Wie das E-Auto-Start-up Aiways weiter wachsen will

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Aiways

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Ein für das chinesische E-Auto-Start-up Aiways ereignisreiches und laut eigener Aussage auch erfolgreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Mit ihm leitet die Führungsetage auch einige Änderungen an den Schlüsselpositionen des Managements ein, um den Unternehmenserfolg langfristig zu stabilisieren und auf eine neue Stufe zu heben.

Nach dem gelungenen Markenstart, der erfolgreichen weiteren Finanzierungsrunde und dem Produktionsanlauf und dem aktuell im Bestellstart befindlichen zweiten Modell, dem Aiways U6 SUV-Coupé, wird Aufsichtsratsvorsitzender William Chen den Vorsitz an den bisherigen CEO Charlie Zhang übergeben. Chen bleibt als reguläres Mitglied weiterhin Teil des Aufsichtsrats.

Die neue Aufgabe von Markenspezialist Charlie Zhang werde das Vorantreiben der aktuellen Strategie und der weiteren Globalisierung der Marke Aiways sein, so das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung. Vor allem der Einstieg in neue Märkte und die Steuerung der stetig beschleunigten Expansion soll sein Tagesgeschäft bestimmen. Hierbei kann er sich mit seinem Nachfolger Matthew Qiu abstimmen, mit dem er bisher im Aiways-Vorstand eng zusammenarbeitete.

Die Entscheidung, den erfahrenen Ingenieur und bisherigen Produktionsvorstand Qiu zum neuen CEO zu ernennen, soll ein klares Signal setzen: Dass Aiways nicht nur für fortschrittliche Technologie, sondern auch für eine hohe Qualität seiner Produkte steht. Der Fokus der Marke und seiner Produkte liege weiterhin auf Innovation, Funktionalität, Design und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

William Chen hat in einem sehr anspruchsvollem Geschäftsumfeld und während der Pandemie das Ruder bei Aiways fest in der Hand gehabt und die Firma durch stürmische See geleitet“, sagt Dr. Alexander Klose, Executive Vice President Overseas Operations bei Aiways. „Er übergibt nun – und es freut mich sehr – an Charlie Zhang, der der ideale Stratege für die weiteren Schritte der globalen Expansion ist und durch ein enges Vertrauensverhältnis zum neuen CEO Matthew Qiu die Abstimmungswege kurz und effizient hält.“

Aiways verknüpft Direktvertrieb mit stationärem Handel

Zum Verkaufsstart des SUV-Coupé U6 kann die junge Marke aus Shanghai auf ein enges Vertriebsnetz in Europa zurückgreifen. Eine Mischung aus digitalem Direktvertrieb und stationären Anlaufstellen – in Deutschland sind dies Fachmärkte der Elektrokette Euronics – soll einen echten Mehrwert für Kunden schaffen und Aiways von den Wettbewerbern absetzen.

Das Etablieren einer neuen Marke ist keine einfache Aufgabe. Noch dazu im sehr konservativen Automobilsektor. Es reicht nicht, mit Innovation, Funktionalität, Design und Preis zu punkten. Der Kunde von heute wünscht sich vor allem auch Betreuung und Service, denn statistisch ist die Anschaffung eines Automobils das zweitteuerste Gut im Leben nach dem Eigenheim. Aiways hat deshalb eine neue Vertriebslösung geschaffen.

Der Aufbau eines Händlernetzes ist aufwändig, zeitintensiv und teuer. Für viele Marken ist er deshalb das größte Hemmnis für schnelles Wachstum. Aiways hat sich deshalb gegen den Aufbau eines eigenen Netzwerks entschieden und stattdessen nach einer anderen Lösung gesucht, die das Beste aus allen Welten kombiniert – und es im länderspezifischen Partnermodell gefunden.

Unser Direktvertriebsmodell hat die schnelle Expansion in neue europäische Märkte trotz des schwierigen Marktumfelds ermöglicht. Zur bestmöglichen Unterstützung unserer Kunden haben wir in jedem Markt ein Netzwerk von geschulten Fachleuten etabliert, welche bei Bedarf einen zuverlässigen Service anbieten“, erklärt Pierre-Adrien Ducarre, Director Buiness Development and Sales bei Aiways Overseas die Vorteile der engen Kooperation mit den europäischen Vertriebspartnern.

In nur zwei Jahren hat Aiways in Europa bereits geschafft, was viele Konkurrenten aus der chinesischen Heimat aktuell nur ankündigen können. Mit mehr als 160 Verkaufsstützpunkten in 14 Ländern ist die Modellpalette in jedem Ballungsgebiet für die Kunden zu erreichen und auszuprobieren. Das enge Netz an Anlaufstellen und Servicepartnern ist ein Bestandteil der Markenphilosophie und ein Vorteil gegenüber dem Wettbewerb.

Neben den Verkaufsstützpunkten organisiert Aiways auch das Ersatzteil-Management lokal und hält in einem großen Zentrallager in Amsterdam auf mehr als 12.000 Quadratmetern nicht nur Verschleißteile, sondern auch Karosserieteile und sämtliche Bauteile der Hochvolt-Batterie und des Antriebssystems vor. Somit könne ein reibungsloser und termingerechter Kundenservice gewährleistet werden, so das Unternehmen.

Quelle: Aiways – Pressemitteilungen vom 23. und 25.11.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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