Volvo-Chef: Elektromobilitätswende braucht „klares Signal“

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Laura Horst
Laura Horst
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Der Volvo-Chef Håkan Samuelsson hat in einem Interview mit der Zeit darüber gesprochen, mit welchem Ansatz der Wandel zur Elektromobilität gelingen kann. Er fordert ein „funktionierendes Gesamtkonzept“, bei dem Hybridautos als Übergangslösung dienen können.

Samuelsson, der nach drei Jahren im Ruhestand an die Spitze von Volvo zurückgekehrt ist, spricht sich in dem Interview klar und deutlich für den Wandel zur Elektromobilität aus, wozu er sagt: „Wir werden ein stärkeres Unternehmen haben, wenn wir elektrifiziert sind. Schon jetzt ist unser Anteil an reinen Elektroautos ungefähr doppelt so hoch wie der Durchschnitt im restlichen Markt.“

Das von der EU vorgeschriebene Verbrenner-Aus ab 2035 kommentiert Samuelsson damit, dass es für die Umstellung auf Elektromobilität ein klares Signal zu einem konkreten Zeitpunkt geben müsse. Gleichzeitig hat der neue, alte Volvo-CEO etwaige Hürden wie die unzureichende Ladeinfrastruktur in Südeuropa im Blick und fordert ein „funktionierendes Gesamtkonzept“.

Für die Übergangsphase sieht Samuelsson eine Chance in Hybridautos, die dazu beitragen können, das Verbrenner-Aus zu erreichen. Dazu kann er sich auch ungewöhnliche Ansätze vorstellen, wie etwa „neue Hybridfahrzeuge mit Plug-in-Technik und großer Reichweite als elektrisch einzustufen.“

Herausforderungen auf globalen Märkten

Auf dem globalen Automobilmarkt sieht der Volvo-CEO den „massiven Zollstreit zwischen USA, China und Europa“ als Herausforderung. Hinzu kommen „völlig unterschiedliche Regeln für den Betrieb und die Zulassung von Fahrzeugen, was die Software anbelangt“. Samuelsson spricht von einer „Deglobalisierung“ durch die unterschiedlichen Gesetze und Regelungen, aber auch unterschiedliche Vorlieben, wozu er ausführt: „Chinesen mögen Limousinen, Europäer SUVs, Amerikaner Pick-ups.“

„Wer weltweit Autos verkaufen will, braucht mehr Kapital als früher. An einem Ort zu produzieren und dann in alle Welt verschiffen, das ist vorbei. Stattdessen muss man viel mehr in den jeweiligen Regionen produzieren“, erklärt Samuelsson zu den veränderten Bedingungen in der Automobilproduktion. Im Gegenzug könne man durch lokale Produktion die Kosten für die Verschiffung einsparen, was etwa 1000 Dollar pro Auto entspreche, und man sei schneller beim Kunden.

Strukturen für einen „starken Heimatmarkt“ schaffen

Da zunehmend lokal produziert wird, kann Europa weniger Autos als bisher in andere Regionen exportieren. Für eine erfolgreiche Mobilitätswende braucht es laut dem Volvo-Chef die passenden Rahmenbedingungen, wozu er erklärt: „Wir müssen auch zu Hause unsere Strukturen verändern und die Elektrifizierung vorantreiben, um einen starken Heimatmarkt für Elektroautos zu schaffen.“

Die Stellung der eigenen Marke auf dem weltweiten Elektroautomarkt bewertet Samuelsson dennoch positiv, da für Volvo „als eher kleines Unternehmen“ der Markt für vollelektrische Fahrzeuge groß genug sei. In einigen Regionen der Welt könnte es seiner Einschätzung nach schlichtweg etwas länger dauern als in anderen, wobei er den Mittleren Westen der USA „mit seinen eigenen Gegebenheiten“ als Beispiel nennt. „Zum Erfolg der Elektromobilität braucht es taktisches Timing“, sagt der Volvo-CEO.

Quelle: Die Zeit – Volvo-Chef: „Wir werden weniger in andere Teile der Welt exportieren“

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