Alpine will Cupra als Elektro-Sportmarke herausfordern

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Alpine

Sebastian Henßler
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Renault möchte mit Alpine im sportlichen Elektromarkt durchstarten – inspiriert vom Erfolg der jungen Marke Cupra. Doch der Unterschied zwischen beiden ist groß. Cupra hat sich innerhalb weniger Jahren vom Ableger zur eigenen Marke entwickelt. Alpine dagegen steckt noch in einer Nische fest, wie die Automobilwoche betrachtet hat. Cupra wurde einst aus der Rennsport-Reihe von Seat geboren. Heute verkauft die Marke in Deutschland mehr Autos als ihre Mutter. In nur sechs Jahren kamen europaweit rund 750.000 Einheiten zusammen. 2024 lag das Wachstum bei über zehn Prozent. Alpine schaffte im gleichen Zeitraum lediglich knapp 3600 Autos – fast alle in Frankreich.

Renault-Chef Luca de Meo war einst selbst für die Entwicklung von Cupra verantwortlich. Nun will er Alpine neu aufstellen. Die Strategie ist klar: mehr Elektromodelle, mehr Reichweite, jüngere Zielgruppen. Erste Schritte sind gemacht. Mit dem A290 startet ein sportlicher Kleinwagen, der auf dem neuen Renault R5 basiert. Hinzu kommt der A390, ein elektrischer Crossover, der im Mai erscheint. Beide Modelle sollen das Image der Marke verändern. Der A290 ist kompakt, fährt bis zu 218 PS und richtet sich an junge Fahrende. Doch nicht alle sind überzeugt. Kritiker vermissen den Biss, den sportliche Stromer heute bieten müssen. Bei Alpine hat man das gehört. Der R5 Turbo 3E könnte künftig für mehr Leistung sorgen.

Der A390 fällt deutlich kräftiger aus. Bis zu 644 PS in der Spitzenversion sollen ihn deutlich über den Cupra Born stellen. Dieser kommt nach der letzten Überarbeitung auf maximal 326 PS. Der A390 nutzt dieselbe Technikbasis wie der Nissan Ariya – zielt aber auf Kundschaft mit sportlichem Anspruch. Ob das Konzept aufgeht, wird sich zeigen. Noch ein Problem bleibt die Produktion. Alpine baut derzeit in Dieppe – von Hand, mit viel Aufwand. Die Effizienz ist gering, die Kosten hoch. Der A110, das aktuelle Verbrennermodell, steht sinnbildlich für dieses Dilemma. Er ist technisch beeindruckend, aber wirtschaftlich kaum tragbar. Um auf Dauer zu bestehen, müsste Alpine deutlich günstiger produzieren und auf die Ressourcen des Renault-Konzerns zurückgreifen.

Auch der Vertrieb ist nicht auf dem Stand, den eine Marke mit Wachstumserwartungen braucht. Ersatzteile fehlen, Werkstätten sind rar, Beschwerden häufen sich. Vor allem außerhalb Frankreichs ist das Händlernetz schwach. Wer wachsen will, muss hier investieren – und zwar erheblich. Entscheidend, zumindest außerhalb Frankreichs, ist die fehlende Stärke der Marke Alpine. Man blickt zwar auf eine Geschichte zurück, aber die Kundschaft ist älter und konservativ. Gewinnen „muss“ man allerdings die jüngeren Käufer:innen. Darf sich dabei aber auch nicht zu sehr von Renault überholen lassen.  Die Frage die bleibt, wie konsequent kann und wird man diesen Weg beschreiten können.

Quelle: Automobilwoche – Renault will es mit Alpine wie Cupra machen: Kann das klappen?

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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