusern wirkt der BMW M5 der neuesten Generation für viele der Kunden wohl noch etwas eindrucksvoller als die alles andere als zurückhaltende Limousine.

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Technik und Antrieb des hybriden M5 Touring sind mit dem der viertürigen Limousine identisch und so wird der schnelle Lademeister vom bekannten 4,4-Liter-V8-Doppelturbo mit Elektrounterstützung angetrieben, der in seiner Basisversion 535 kW / 727 PS und wilde 1000 Nm maximales Drehmoment leistet. Dabei wird der 430 kW / 585 PS starke Achtzylinder-Turbo von einem Elektromotor unterstützt, der in der Glocke der Achtgang-Automatik versteckt weitere 145 kW / 197 PS / 450 Nm beisteuert.

Dabei wird es mittelfristig auch bei der Kombiversion kaum bleiben. Nachgeschärfte Editionen mit Namenszusätzen wie M5 Touring Competition oder M5 Touring Label Red dürften aus dem Familienkombi mehr als 800 PS am Gesamtleistung herausholen. Diese immense Kraft ist für viele Kunden auch nötig, denn der 5,10 Meter lange BMW M5 hat auch als Touringvariante das Problem der Limousine: sein Leergewicht liegt bei knapp über 2,5 Tonnen – viel Arbeit für das variable Sportfahrwerk mit Doppelquerlenkerachse vorn und Fünflenker-Achse hinten in einer Kombination aus Aluminium und Stahl.

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Mit der Kraft der zwei Herzen geht es für die Familienkombi trotz Übergewicht aus dem Stand auf Tempo 100 in 3,7 Sekunden und er erreicht auf Wunsch des Piloten eine Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h. Doch der Bayer kann auch anders. Die Hochvoltbatterie im Heck des Autos mit einem nutzbaren Energiegehalt von 18,6 kWh sorgt für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 67 Kilometern und bis Tempo 140 kann der Plug-in-Hybrid rein elektrisch fahren. Die maximale Ladegeschwindigkeit liegt jedoch nur bei elf Kilowatt. Die einem mögen bei einem 5er Touring das Design; andere das Ladevolumen. Das liegt je nach Stellung der Rücksitze zwischen 500 und 1630 Liter. Auf Wunsch ist eine Anhängerkupplung mit einer Last von bis zu 2000 Kilogramm zu bekommen.

Ganz neu ist die Idee mit dem Powerkombi der Oberklasse jedoch nicht, denn der erste BMW M5 Touring kam bereits im Jahr 1992 auf Basis der M5 Limousine der Generation E34 auf den Markt. Im Jahr 2007 ergänzte die BMW M GmbH den BMW M5 der vierten Generation mit seinem spektakulären V10-Zylinder ebenfalls um eine Kombiversion.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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