VW-Chef Blume: Wir brauchen mehr Flexibilität

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Volkswagen

Daniel Krenzer
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An der Elektromobilität als der führenden Technologie im Automobilbereich will Volkswagen-Chef Oliver Blume nicht gerüttelt wissen. „Wir sehen die Elektromobilität ganz klar als die Zukunftstechnologie – und wir erachten die Dekarbonisierung als wesentliche Verpflichtung unserer Gesellschaft“, sagte Blume im Interview mit der Autoflotte. Maßgebend sei jedoch, in welchem Zeitrahmen die CO2-Ziele realistisch erreicht werden können. Und dazu stellt der VW-Chef fest: „Alle politischen Prognosen zum Hochlauf der Elektromobilität waren in der Vergangenheit zu optimistisch.“

Daher seien regelmäßige Realitätschecks notwendig, ob und wie weit der Automobilmarkt sich wie erwartet entwickelt und ob Vorgaben gegebenenfalls angepasst werden müssen. „Neben attraktiven Produkten müssen die Rahmenbedingungen passen“, ist Blume überzeugt und sieht sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum Handlungsbedarf. Wichtig seien zudem günstigere Ladestrompreise und „überzeugende Förderkulissen“.

„Europa schaut auf Deutschland“

Nach dem Autogipfel wünscht er sich von der Politik eine klare und einheitliche Linie. „Wir wollen den Erfolg der Elektromobilität. Wir brauchen aber mehr Flexibilität beim Erreichen der Ziele. Das müssen wir in Brüssel geschlossen vertreten, denn Europa schaut auf Deutschland“, führt Blume aus. Die Automobilindustrie wieder auf erfolgreichere Pfade zu führen, sei eine „Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Unternehmen und der Gesellschaft“.

Auf die Furcht von Gewerkschaften von zunehmender Zustimmung für die AfD in der Mitarbeiterschaft von Automobilunternehmen angesprochen, stellte Blume indes klar: „Wir nehmen das sehr ernst. Für uns ist ohne jeden Kompromiss klar: Radikale Tendenzen, unabhängig von welcher Seite, haben bei uns in den Werkshallen nichts zu suchen.“ Der Frage, ob er die AfD als radikal erachte, weicht er im Anschluss aus, stellt jedoch fest, dass „Freiheit, Vielfalt und Zusammenhalt“ wichtige Werte im VW-Konzern seien.

Derzeit ist Blume noch zusätzlich Porsche-Markenchef – eine Doppelrolle, für die er unter anderem vom Betriebsrat immer wieder kritisiert wurde. Blume wies darauf hin, dass dies von Beginn an nur als Übergangslösung verstanden worden sei. „Wir haben den Generationswechsel im Vorstand bei Porsche bereits ganz bewusst begonnen. Er war langfristig vorbereitet. Wir haben ein starkes Vorstandsteam am Start – kompetente Kolleginnen und Kollegen, die in der Porsche-Kultur verwurzelt sind“, führte er aus, verwies zum Zeitpunkt des Interviews aber noch auf ausstehende Entscheidungen des Aufsichtsrats, was die konkreten Namen angeht. Inzwischen ist bekannt, dass Michael Leiters Anfang 2026 bei Porsche den Chefposten übernehmen wird. VW-Konzernchef wird Blume aber bleiben.

Produktion in Portugal sehr günstig

Zudem erläuterte Blume, weshalb viele Elektroauto-Produktionen von kleineren Modellen aktuell nach Portugal oder Spanien gehen: „Unsere Werke in Spanien und vor allem Portugal können in den Fabrikkosten mit den Standorten in Osteuropa absolut mithalten – und sogar mit vielen chinesischen Werken.“ Bei den Werken in Deutschland gelte es, die Kosten zu senken. Da sei man aber bei allen deutschen Marken (VW, Porsche, Audi) auf einem guten Weg, entsprechende Abschlüsse mit der Arbeitnehmervertretung umzusetzen. Trotz aller Herausforderungen sieht Blume die Zukunft positiv, sofern alle Beteiligten an einem Strang ziehen. So sagt er abschließend: „Wenn wir uns gegenseitig unterhaken, werden wir auch in diesen anspruchsvollen Zeiten erfolgreich bestehen.“

Quelle: Autoflotte – VW-Chef Blume im großen Interview: „Wir müssen aus der Komfortzone heraus“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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